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bernie 
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Doomsday – Tag der Rache
doomsdayvon Konrad Feldschmid

UK/ USA/ Südafrika/ Deutschland (2008) , Regie: Neil Marshall, Drehbuch: Neil Marshall, Kamera: Sam McCurdy, Musik: Tyler Bates, Darsteller: Rhona Mitra, Bob Hoskins, Craig Conway, MyAnna Buring, Adrian Lester, Alexander Siddig

erschienen bei: Concorde
Preis: ca. 19€ Doomsday - Tag der Rache bei Amazon.de

Doomsday wird häufig vorgeworfen, er würde stark von anderen Filmen kopieren, wäre wenig innovativ und böte nur eine schon hundert Mal gesehene Geschichte. Das stimmt auch – nichtsdestotrotz ist Doomsday eigen. Wie kommt's?

Doomsday setzt ein im Schottland des Jahres 2008: Ein tödlicher Virus – genannt Reaper – bricht aus und greift schnell um sich, Gegenmittel oder Impfstoffe gibt es nicht. Die Regierung Englands weiß sich nicht anders zu helfen, als Schottland vom Rest der Insel abzuschotten und die Menschen hinter einer streng bewachten Mauer elendig krepieren zu lassen.

Knapp dreißig Jahre später denkt fast niemand mehr an das Land hinter der Mauer, von der Landkarte ist es zwar nicht verschwunden, aus den Köpfen der Engländer aber schon; diese sind mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Doch da taucht das Virus wieder auf, diesmal in London. Daraufhin rekrutiert die Regierung einige Soldaten und Wissenschaftler, denen sie eröffnet, dass es ein Heilmittel geben könnte. Satellitenaufnahmen beweisen nämlich, es leben noch Menschen hinter der Mauer, was die Vermutung nahe legt, irgendjemand dort hat einen Weg gefunden, das Virus aufzuhalten. Also wird das Team losgeschickt, um nach dem Heilmittel zu suchen. 

doomsday

So weit, so bekannt. Daran ändert sich auch im weiteren Verlauf des Films nichts, die Story bleibt banal und wenig überraschend. Je weiter der Film fortschreitet, desto klarer wird aber auch: Doomsday ist kein bloßer Abklatsch. Neil Marshall bedient sich zwar bei einer ganzen Reihe von Filmklassikern, ahmt diese aber nicht einfach nur nach, sondern verwendet das Zitat ganz bewusst als Stilmittel. Keinesfalls versucht er, seine Referenzen – wie etwa die Mad Max-Filme und die Klapperschlange – zu vertuschen oder zu kaschieren, er legt sie im Gegenteil offen, verweist deutlich erkennbar auf sie und zollt ihnen dadurch Respekt.


Der trashige Science-Fiction-Action-Thriller hat aber noch mehr zu bieten. Besonders faszinierend ist, wie Marshall ganz verschiedene Welten aufeinanderprallen lässt. Da gibt es die einsamen Landstriche, in denen nur noch Kühe unterwegs sind und Vögel nach den Überresten toter Menschen picken; dann das heruntergekommene Glasgow, wo eine Gruppe von Punks ausgelassene Feste feiert, auf denen Menschen verspeist werden; auch eine Burg kommt vor mitsamt mittelalterlich gekleideten Bewohnern und bestens ausgestatteten Rittern; und schließlich ist da noch eine abgedrehte Verfolgungsjagd, die das Team – oder was davon übrig ist – in einem schicken Sportwagen bestreitet.

doomsday

Man kann dem Film vorwerfen, dass das alles nicht so richtig zusammenpasst. Man kann ihm auch vorwerfen, dass das alles überhaupt keinen Sinn macht. Man kann es aber auch lassen, den Film nehmen wie er ist und viel Spaß daran haben.

Wobei: Den Film nehmen wie er ist, kann man hierzulande leider nicht. Doomsday fiel der Zensur zum Opfer und wurde massiv geschnitten. Oft fehlen nur wenige Sekunden, in denen viel Blut fließt. Es wurden aber auch längere Teile entfernt, insbesondere alle Szenen, die das Thema Kannibalismus behandeln – worunter vor allem der Abschnitt in Glasgow leidet. Davon abgesehen ist der Film auch geschnitten nachvollziehbar, ärgerlich bleibt es trotzdem.

Text Copyright Konrad Feldschmid 2009

Bilder Copyright Concorde

 
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