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Gorilla des Monats

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Leisure Suit Larry: Box Office Bust

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von Fabian Käufer

System: PC, PS3, XBox 360
UK
(2009)

Entwickler: Team 17
Erschienen bei: Codemasters

Preis: ca. 30 € Leisure Suit Larry: Box Office Bust bei Amazon.de

Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei Al Lowe. Als wir den sympathischen Spielemacher im Ruhestand vor zwei Jahren interviewten, hatte das dümmliche Magna Cum Laude den Namen von Lowes einstiger Adventure-Institution Leisure Suit Larry bereits in den Schmutz gezogen. Wie sich die Serie aber im neuesten Ableger 2009 präsentiert, ist schlicht erschütternd und dürfte Lowe endgültig die Tränen in die Augen treiben.

Erste Erkenntnis, als wir Box Office Bust erhalten: Programmiert von Team 17. Die Briten haben sich Anfang der 90er Jahre immerhin am Amiga mit Titeln wie Alien Breed, Project-X und schließlich Worms einen Namen gemacht. Und später? Da wäre Worms 2. Und Worms Blast. Worms World Party nicht zu vergessen. Angesichts von Box Office Bust müssen wir nun deutlich sagen: Team 17 hätte sich auch weiterhin an die Würmer halten sollen – da hätten sie niemals so viel vermurksen können.

Wir starten das Spiel: Die Hauptrolle spielt wie schon in Magna Cum Laude Larry Loveage, der Neffe des einstigen Serienhelden Larry Laffer. Das bedeutet aber nicht, dass man dem Ur-Larry einen Auftritt erspart hätte: Er reiht sich als Nebendarsteller in die Riege der unfassbar hässlichen und unliebenswerten Polygon-Fratzen von Box Office Bust ein. Der alte Larry gibt einen wider Erwarten reich gewordenen Filmboss und trägt seinem Neffen auf, sich auf dem Studiogelände nach einem Maulwurf umzusehen, der angeblich mit der Konkurrenz Geschäfte macht.

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Also dackelt der notgeile Held durch die jämmerlichen 3D-Kulissen des erneut natürlich nicht als klassisches Adventure, sondern als Hüpf-Action-Mix inszenierten Spiels. Larry erledigt Botengänge, entfernt Graffitis und knipst Bilder von sonnenbadenden Lesben. Während der triebhafte Einfaltspinsel daran Freude zu haben scheint, fragt man sich als Spieler schon bald, was die anspruchslose Minimalbeschäftigung eigentlich soll. Aber halt, schon bald bietet sich ja die Möglichkeit, tatsächlich in vor Ort produzierten Filmen mitzuwirken. Was vermutlich mal als lustige Aneinanderreihung simpler Minispiele konzipiert wurde, reißt das Spiel dann aber richtig rein. Egal, ob Klettern, Springen, Faustkämpfe, Ballereien oder Schleicheinlagen – jedes Spielelement wurde über die Grenzen der Erträglichkeit hinaus vergeigt.

Die Steuerung kommt zwar mit wenigen Tasten aus, ist in vielen Fällen aber furchtbar ungenau und führt zusammen mit zahlreichen auffallend unsauber programmierten Stellen zu einem Wechselbad aus Fluchen und Kopfschütteln, aber auch einigen Lachern – ob des völligen Versagens der Entwickler. Es liegt an der seltsamen Faszination, die von solch sagenhaftem Trash ausgeht, dass man Box Office Bust nicht schon nach kurzer Zeit entgeistert aus dem Laufwerk fingert und in die unterste Schublade des Spieleschranks feuert. Dort würde es sich aber zweifellos wohl fühlen, der „Humor“ des Spiels ist nämlich auch schon da. Während die Larry-Adventures früher schlüpfrige, aber dennoch charmante Geschichten erzählen, wird hier einfach ohne jegliches Gefühl für Sprache, Timing oder Menschenverstand eine dreckige Zote nach der anderen über ein ohnehin schon bemitleidenswertes Machwerk gekippt.

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Zusätzlich verärgern neben den in Rekordzeit ermüdenden Sexwitzchen auch die ständigen Beleidigungen und Schimpfwörter, die sich die Charaktere um die Ohren hauen. Es spielt keine Rolle, ob Postmann, Hausmeister, Regisseur oder Schauspieler – sie alle sprechen eine erbärmlich primitive Sprache.

So schafft Leisure Suit Larry: Box Office Bust das Kunststück, sowohl spielerisch als auch audiovisuell komplett zu versagen. Das einst Larry 7: Yacht nach Liebe! beiliegende CyberSniff 2000 wäre die optimale Beilage für diesen Titel gewesen. Um werknahe Düfte wie „Furz“ und „Fisch“ ergänzt, hätte die „Rubbel und Riech“-Karte Box Office Bust endgültig zu einem mit allen Sinnen hassenswerten Spiel gemacht, das nach Leibeskräften auf seiner Lizenz herumtrampelt. Armer Al.

Text Copyright Fabian Käufer 2009
Bilder Copyright Codemasters

 
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