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Gorilla des Monats

bernie 
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The House of the Dead: Overkill
hotdSystem: Wii
UK
(2009)

Entwickler: Headstrong
Erschienen bei: Sega

The House of the Dead ist eine durch und durch trashige Serie. Billiges Setting, haarsträubende Dialoge und nicht zuletzt ein unfreiwillig komischer Kinofilm von König Boll können schon gut darüber wegtäuschen, dass die Reihe eigentlich ne ganze Menge Spaß macht und sinnentlehrten Zombie-Spaß vom feinsten bietet. Was ist also zu tun, um die Serie interessant zu halten? In Segas Fall hat man sich für die Flucht nach Vorne entschieden. Das britische Entwicklerhaus Headstrong Games, früher mal als Kuju Entertainment bekannt, hatte nach offensichtlich ausführlichem Tarantino-Filmgenuss genau die richtige Idee: Warum inszeniert man den trashigen Zombie-Shooter nicht als trashigen Grindhouse-Film?

Und nachdem die Sega-Oberen in Japan überzeugt waren gings direkt los: Die nächtlichen B-Movie-Sessions der Entwickler müssen lang und hart gewesen sein, haben sich aber ausgezahlt. Jeder der sieben langen Levels des Spiel ist als eigener Film inszeniert und bedient sich bei allen Klischees: Ein Krankenhaus voller mutierter Schwestern, ein Treck durch einen Trailerpark in den Sümpfen, ein monsterverseuchtes Herrenhaus und eine witzig-böse Tour durch einen Jahrmarkt voller zombiefizierter Clowns stehen auf dem Programm, komplett mit schmierigem Intro und toll gestalteten Filmplakaten.

Der Grindhouse-Look kommt dabei der Wii-Hardware dankbar entgegen. High-Res Texturen werden nicht vermisst, wenn die Grafik sowieso körnig aussehen soll und künstliche Störeffekten tatsächliche Schwächen gnädig überdecken. Die Akustik geht völlig in Ordnung: Die englischen Sprecher betreiben souveränes Overacting, die Gegner stöhnen und jaulen, Schüsse krachen ordentlich und die Musik unterstreicht die B-Movie-Atmosphäre gekonnt.

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Natürlich ist atmosphärisch nicht jeder Schuss ein Treffer: Auch wenn die humorigen Dialoge mit denen die Hauptfiguren Agent G (Weissbrot im Anzug) und Isaac Washington (Gewinner des letztjährigen Samuel L. Jackson Lookalike-Contests) die Ballerei auflockern oft tatsächlich durch Schlagfertigkeit glänzen wirkt Washingtons permanentes Gefluche manchmal doch etwas zuviel des Guten - der Knabe benutzt das schöne Wort Fuck (herrlich, wie die professionellen US-Review-Seiten sich um die Verwundung des "F-Words" drücken) im wahrsten Sinne des Wortes als Interpunktion. Manchmal ist das okay, manchmal wiederum scheinen die Pferde ein wenig mit den Schreibern durchgegangen zu sein. Auch die Titelsequenz, die ganz besonders dreist bei Quentin Tarantinos Filmen klaut mag ausgesprochene Filmliebhaber etwas irritieren. Aber Schwamm drüber, die tolle Spielbarkeit reißt das locker wieder raus.



Denn so nett Grindhouse-Ansatz an sich auch ist, ohne gute Spielbarkeit nützt der trotzdem niemandem etwas. Und hier hat Headstrong Games seine Hausaufgaben gemacht. Denn The House of the Dead: Overkill ist nicht nur umfangreich, es spielt sich auch angenehm flott und hat vor allem Replay-Value satt. Jeder Level wird bewertet, die Bewertung wird in Bargeld umgerechnet und mit diesem Bargeld gehts dann zum Waffenshop: Hier könnt ihr zum einen eure Waffen Aufrüsten. Größeres Magazin, mehr Wumm oder schnelleres Nachladen machen die Levels im zweiten Durchgang gleich viel einfacher. Zum anderen könnt ihr aber auch komplett Aufrüsten und gleich einen neuen Ballermann kaufen: Mit Maschinenpistole oder der guten, alten Shotgun macht das Mutanten-Zerschroten gleich nochmal soviel Spaß.

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Besonders die Shotgun ist ein wahres Kombo-Monster: Da sie dicke Durchschlagkraft mit einer sehr gnädigen Zielerfassung verbindet häuft ihr so schnell abnorm große Punktemengen an, lediglich die etwas wilde Kamera in späteren Levels macht euch dann noch einen Strich durch die Rechnung: Ein schneller Schwenk, und ihr verfehlt euer fauliges Ziel und der Punkte-Multiplikator ist dahin. Ärgerlich, daran hätte man noch ein wenig feilen können. Bei besonders aufwändigen Effekten, vor allem wenn es brennt und raucht, geht auch mal die Framerate in die Knie, im Eifer des Gefechts ist das aber sehr verschmerzbar.

So hat Headstrong Games das Haus der Toten auf ebenso motivierende wie kreative Art und Weise wieder zum Leben erweckt und Wii-Fans endlich mal wieder ein richtig gutes, zölliges Actionspiel beschehrt: Overkill ist einer der umfangreichsten und motivierendsten Pistolenshooter die wir je gespielt haben, die Zielgenauigkeit mit WiiMote ist über jeden Zweifel erhaben und die trashige Grindhouse-Atmosphäre passt wie die Faust aufs Auge. Ein Deutschland-Release ist momentan noch nicht sicher, die USK begutachtet das Spiel noch einmal: Wenn sie das herrlich alberne Geballer durchwinkt, dann können wir in wenigen Wochen mit dem offiziellen Release rechnen, wenn nicht, dann greift besser schnell ab nächsten Freitag im europäischen Ausland zu, bevor die Staatsgewalt das tut und die Importe mal wieder teurer werden.

Text Copyright Thomas Nickel 2009
Bilder Copyright Sega

 
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