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von Thomas Nickel Endlich wieder Virtual Console-Nachschub. Auch wenn es wieder mal nur ein Spiel gibt, so ist das doch absolut willkommen. Segas famoser 16-Bit-Klassiker The Revenge of Shinobi war die erste echte Killer Application des Mega Drive und wartet mit einem famosen Soundtrack von Yuzo Koshiro auf. Der Virtual Console-Release stellt jetzt die erste Wiederveröffentlichung für die aktuell gängigen Systeme dar - wir mussten auch lange genug drauf warten... The Revenge of Shinobi  System: Mega Drive Japan (1989), Producer / Program Coordinator: Yamaichi, Chief Designer: Shizuoka Taro, Designer: M. Suzuki, Ban., Programmers: Mizoran, Kottsu, Sound Coordinator / Sound Programmer: Tokuhiko Uwabo, Music Composer: Yuzo Koshiro Entwickler: Sega Preis: 800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€) 1989 war The Revenge of Shinobi oder The Super Shinobi, wie das Spiel im japanischen Original heißt der lang erwartete Mega Drive-Vorzeigetitel. Bisher mussten vor allem kompetente, aber immer noch nicht wirklich exakte Automaten-Konvertierungen wie Golden Axe oder Altered Beast als bestes Kaufargument für den 16-Bitter herhalten, mit dem exklusiv für das Mega Drive entwickelten Shinobi war das vorbei. Denn das Ninja-Abenteuer stellt in Sachen Umfang, Spielbarkeit und Präsentation so manchen hochgezüchteten Arcade-Titel gnadenlos in den Schatten und war zweifelsohne Segas erste große Killer-Application. Soviel zum geschichtlichen Hintergrund. Aber macht The Revenge of Shinobi heute tatsächlich noch Spaß?  Zunächst stehen die Zeichen nicht so gut... Schon bei seinem Erscheinen war Shinobi eher eine langsame, bedächtige Angelegenheit. Der weiße Ninja bewegt sich mit sehr gemäßigtem Tempo durch die Levels, die Gegner sind ebenfalls nicht allzu flott unterwegs und zudem war der Schwierigeitsgrad schon damals enorm fordernd, nach heutigen Maßstäben kann man The Revenge of Shinobi auch gleich direkt als "schweineschwer" bezeichnen. Aber nach kurzer Spielzeit fügen sich die nach heutigen Maßstäben eigentlich so kritikwürdigen Elemente auf einmal wieder ineinander und Shinobi zieht den Spieler immer mehr in seinen Bann. Die absolut punktgenaue Steuerung und ein sehr durchdachter Levelaufbau sorgen für ein exzellentes Spielgefühl und die Präsentation kann auch 18 Jahre nach dem Erstrelease noch überzeugen.
Die für damalige Verhältnisse beeindruckend großen Sprites und die oft absolut fantastischen Hintergründe die immer wieder überrschend viel aus den 64 Farben des Mega Drive herausholen geben dem Spiel viel Atmosphäre, die wahre Star ist aber Yuzo Koshiros Soundtrack. Durch den geringen Umfang des Moduls - das ganze umfangreiche Abenteuer kommt mit 4Mbit aus - wurde die Audioqualität teilweise vielleicht etwas stark in Mitleidenschaft gezogen, aber die Kompositionen sind einfach fantastisch. Koshiro schlägt sich quer durch zahllose Stilrichtungen und untermalt jeden Level absolut treffend. Wer sich generell für Videospielmusik interessiert sollte The Revenge of Shinobi schon alleine für seinen Soundtrack gespielt haben. Aber The Revenge of Shinobi bringt noch mehr Videospiel-Historie mit sich: Oder kennt jemand ein anderes Spiel, in dem Godzilla, der unglaubliche Hulk, Spider-Man und Batman aus Endgegner auftreten? Oder in dem ihr John Rambo über den Weg lauft? Und in dem euch Sonny Chiba im Intro entgegenschaut? Offenbar hat es Sega damals mit dem Thema Copyrights nicht allzu genau genommen. Dementsprechend gibt es von The Revenge of Shinobi gleich mehrere Versionen. So wurde beispielsweise Batman später gegen ein Fledermausmonster ausgetauscht und Spider-Man wurde zumindest dann mit einem Copyright versehen. Aber so oder so, egal wie geschichtlich relevant und wichtig der erste Mega Drive Shinobi auch ist, der springende Punkt ist, dass er auch heute noch super funktioniert und jede Menge Spaß bringt. Hat man sich an die gemächliche Geschwindigkeit gewöhnt und den kniffligen Doppelsprung erlernt, dann erlebt man ein anspruchsvolles, forderndes und audiovisuell immer noch durch und durch stimmiges Actionspiel wie man sie heute einfach nicht mehr herstellt. Und hier ist auch der Virtual Console-Release mehr als willkommen, war doch The Revenge of Shinobi stets der Titel, den wir in den letzten Mega Drive-Sammlungen vermisst haben. Schön, dass dieser Klassiker jetzt wieder erhältlich ist. Wenn es jetzt nur noch einen 60HZ-Modus gäbe... Verwandte Artikel: Wii Virtual Console Check-Archiv Text Copyright 2009 Thomas Nickel Screenshots Copyright Sega |