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Gorilla des Monats

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Comic Release Party: Das Leben ist kein Ponyhof

ponyhof von Alexander Lachwitz

Party: Am Freitag, dem 10. Juni, war das gemütliche Kulturcafé 'Lichtung' in Köln fest in tierischer Hand. Ngumbe, der exzentrische musizierende Elefant, das Pony Butterblume, in sizilianischen Kreisen besser bekannt als Don Ranuncolo, und nicht zuletzt El Pilzo der sprechende Pilz, begleiteten ihre Schöpferin, die Comiczeichnerin Sarah Burrini, bei der Präsentation ihrer ersten Printveröffentlichung.

ponyhofvon Alexander Lachwitz

Der kostenlose Webcomic 'Das Leben ist kein Ponyhof' lässt seine Leser seit nunmehr zwei Jahren regelmäßig an den Erlebnissen einer ziemlich bunten WG teilnehmen. Sarah, das alter Ego der Zeichnerin Sarah Burrini, muss sich mit Ngumbe, Butterblume und El Pilzo eine Wohnung teilen. Entsprechend dem unterschiedlichen Naturell der Bewohner kommt es immer wieder zu den absurdesten Ereignissen. So sehr Sarah darunter leiden musste, so sehr erheiterte es bisher ihre Leser. Und da sie sich von all den Schikanen ihrer Mitbewohner nie hat unterkriegen lassen, gibt es nun den Ponyhof auch in gedruckter Form.

Schon beim Betreten der 'Lichtung' wurde man gleich von verschiedenen Auszügen aus den bisherigen Web-Episoden begrüßt. Neben den fertigen Episoden gab es auch jeweils die Originalskizze zu bewundern, welche schon durch ihre Größe und detailiertheit ein Zeugnis für die Arbeit ablegten, ie in den einzelnen Episoden steckt. Nach eigenen Worten hat sich die gelernte Mediengestalterin stark vom frankobelgischen Zeichenstil inspirieren lassen. Dass man sich als Leser daher immer wieder an die großen Comicreihen (Lucky Luke, Asterix, Spirou, etc.) aus der eigenen Jugend erinnert fühlt, verwundert daher wenig, auch wenn der Erzählstil naturgemäß ein gänzlich anderer ist. Statt großer Heldengeschichten steht hier der Alltag mit seinen kleinen und großen Nöten im Vordergrund, von der leidigen Schokoladensucht über Beziehungskummer unter Elefanten bis hin zu sich verselbstständigenden Frisuren wird hier alles bedient was einem so zustoßen kann, so surreal es anfangs auch wirken mag. Garniert wird das ganze noch mit einer ordentlichen Prise an Film- und Videospielreferenzen, damit auch die Nerds unter ihren Lesern zufrieden sind.

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Bei der Release-Party fand man die Comicautorin belagert von ihren Lesern und anderen kleineren und größeren Comiczeichnern aus der Gegend hinter einem kleinen Pult sitzend an dem sie fleißig signierte und die verschiedensten Zeichenwünsche umsetzte.

Wie nahezu alle Webcomiczeichner hat auch Sarah Burrini einen sehr direkten Draht zu ihren Lesern. Dass es bei steigenden Leserzahlen natürlich eine immer größere Zeitfrage wird, ob man den Diskussionen in der eigenen Kommentarspalte folgen kann, ist offensichtlich. Dennoch nimmt sich Sarah bis jetzt immer wieder die Zeit dazu, was ihr die Leser herzlich danken. Kritik bleibt natürlich nie aus, schließlich kann man es nie allen recht machen, aber der Ton bleibt meistens sehr freundlich und ist in Zeiten von Forentrollen und Flamewars ein schönes Beispiel dafür, dass es auch anders geht.

Als Rahmenprogramm für die Release-Party spielte Tommy Finke & Band auf und sorgte für die passende akustische Untermalung. Davor gab's als Überraschung noch einen kurzen Auftritt von Daniela Katzenberger. Auch wenn man die Songs von Tommy Finke beim ersten Hören vielleicht als zu melancholisch beurteilen möchte, so merkt man doch schnell, dass es garnicht um die Tiefen im Leben geht, sondern die Höhen die daraus entstehen. Und das ist schließlich auch eins der ewigen Themen in Sarah's Webcomic.

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Schnell fand man sich daher im Laufe des Abends im Gespräch mit den verschiedenen Lesern und Kollegen wieder, die alle ihre eigene Sicht auf Sarah's Ponyhof hatten, oder auch eigene Anekdoten schildern. In Zeiten digitaler Sozialvernetzung kann man den Ponyhof als digitalen Stammtisch betrachten, voll von Fremden Leuten, mit denen man sich aber doch irgendwie herzlichst versteht.

Die WG an sich ist schon seit geraumer Zeit ein gutes Beispiel für die Unwägbarkeiten, Probleme und Ärgernisse die einem im Leben erwarten. Gleichzeitig bieten die eigenen Mitbewohner aber auch den nötigen Halt den man braucht um diese Phasen durchzustehen, auch wenn die Mitbewohner manchmal gar selbst die Ursache für den Ärger sind. El Pilzo, Ngumbe und Butterblume und schließlich auch Sarah's Alter Ego selbst bilden da keine Ausnahme.

Sowohl im Gespräch mit Lesern als auch mit Sarah's Kollegen hörte man die verschiedensten Sichtweisen auf ihren Comic und auch diverse Anekdoten, doch beim Versuch den Inhalt ihrer Comics auf einen Punkt zu bringen, kam man immer wieder zum einhelligen Fazit: Das Leben ist nunmal kein Ponyhof. Damit gehört Sarah's Webcomic zu den wenigen deren Titel auch für Nichtkenner den Inhalt ihrer Strips einfach und direkt beschreiben. Wer nun neugierig geworden ist; die gedruckte Ausgabe des Ponyhofs gibt es in zwei Versionen im Onlineshop des Ponyhof zu kaufen. Wer sich erstmal einen Eindruck vom Buch machen will, kann dies am besten auf der Webseite vom Ponyhof selbst tun. Dienstag's und Donnerstag's gibt es immer eine neue Episode.

Wer mehr über die Person hinter dem Ponyhof erfahren will, wir haben uns die Comicautorin bei der Gelegenheit natürlich auch für ein Interview geschnappt, welches man in den nächsten Tagen hier beim Gorilla finden kann.

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Nachtrag:
'Das Leben ist kein Ponyhof' hat am vergangenen Wochenende auf dem Comic-Festival München den PENG!-Preis in der Kategorie 'Bester deutscher Online-Comic' erhalten. Die Gorilla-Crew gratuliert herzlichst zu dieser tollen Auszeichnung!

Text Copyright Alexander Lachwitz 2010

Bilder Copyright Alexander Lachwitz, Sarah Burrini

 
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