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Autor: Kai Meyer
Erschienen bei: Loewe Verlag Preis: € 16,90 ISBN 3-7855-5741-8 Seit je her liebe ich ja Bücher, die im alten China spielen und wenn möglich noch mit Drachen zu tun haben. Carole Wilkinsons Hüterin des Drachen hat mich da eher enttäuscht, daher hab ich mich umso mehr gefreut, dass der Mann, der Fluch der Karibik mit seinen Wellenläufern fast übertroffen hat (fast. Er hatte keinen Johnny Depp.), seinem Schreibfluss keinen Riegel vorsetzt. Überhaupt frag ich mich ja, ob der Mann eigentlich isst oder schläft. Die Geschichte spielt um 1750 und hat traditionsgemäß am Anfang einen männlichen und einen weiblichen jugendlichen Hauptcharakter, deren Wege sich im Laufe der Geschichte kreuzen und vereinen. Das Mädchen ist in diesem Falle eine putzige Chinesin namens Nugua und ist einst als Menschenopfer den heiligen Drachen mit der Bitte um Regen vorgeworfen worden. Die Drachen haben sie - kopfschüttelnd über die Torheit der Menschen, ein Baby kann den Hunger eines Drachen doch nicht stillen - bei sich aufgenommen und sie fernab der Zivilisation als eine der Ihren aufgezogen. Was an ihr natürlich nicht spurlos vorbeigegangen ist. Nugua hält sich für einen Drachen, auch wenn sie nicht so aussieht. Dass sie das allerdings nur in ihrem Kopf ist, wird ihr schmerzlich bewusst, als die Drachen von einem Tag auf den anderen verschwunden sind und sie aufbricht, sie zu suchen... Mehrere Meilen über ihr lebt Niccolò Spini auf den Wolken. Das zu erklären würde hier den Rahmen sprengen, nur so viel sei gesagt: Ein gewisser Erfinder aus Florenz hat vor 250 Jahren die Möglichkeit entdeckt, mit Hilfe von Drachenatem Wolken zu verfestigen. Einer der ortsansässigen informellen Herrscher, dessen Nachname mit M anfängt, hat kurzerhand eine Gruppe von Outlaws und Anhängern um sich geschart und ein Leben auf den Wolken begonnen - ebenfalls weit von dem Rest der Menschheit entfernt. Da konnte er dann endlich mal ein richtiges Herrscheramt annehmen, der Fuchs. Jedenfalls geht mit dem Verschwinden der Drachen natürlich auch ihr Atem, der Aether, zur Neige - und die Wolkeninsel droht sich aufzulösen, verliert an Höhe und verkeilt sich zwischen drei Gebirgsgipfeln in China. Niccolò wird nun zur Erde geschickt, um neuen Aether zu besorgen - was ihm nicht ungelegen kommt, träumt er doch schon seit Jahren davon, die Insel endlich verlassen zu können. Doch noch ehe er auf Nugua und seine weiteren Begleiter trifft und sein Abenteuer richtig beginnt, wird er sich mehr als einmal wünschen, niemals einen Fuß auf die Erde gesetzt zu haben... HURRA!!! Florenz, Italien, Renaissance, China, Drachen, liebenswerte schrullige Typen in festgewachsenen Drachenkostümen, fliegende Schwertkämpferinnen, überirdisch schöne Magiermädchen, hünenhafte Prügelmönche, tollwütige Ents, eine verzweifelte Liebesgeschichte, jaaaaaaaaaa!!!! Wie wunderbar ist das denn bitte? Das Buch wurde (wie so viele andere, ich weiß ja) für mich allein geschrieben und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Obwohl ich Meyers Hauptinformationsquelle zumindest für die italienischen Namen schon längst zu kennen glaube (zieht Euch mal das GEO Epoche-Heft über die italienische Renaissance rein, da erkennt ihr auch den letzten Namen wieder. Frage mich, wann der alte Fundamentalist Savonarola vorkommt), sprüht dieses Werk mal wieder von Meyers ungebändigter Phantasie und Wortgewalt. Das Schöne an seinen Büchern ist ja, dass er sich nie an die Konventionen der Fantasy hält, mit denen sich die klassischen Autoren auf der sicheren Seite wähnen. Meyer erfindet jede seiner Erzählwelten neu, und das mache ihm mal einer nach. Auch, wenn der Loewe Verlag versucht, erneut unbemerkt die Preise für Meyers Bücher nach oben zu schrauben - es lohnt sich wahrhaftig, die unverschämten 17 Euro auszugeben. Teil 2 ist übrigens für Januar 2007 angekündigt. Text Copyright 2006 Anna-Selina Sander Coverartwork Copyright Loewe Verlag
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