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Flight of the Conchords
conchordsvon Frederik Wilhelmi

USA (2007-2009)

Umfang: 2 Staffeln, 22 Episoden, Buch: James Bobin, Jemaine Clement, Bret McKenzie u.a. Regie: Joe Chappelle,Ernest R. Dickersonr u.a. Darsteller: Jemaine Clement, Bret McKenzie, Rhys Darby, Kristen Schaal, Arj Barker

Erschienen bei: HBO
Preis: ca. 30 € Flight Of The Conchords bei Amazon.de

Beginnen wir die Rezension mit einem blödsinnigen Vergleich. Flight of the Conchords ist wie die Monty Phytons mit Musik. Totaler Quatsch. 1. Kann man den Phytons keinen Mangel an musikalischen Einlagen vorwerfen und zweitens ist der Humor von Flight of the Conchords irgendwie anders. Abgedreht: Ja, aber leiser. Keineswegs subtil, aber auch keine humoristischen Hammerschläge. Streckenweise sinnfrei, aber niemals sinnlos, wenn das für den geneigten Leser irgendeinen Sinn ergibt. Flight of the Conchords ist ein bisschen wie eine Tankstelle in Saudi Arabien. OK?

Vor allem aber ist Flight of the Conchords die Geschichte des viertberühmtesten „guitar-based digi-bongo acapella-rap-funk-comedy folk duo“ (Eigenwerbung) Neuseelands, die nach New York kommen um ihren Durchbruch zu schaffen.

Überraschenderweise ist der Name dieser Band ebenfalls Flight of the Conchords und vor der Fernsehserie des Senders HBO gab es eine Radiosendung mit dem Namen... Erraten. Diese Radiosendung stammt (wie alles Gute auf dieser Welt) von der BBC, lief dort 2006 und offensichtlich veranlasste ihr Erfolg Jemaine Clement und Bret McKenzie, die nicht nur das Folk Duo selbst, sondern auch die Schreiber der Show sind, daraus einer Fernsehserie zu machen. Und glücklicherweise gab es bei dem amerikanischen Sender HBO (der auch viele gute Dinge in die Welt gesetzt hat - siehe The Wire) ein paar Verantwortliche, die diesen verrückten Plan unterstützten.

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Und so finden sich Bret und Jermain in einer ranzigen Bude im Big Apple wieder und mühen sich von einem kleinem Auftritt in einer Kellerspelunke, zu einem weiteren, kleinem Auftritt in einer Kellerspelunke. Diese Auftritte werden von ihrem Manager Murray (Genial: Rhys Darby) etwas zu optimistisch als Gigs bezeichnet, was um so realitätsverdrängender wirkt, wenn man bedenkt, dass sie meist nur 2 Zuschauer haben und er selbst einer von beiden ist. Der andere ist eine Sie und eine psychopathische Stalkerin namens Mel (auch genial: Kirsten Schaal), die von ihrem gutmütigen Gatten durch die halbe Stadt gefahren wird, damit sie ihren Idolen jederzeit und überall auflauern kann.

Die Band trifft sich regelmäßig im Murrays Büro der nebenher auch noch der stellvertretenden Kulturattaché des neuseeländischen Konsulats ist. Hier führt Murray genau Buch über die anwesenden Bandmitglieder, dem Bandvermögen (6 $ (ursprünglich 10 $, aber Murray kaufte eine kleine Truhe, um das Geld aufzubewahren)), der „Fanbase“ (Mel und Murray) und über eigentlich alles andere auch (u.a. eine graphische Darstellung der freundschaftlichen Entwicklung zwischen Murray und der Band). Man könnte stundenlang weitere kleine Geschichte aus den zwei Staffeln Flight of the Conchords erzählen und zumindest ich würde mich dabei köstlich amüsieren, (einmal zB investiert Murray das Geld der Band und kauft Bret und Jermain einen Stern, nur um wenig später zu erfahren, dass einer der Sterne schon vor einigen Millonen Jahren explodierte) aber auch die lustigsten Szenen wirken nur halb so toll ohne die knochentrockene Darstellung der sympathischen Verlieren durch das hervorragende Ensemble.

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Unterbrochen werden die Geschichten immer von kleinen Musikeinlagen. Flight of the Conchords hat sich inoffiziell wohl vorgenommen, eine Reise durch alle möglichen Stile und Epochen der Popmusik zu machen, denn in der Serie sind sie alle repräsentiert. Da gibt es Musical-Einlagen, Dancehall Stücke und Liebesballaden. Alles wird einmal aufgegriffen und angemessen parodiert. Es lohnt sich daher also durchaus das Album der Flight of the Conchords zu kaufen.

Das mag auch darüber hinwegtrösten, dass es wahrscheinlich bei zwei ausgezeichneten Staffeln bleiben wird. Gerüchte besagen, dass Bret und Jermain schon bei der zweiten Staffel sehr unter dem zweiten Album Syndrom litten und eine Dritte Staffel nur angehen wollen, wenn sie ihnen aus der Feder fließt. Daher kann man also jeden beneiden dem die Serie noch neu und unbekannt ist und dem 2 Staffeln Spaß bevorstehen. In diesem Sinne: Have Fun in New Zealand: It rocks!

Text Copyright Frederik Wilhelmi

Bilder Copyright HBO

 
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