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von Thomas Nickel
Review: Prier ist laut, ausfallend und streitlustig und zudem noch Heldin in einem der am meisten übersehenen Strategie-Titel auf der PS2 - der Vorgänger von Disgaea, Phantom Brave und Konsorten fand weiland nämlich genau die richtige Mischung aus Taktik und Story!
System: PS2 Japan (2002), Game Designer: Yoshitsuna Kobayashi, Character Designer and Art Director: Yoshiharu Nomura, Scenarios: Sohei Niikawa, Lead Programmer: Yoshitsuna Kobayashi, Graphics Director: Shinichi Ikeda, Music: Tenpei Sato Originaltitel: La Pucelle Entwickler: Nippon Ichi Erschienen bei: THQ Preis: ca. 20 € La Pucelle Tactics bei Amazon.de Prier ist laut, ausfallend und streitlustig – und die junge Dame hat große Pläne: Als angehende Dämonenjägerin ist es ihr erklärtes Ziel, zur von Allen verehrten Maiden of Light zu werden. Aber bis dahin gibt’s noch viel zu tun – zusammen mit ihrer Chefin Alouette, ihrem Bruder Culotte und weiteren Mitstreitern die sich während des Spiels zur Truppe gesellen löst ihr diverse Aufgaben im Paprika-Königreich – und meist laufen die darauf hinaus, dass ihr in den rundenbasierten Iso-Gefechten bissige Monster verhaut und grummelige Dämonen exorziert. Disgaea-kundige kommen schnell mit dem Kampfsystem von La Pucelle zurecht: Ihr zieht eure Kämpfer nacheinander und gebt Angriffsbefehle die ihr dann im Pulk oder einen nach dem anderen ausführen könnt. Doch wer nur grob reindrischt verpasst einiges: Als ausgebildete Exorzisten können Prier und Co. noch mehr. Auf den Schlachtfeldern befinden sich farbige Felder von denen Energie ausströmt – die können gereinigt werden. Stehen Gegner auf diesem Energiefluss wird ihnen Energie abgezogen, mit etwas Planung könnt ihr so mächtige Angriffskombos auslösen. Aber auch Gegner könnt ihr reinigen: Seid ihr erfolgreich schließen sich ehemalige Feinde eurer Truppe an und kämpfen fortan an eurer Seite.   Zwischen den Keilereien unternehmt ihr ausgedehnte Einkaufsbummel, trainiert eure Kampf-Menagerie und sammelt im Gespräch mit Passanten Informationen. Die können teilweise enorm Wichtig sein: Ihr könnt die meisten Kapitel auf verschiedene Arten abschließen und nur wer gewissenhaft spielt darf sich über ein Happy End freuen. Bei der deutschen Fassung von La Pucelle wurde wieder Sparkurs gefahren: Es gibt weder deutsche Sprecher noch deutsche Untertitel, auch auf einen 60HZ-Modus müssen wir verzichten, die in der US-Version schon vorhandene Zensur von christlicher Symbolik wurde auch hier beibehalten. Dafür ein herzhaftes "Pfui!!". Trotzdem ist La Pucelle ein tolles Spiel: Noch vor dem auf lange Sicht für Nicht-Hardcore-Strategen etwas drögen Disgaea hatte Nippon Ichi mit La Pucelle genau die richtige Balance gefunden. Disgaea und Phantom Brave waren für mich fast schon zuviel der Taktiererei, da bietet La Pucelle genau die richtige Mischung aus Strategie und Handlung. Die ist mal spannend, mal dramatisch, mal lustig und dank talentierter amerikanischer Sprecher auch ordentlich mitreißend, leider wurden abermals die in der US-Version noch vorhandenen Originalstimmen entfernt damit das Spiel auf eine billigere CD passt – dafür ein Pfui. Lob gibt’s dagegen für die Grafik: Die ist technisch zwar nicht umwerfend, aber die liebevoll gezeichneten 2D-Hintergründe und die flott animierten Sprites fügen sich wunderbar in das Gesamtbild ein. Trotz liebloser Pal-Anpassung ist La Pucelle Tactics so richtig empfehlenswert – das ideale Spiel für ausgedehnte Strategie-Abende im nassen Herbst.
Text Copyright Thomas Nickel Bilder Copyright Nippon Ichi |