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Sam & Max 2.03: Night of the Raving Dead

sam von Peter Clausen

Review: Willkommen in Stuttgart! Sam & Max machen einen Abstecher ins schöne Deutschland und treffen dabei auf selbstverliebte Vampire, verweste US-Präsidenten und untote Raver. Auch ohne Ecstasy wird diese teutonische Techno-Party zum echten Trip!

samSam & Max Season 2, Episode 3: Night of the Raving Dead

System: Windows PC
USA (2008), Produzent: Dan Connors, Konzept: Steve Purcell, Musik: Jared Emerson-Johnson, Designer: Dave Grossman, Brendan Q. Ferguson

"Aus einer subjektiven Perspektive hingegen hat mir diesmal ein wenig vom gewohnten Pepp gefehlt. Macht nichts - in wenigen Wochen beginnt schon das nächste Abenteuer und wie ich Sam & Max kenne, bin ich mir sicher, dass sie abermals eine komplett andere Richtung einschlagen."

Mit diesen Worten endete vor gut vier Wochen meine Review zu Sam & Max Episode 2.2.: Moai Better Blues. Aber Optimismus hin oder her, die Angst, dass die Entwickler von Telltale ihre besten Pointen inzwischen abgefeuert hätten, blieb bestehen. Wie nicht anders zu erwarten, waren derlei Befürchtungen aber Fehl am Platz. Seit ihrem politisch inkorrekten Ausflug nach Washington in der ersten Staffel haben der Hund und sein Karnickelkumpel keine dermaßen brillante Performance mehr aufs Parkett gelegt, wie bei ihrer aktuellen Exkursion in eine zombieverseuchte, Achtziger-Jahre-Disco im schönen Stuttgart.

Moment mal. Zombies? Stuttgart? Achtziger-Disco? Ganz recht, und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Angeführt werden die fauligen Untoten nämlich von einem prätenziösen Emo-Vampir mit dem wohlklingenden Namen Jürgen. Und dieser stellt sich mit seiner bedeutungsschwangeren Poesie, seiner narzistischen Selbstdarstellung und seinen pathetischen Weltbeherrschungsplänen nicht unbedingt als der formidabelste, mit Sicherheit aber als der unterhaltsamste Bösewicht heraus, mit dem sich Sam & Max seit ihrem Comeback rumgeschlagen haben. Und das scheint auch den Autoren klar gewesen zu sein, haben sie dem blasierten Blutsauger doch eine erfreulich große Rolle zugestanden. Selten hat es so großen Spaß gemacht, einen Antagonisten nach allen Regeln der Kunst zu demütigen.

samsam

Aber natürlich gibt es noch wesentlich mehr zu tun, als dem untoten Camp-Guru die Zähne zu ziehen. Von einer bizarren Paperboy-Parodie über eine pointierte Abrechnung mit moralisierenden US-Sitcoms bis hin zu einem überraschenden Perspektivenwechsel in die Welt der Zombies quillt das neue Abenteuer der Freelance Police vor absurden Ideen, gezielten One-Linern und cleveren Puzzles nur so über. Jene wurden nämlich ebenso gut entworfen und originell wie in den vorherigen Episoden. In welchem anderen Spiel kann man schon chronisch depressive Frankenstein-Monster mit frustrierten Workaholics verkuppeln, sich Shootouts mit reanimierten Bankräuberhänden liefern, Suizid begehen und trotzdem am Ende als triumphierender Sieger dastehen?

Sam & Max sind eben immer noch Unikate und man darf schon jetzt gespannt sein, in welche Richtung sich die Invasion der Untoten, die sich wie ein roter Faden durch die zweite Staffel zieht, entwickeln wird. In vier Wochen erfahren wir hoffentlich mehr ...

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Text Copyright Peter Clausen 2008
Bilder Copyright Telltale Games

 

 
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