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Gorilla des Monats

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Virtual Console Vol. 109

von Thomas Nickel

Wieder einmal gibt es nur ein Spiel für Virtual Console. Aber zumindest ist das interessant. Phantasy Star ist eines der progressivsten und komplexesten 8-Bit-RPGs und führte bei seinem Erscheinen 1988 die gesammte Dragon Quest und Final Fantasy Konkurrenz ordentlich vor. Ob das heute auch noch funktioniert..?

Phantasy Star

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System: Master System
Japan (1988), Design: Rieko Kodama, Programmierung: Yuji Naka, Musik: Tokuhiko Uwabo 

Entwickler: Sega
Preis: 500 Wii-Punkte (entspricht 5,-€)

Während in anderev RPGs der 80er Jahren brav die üblichen Fantasy-Klischees durchexerziert wurden bis am Ende schließlich die obligatorische Prinzessin gerettet war konnte sich Segas Rieko Kodama (die wir hier interviewt haben) damit nicht so recht anfreunden. Die junge Designerin hatte nicht nur größere Pläne, sie hatte für ihr Projekt Phantasy Star vor allem mal völlig freie Hand und einen ehrgeizigen, jungen Programmierer namens Yuji Naka (auch mit ihm haben wir schon gesprochen) an ihrer Seite. So wurde Phantasy Star ein RPG mit Science Fiction Setting, technisch sauber scrollenden First-Person-Dungeons und natürlich Alys Landale, einer starken, weiblichen Heldin die sich nicht mit der Rolle der braven Heilerin begnügte, sondern mit Schwert und praktischer Kleidung direkt die Hauptrolle übernahm. Dazu kamen drei verschiedene Planeten, dutzende toll animierter Monster und eine interessante Viererparty. All das machte das 4 Mbit starke Phantasy Star 1988 zu einem echten Monster von Rollenspiel.

Und das ist es auch heute noch, auch wenn sich das Genre seitdem natürlich stark geändert hat. Alis, Odin, Myau und Noah haben nicht allzu viel Dialog, die meiste Zeit verbringen sie beim Schlachten von Monstern auf der Jagd nach mehr Erfahrungspunkten und Geld. Der Schwierigkeitsgrad ist hoch, ohne ordentliches Leveln seht ihr kaum Land. Dazu müsst ihr in den Dungeons fleißig Karten zeichnen - einen Luxus wie eine Automap-Funktion gab es damals natürlich nicht nicht. Dafür sorgt die Übersetzung immer mal wieder für Verwunderung - schnell fragt man sich, was ein "First Food"-Shop eigentlich sein soll, bis einem schließlich dämmert, dass es im Original wohl einfach "Fast Food" hieß!

Natürlich kann man über Phantasy Star noch viel mehr schreiben - und genau das haben wir in unserer Phantasy Star Retrospektive auch getan. Ob der Download jetzt lohnt? Im Grunde schon, bekommt ihr für 5 Euro doch einen echten, sehr umfangreichen Klassikern der Veteranen der Vor-Final Fantasy VII-Zeit mit er richtigen Einstellung immer noch Spaß bringen wird. ABER: Momentan gibt es Phantasy Star noch in drei anderen Varianten auf anderen Systemen.Wer es gerne tragbar hat, der sucht sich die Phantasy Star Collection für den GameBoy Advance. Wer lieber an der Konsole spielt freut sich, dass sich Phantasy Star auch auf der aktuellen Sega Mega Drive Ultimate Collection für PS3 und Xbox360 befindet. Der wahre Genießer greift aber zur Phantasy Star Complete Collection für die PS2 - da sind nicht nur alle Teile der Serie im original 240p-Modus vertreten, sie bietet auch (obwohl sie nur in Japan erschienen ist) englische Texte. Und was besonders nett ist: Im Menü dürft ihr die behäbige Laufgeschwindigkeit erhöhren und den gnadenlosen Schwierigkeitsgrad etwas abmildern - weniger Zufallskämpfe und mehr Erfahrungspunkte machen das Spiel nach heutigen Maßstäben gleich viel genießbarer. Aber gut - wer auf diese Varianten keinen Zugriff hat, der macht auch mit der 5 Euro teuren Virtual Console-Fassung trotz 50HZ keinen Fehler.

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Text Copyright 2009 Thomas Nickel
Screenshots Copyright Sega
 
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