Advertisement

Gorilla des Monats

bernie 
Home arrow Archiv arrow Archiv arrow Filme arrow Filme 
ALL  |0-9  | A  | B  | C  | D  | E  | F  | G  | H  | I  | J  | K  | L  | M  | N  | O  | P  | Q  | R  | S  | T  | U  | V  | W  | X  | Y  | Z

Archiv arrow Filme arrow Filme

Batman Forever

Batman Forever von Anna-Selina Sander

Review:  Mitte der neunziger Jahre brach für die Filmfigur Batman eine neue Zeit an. Tim Burton gab den Regiestuhl an Joel Schumacher ab, und obwohl er noch als Produzent zum Filmteam gehörte, machte sich der Wandel in Batman Forever wie ein Paukenschlag bemerkbar. Der Bats der 90er ist bunt, grell und lebhaft. Aber ist er auch besser?


werbung

I believe in Harvey Dent

  

Batman ForeverUSA (1995)
Regie:
Joel Schumacher, Drehbuch: Lee Batchler, Janet Scott Batchler, Akiva Goldsman, Kamera: Stephen Goldblatt, Musik: Elliot Goldenthal, mit: Val Kilmer, Jim Carrey, Tommy Lee Jones, Nicole Kidman, Chris O'Donnell

Erschienen bei: Warner Bros.
Preis: ca. 25 €  Batman Forever (Special Edition) bei Amazon.de

Einen Batman-Schurken zu spielen scheint für viele Schauspieler ein Wunschtraum zu sein. Ist auch kein Wunder, schließlich bergen wahnsinnige Comicfiguren jede Menge Spaßpotenzial. Ebenso scheint es auch mit der Rolle des Dunklen Ritters selbst zu sein, zumindest spricht das Staraufgebot eines jeden Batman-Films dafür. Das beginnt im Jahre 1989 mit Keaton, Nicholson und Basinger und ist 2005 mit Bale, Oldman, Neeson und Caine noch lange nicht zuende. In Batman Forever stellt sich Val Kilmer im schwarzen Cape einer Allianz aus Finsterlingen, verkörpert von dem sich damals auf dem Weg zum bizarr hoch dotierten Superstar befindlichen Jim Carrey und dem Kinoveteranen Tommy Lee Jones. Die weiblche Hauptrolle spielt Nicole Kidman und den Sidekick Chris O'Donnell – so viele Namen haben auf einem Filmcover kaum Platz. Diese vermutlich sehr teure Besetzung zeigt aber, was für eine Rolle Batman in der US-amerikanischen Kultur spielt. Jeder der Schauspieler spricht begeistert und schwärmerisch von seiner Rolle, erzählt, wie er als Kind religiös die erste Batman TV-Serie in den 1960er Jahren verfolgt hat, berichtet, wie viel Spaß ihm das Ausrasten als Schurke gemacht hat und wie toll es ist, Batman geküsst zu haben. Batman-Filme sind zugleich Superstaraufgebote, was natürlich nicht automatisch für Qualität sprechen muss. Aber noch sind wir nicht bei Batman & Robin angelangt! Batman Forever ist quasi vor dem Abgrund noch einmal zum Stehen gekommen und hat sich und die Zuschauer noch einmal gerettet.

Nach einem unheimlich einfallslosen Vorspann beginnt der Film gleich mit einem spektakulären Einsatz des Dunklen Ritters. Two-Face, der mit Säure entstellte ehemalige Staatsanwalt Harvey Dent (Tommy Lee Jones), ist komplett zum rücksichtslosen Gangster geworden. Er hat in einem Bankgebäude einen Wachmann in seiner Gewalt und Batman (Val Kilmer), pünktlich am Tatort, geht ihm ebenfalls in die Falle. Er muss sich und den armen Mann aus einem sich mit Säure füllenden Tresor retten, der an einer Kette eine Runde durch die Luft geschleudert wird und all solche Scherze. Ohne mit der Wimper zu zucken macht sich der Held an die Arbeit und versucht noch, Two-Face in seinem Helikopter zu stellen, doch der Schurke entkommt. Die Fronten sind geklärt, der Krieg in vollem Gange.

Batman Forever

Diese erste Szene zeigt schon, wie sehr sich Two-Face zu einem wahnsinnigen Irren entwickelt hat. Er ist noch nicht lange in Gotham als Räuber zugange, doch hat er sich offensichtlich schon sehr gut in seine neue Rolle eingelebt.

Harvey Dent war ursprünglich ein Bezirksstaatsanwalt in Gotham City, der sehr eng mit Batman und Comissioner Gordon zusammengearbeitet hat und schwer daran zu knabbern hatte, wie verrucht und abgründig es in der Stadt zuging. Bei einer Gerichtsverhandlung wurde er Opfer eines Säureanschlags von dem angeklagten Gangsterboss Maroni, der sein Gesicht zur Hälfte entstellte. In Schumachers Film ist es nun das Glück bzw. Schicksal, das für ihn über alles entscheidet, und er macht jede seiner Handlungen von einem Münzwurf abhängig. Two-Face ist auch äußerlich brachial und sehr kreativ zwiegespalten, das Make-Up seiner verätzten Gesichtshälfte ist vermutlich ähnlich aufwändig gewesen wie das des Pinguin drei Jahre zuvor. Mit viel Liebe zum Detail wurde ihm auch ein abgefahrener Anzug designt, auf der einen Seite dezent schwarz, auf der anderen punkig bunt mit Ketten, Nieten und schickem lila Zebrafell. Batman kennt er ebenfalls noch, allerdings sieht er in ihm inzwischen natürlich den Erzfeind, der um jeden Preis vernichtet werden muss, und zwar so schnell wie möglich!

Am Tatort trifft Batman auf die attraktive Kriminalpsychologin Dr. Chase Meridian (Nicole Kidman), mit langem gelockten Blondhaar und blutroten Lippen, die keine Sekunde verschwendet und sich sofort derart aggressiv an ihn ranschmeißt, dass man sich schon Sorgen macht. Sie forscht auf dem Gebiet der Persönlichkeitsspaltung und ist wegen des Falles Two-Face nach Gotham beordert worden. Der Fall Batman jedoch interessiert sie weitaus mehr!

Anderntags besucht Bruce Wayne die Forschungsabteilung seiner Firma Wayne Enterprises, wo er schon sehnlichst von dem hochintelligenten Hirnforscher Edward Nygma (Jim Carrey) erwartet wird. Nygma verehrt Wayne zutiefst und will ihm sein eigenes Forschungsprojekt vorstellen, auf dass Wayne in eine Großproduktion investieren möge. Durch die Manipulation von Gehirnströmen transferiert die „Box“ Fernsehbilder direkt ins Hirn des Zuschauers, so dass dieser sich wie ein Teil der Sendung vorkommt. Wayne allerdings erteilt Nygma eine Absage – mit Hirnmanipulation will er nichts zu tun haben. Nygma ist zutiefst enttäuscht, als all seine Hoffnungen auf einen Schlag zunichte gemacht werden. Er schwört sich voller Verachtung: Wenn Wayne ihn nicht verstehen will, dann wird er dafür sorgen, dass sein Chef das für immer bereut!

Batman Forever

Letzterer hat inzwischen andere Sorgen: Das Batsignal ruft ihn und der Zuschauer wird Zeuge einer eindrucksvollen unterirdischen Transportkonstruktion vom Chefsessel in die Bathöhle. Allerdings handelt es sich um einen falschen Alarm: Chase hat ihn gerufen, um ihn endlich rumzukriegen. So wütend Batman auch im ersten Moment über den Batsignalmissbrauch sein mag, Chases offensive Anmache irritiert ihn doch sehr! Etwas wehmütig und verärgert denkt man an den Vorgängerfilm zurück, als sie vorschlägt, sich in schwarzes hautenges Leder zu schmeißen und mit einer Peitsche herumzuwedeln. Geh nach Hause, Chase.

Nygma ist indes voller Tatendrang und vollendet des nachts im Labor endlich seine Box. Als er vom Abteilungsleiter Fred erwischt wird, zieht er ihm kurzerhand mit der Kaffeekanne eins über und benutzt ihn als sein erstes Versuchsobjekt – mit vollem Erfolg! Nicht nur, dass die Fernsehbilderübertragung ins Gehirn funktioniert, Nygma kann mit einem Empfänger auch die Intelligenz seines Opfers absorbieren und seinen eigenen IQ damit erhöhen. Dummerweise droht sein Vorgesetzter mit Menschenrechtskommissionen und Kündigung, doch dazu kommt es leider nicht mehr. Die Überwachungskameras zeigen am nächsten Morgen, wie sich Fred singend aus dem Fenster in den Tod stürzt.

Nygma wird von Jim Carrey mit Herzblut und Leidenschaft gespielt. Kaum ein anderer Schauspieler verfügt über eine derartige Mimik, mit der er sich selbst mühelos in eine fleischgewordenen Comicfigur verwandelt. Der Übergang von dem verschüchterten Nerd zum vor Selbstbewusstsein strotzenden Kriminellen durch Waynes Abweisung vollzieht sich in einer einzigen Kameraeinstellung nur auf Carreys Gesicht.

Bruce Wayne findet an diesem Tag zwei große Umschläge mit hingebungsvoll gebastelten PopUp-Dioramen mit Rätselfragen. Die Antworten ergeben für ihn zunächst keinen Sinn, und so wendet er sich – natürlich – an Chase, um eine fachmännische Meinung einzuholen. Diese diagnostiziert dem Absender der Rätsel eine auf Wayne fixierte Besessenheit mit der Tendenz zur Mordlust. Völlig unbeeindruckt lädt Wayne Chase erstmal in eine Zirkusvorstellung im Gotham Hippodrome ein.

 

Die Hauptattraktion des Abends sind die Flying Graysons, eine vierköpfige Trapezkünstlerfamilie. Mitten in der Vorstellung platzt Two-Face in den Zirkus und fordert auf der Stelle die Auslieferung von Batman, am liebsten tot. Andernfalls gedenkt er eine Bombe zu zünden, die geradewegs aus Disneys Lustigen Taschenbüchern zu stammen scheint: Eine riesengroße rotschwarz gefärbte Metallkugel. Fehlt eigentlich nur noch die große, brennende Lunte.

Ungeachtet der völligen Idiotie dieses Vorhabens – wer sagt denn bitte, dass Batman zufällig anwesend ist? Kann ja sein, dass er grad in seiner Höhle vor sich hinbrütet! - versuchen die Graysons, die Bombe zu erreichen, die an einem Drahtseil immer höher in die Kuppel des Hippodrome gezogen wird. Der jüngste Sohn Dick schafft es, das Monstrum durch ein Loch im Dach in den Gotham River kullern zu lassen, doch seine Familie wird von Two-Face entdeckt und vom Hochseil heruntergeschossen. Die ganze Aktion wird live im Fernsehen übertragen, und auch Edward Nygma verfolgt begeistert Two-Faces Massaker. Sein Verbündeter ist gefunden!
Wer, wenn nicht Bruce Wayne, könnte das Schicksal des jungen Dick nachvollziehen? Schließlich musste auch er Zeuge eines Mordes an seinen Eltern sein. Er bietet Dick an, bei ihm einzuziehen, doch der Halbstarke beabsichtigt, sofort wieder auf sein Motorrad zu steigen und zu verschwinden, um Two-Face umzubringen. Waynes Warnung, dass dies den Schmerz nicht auslöschen, sondern nur noch vergrößern würde, stoßen auf Granit. Letztendlich kann er den Jungen allerdings mit den zwei- und vierrädrigen Argumenten in seiner großen Garage und einem warmen Mittagessen vorerst zum Bleiben überreden.

Nygma hat sich inzwischen eine adäquate Gangsteridentität zugelegt. Er schlägt als der Riddler in Two-Faces Geheimversteck auf, in einem grünen mit Fragezeichen bedruckten Catsuit, der passenden Melone und einem grauenhaften roten Bürstenhaarschnitt. Das Outfit würde Poison Ivy alle Ehre machen. Mit ordentlicher Schleimerei und einer Portion Glück trickst er Two-Face in ein Bündnis mit ihm: Letzterer organisiert mit seinen Raubzügen das nötige Startkapital für Nygmas eigene Firma für die Produktion der Box, und Riddler enthüllt ihm damit die Identität ihres gemeinsamen Feindes Batman! Dass er dadurch auch die ganze Stadt kontrollieren und seinen IQ in astronomische Höhen treiben kann, ist dabei natürlich ein praktischer Nebeneffekt. Ein guter Plan soweit, und sogar logisch.

Batman Forever

Die Box wird in großem Stil der Öffentlichkeit vorgestellt und findet bei der Gothamer Bevölkerung natürlich reißenden Absatz. (Wir kennen deren Begeisterungsfähigkeit ja bereits aus früheren Filmen.) Auf einer künstlichen Insel ragt bald darauf Riddlers grellgrünes Hauptquartier mit dem gigantischen Empfänger für die Gehirnströme der ganzen Stadt in den Nachthimmel, die ihn immer genialer, aber auch immer wahnsinniger werden lassen.

Natürlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Dick in Wayne Manor die Bathöhle entdeckt. Unter Alfreds Augen (!!!) mopst sich der Jungspund mal eben das Batmobil, rast damit fröhlich durch die Stadt und legt sich mit einer ganzen Straßengang an, aus der ihn Batman noch so gerade eben befreien kann. Dick gibt ihm daraufhin erstmal die Schuld am Tod seiner Eltern, bevor er sich ihm als Partner aufdrängt. Sein Plan ist so simpel wie hohl: Bats hilft ihm dabei, Two-Face zu finden, und Dick darf ihn dann umlegen. Spitzenmäßig, der Junge hat Batmans Arbeit sofort verstanden.
Nygma präsentiert unterdessen seine Box 2.0 auf einer protzigen Gala im Ritz Gotham, bei der natürlich auch Wayne eingeladen ist, um seine Niederlage öffentlich eingestehen zu müssen. Er präsentiert sich zwar als guter Verlierer, weigert sich jedoch, die neue Box auszuprobieren: Während die erste Version das Fernsehprogramm ins Gehirn transferierte, überträgt die neue Version nun umgekehrt die Wünsche und Gedanken der Nutzer auf die Leinwand!

Wayne ist trotzdem neugierig. Er lässt die Maschine von Nygmas Begleiterin Sugar (Drew Barrymore in der niedlichsten Rolle ihres Lebens) abstellen und betritt die Kabine. Selbstverständlich hat Sugar sie in der Zwischenzeit wieder hochgefahren und Wayne sitzt in der Falle. Two-Face hat die Nase voll von der Warterei und sprengt die Party. Er will endlich Batman umhauen – der sofort einen spektakulären Auftritt durch das Glasdach hinlegt. Das wars dann endgültig mit der Existenz in den Schatten von Gotham City. Batman ist zur Camwhore geworden. Two-Face flüchtet nach draußen und lockt Batman in die Kanalisation, wo ihm sein Kontrahent eine Falle gestellt hat, aus der er nur mit Hilfe von Dick wieder befreit wird, der plötzlich in seinem Artistenkostüm im Stil des 60er Jahre-Robins zur Stelle ist.

Wayne ist außer sich vor Wut über das Eingreifen von Dick und verweigert ihm nach wie vor jede Zusammenarbeit, doch der lässt sich nicht entmutigen und sucht bereits nach Namen. Einer seiner Vorschläge ist „Nightwing“, ein Name, den Dick Grayson in den Comics tatsächlich im Erwachsenenalter annehmen wird, um unabhängig von Batman für das Gute zu kämpfen.
Riddler hat Two-Face seinen Egotrip verziehen und führt ihm vor, was in Waynes Kopf herumfliegt: Fledermäuse. Jetzt endlich ist es Zeit für die Rache! An Halloween, Chase ist an diesem Abend in Wayne Manor zu Gast, schleichen sich die beiden Finsterlinge im Haus ein, schlagen Bruce nieder und entführen Chase. Riddler jagt euphorisch die Bathöhle in die Luft und hinterlässt, anstatt ihn gleich auf der Stelle umzulegen, eine letzte Herausforderung für unseren Helden. Die Batman-Schurken haben seit den 60er Jahren nichts, aber auch gar nichts hinzugelernt.
Wohl oder übel willigt Bruce nun in eine Zusammenarbeit mit Dick ein, der sich von Alfred einen glänzenden Kampfanzug anfertigen lässt und nun als Robin zusammen mit dem Dunklen Ritter den Schurken den Garaus machen will. Das Batboat und der Batwing sind als einzige von der Zerstörung verschont geblieben, und damit machen sich unsere Helden nun auf den Weg zu Nygmas Insel, um den Wahnsinn ein für alle mal zu stoppen!

Batman Forever

Batman Forever ist visuell eine 180°-Wendung im Vergleich zu Tim Burtons Kulissen. Er ist bunter, leuchtender und rasanter. Das Licht wird zu einem wesentlichen Gestaltungsmittel, mit dem die spektakulärsten Effekte erzielt werden. Dadurch und auch durch die Figuren entsteht der Eindruck einer Comicepisode aus den 1950er Jahren, in denen der Riddler ja zum ersten Mal als Schurke auftrat. Die Darstellung von Two-Face als wahnsinniger Gangster ohne den komplexen Harvey Dent-Hintergrund und des Riddlers als ebenso verrückter, schon sehr jokeresker David Bowie-Verschnitt lenken den Film noch weiter ins Episodenhafte. Man erwartet nach Ende des Films eigentlich, dass Two-Face sich irgendwie retten und Riddler aus dem Arkham Asylum ausbrechen konnte, um in der nächsten Folge wieder zu allen Schandtaten bereit zu sein.

Schauspielerisch arbeiten Carrey und Jones hervorragend als Schurkenpaar zusammen, werfen sich gegenseitig Bälle zu und reagieren selbst mit winzigen Bewegungen perfekt aufeinander.
Robin ist eine recht kontroverse Figur, in den Comics ist er ja, als er bei Batman in die Lehre geht, erst 12 Jahre alt, hier mindestens 20. Dicks Alter wurde aber bewusst so gewählt, um den Konflikt zwischen ihm und Batman besser ausarbeiten zu können und Dick selbständiger wirken zu lassen – was er natürlich nicht ist. Auch solche bescheuerten Szenen wie die Tour im Batmobil konnten dadurch realisiert werden. Wenn's denn sein muss.

Chase hingegen wurde etwas unbeholfen in die ganze Geschichte reingewühlt, um eine weibliche Hauptrolle zu haben. Sie trägt keinen wesentlichen Teil zur Geschichte bei, tritt vielmehr in die Vicki Vale-Tradition und ist am Ende wieder das Opfer, das gerettet werden muss. Starke Frauenfiguren mit einem Hintergrund voller Möglichkeiten wie seinerzeit Selina Kyle sucht man bei Schumacher vergebens. Hier geht es um Männerfehden, was aber eigentlich gar nicht schlimm ist, denn schließlich will man in einem Batman-Film, der so daherkommt wie Batman Forever, sehen, wie der Held die Schurken verdrischt. Mehr erwartet man bei dieser Comic-Optik nicht, und genau das kriegt man auch geliefert, mit jeder Menge Krachbumm.

Auf der Specials-DVD findet sich neben den Making ofs, der Helden- und Schurkengalerie und einem seltsamen Fernsehspecial mit dem Titel Why is Batman Forever?, moderiert von O'Donnell, auch ein „Hinter den Kulissen“-Feature, das sich mit dem Produktionsdesign und der Chefdesignerin Barbara Ling befasst. Diese hat bei dem Film eine beeindruckende Arbeit geleistet, denn die Kostüme der Figuren sind wirklich eine Erwähnung wert. Konträr zu den düsteren Erscheinungen in Burtons Filmen leuchten Lings Outfits in allen Farben, sind detailliert und aufwändig hergestellt. Beobachtet man zum Beispiel die Szene im Zirkus oder Nygmas Präsentation im Ritz genauer, zeigt sich erst ihre ganze Kreativität, mit der jeder der Artisten oder Musiker, die ja nur Statistenrollen spielen, ausgestattet ist. Das Batmobil ist inspiriert von H. R. Gigers organischen Designs, die Kampfanzüge von Batman und Robin sind ebenfalls voller Details und wirken fast metallisch mit ihrem glänzenden Material.

Wie eingangs bereits erwähnt, bewegt sich Batman Forever weit von den beiden Vorgängern weg und betritt gänzlich Neuland. So fällt es schwer, ihn als besser oder schlechter zu bezeichnen. Allerdings wandelt sich die Figur Batman deutlich zu einem strahlenden Superhelden und entfernt sich von den düsteren Ursprüngen und dem einstigen Charakterkonzept. Die eigentliche Aufgabe, die sich Batman stellt, nämlich durch die Angst, die er verbreitet, seinen Mythos zu kultivieren und in den Schatten zu agieren, wird unter Schumachers Regie zu einem lediglich dunkel gewandeten spektakulären Helden gegen das Böse, neonumleuchtet und auffällig.
Diese Interpretation ist natürlich Geschmackssache, aber sie funktioniert zumindest in Batman Forever noch ganz gut. Vielleicht war es Burtons Einfluss, der noch im Hintergrund mäanderte, man weiß es nicht. Der Film ist im großen und ganzen schlüssig und hapert nur an manchen Stellen, insgesamt ist es immer wieder ein Spaß, ihn anzusehen.
Was man von seinem Nachfolger hingegen ganz und gar nicht behaupten kann...

Verwandte Artikel:

Comic-Review: Batman: Das 100. Jahr
Film-Review: Batman
Film-Review: Batman Returns

Text Copyright Anna-Selina Sander 2008
Bilder Copyright Warner Bros.

 

werbung

I believe in Harvey Dent

 

 
© 2012 www.g-wie-gorilla.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.