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Moon
moonvon Konrad Feldschmid

UK (2009)

Regie: Duncan Jones, Drehbuch: Duncan Jones, Nathan Parker, Kamera: Gary Shaw, Musik: Clint Mansell, Darsteller: Sam Rockwell, Kevin Spacey (Sprechrolle als Gerty), Dominique McElligott, Kaya Scodelario

Bei Science Fiction Filmen mit geringem Budget bin ich immer ein wenig vorsichtig. Ein paar hundert Millionen Dollar machen zwar noch lange kein Meisterwerk – was gerade futuristische Streifen aus jüngster Zeit einmal wieder bestätigt haben –, trotzdem kann Science Fiction selten auf extravagante Ausstattung verzichten; Laserpistolen, Raumschiffe und ferne Welten wollen irgendwie bezahlt werden.

Moon hat gerade einmal fünf Millionen Dollar gekostet. Woran wurde gespart? An Schauspielern, könnte man antworten, wird der Film doch eigentlich von einem einzigen Mann getragen: Sam Rockwell. Nur scheint das Wort gespart hier fehl am Platz, wie es auch im Hinblick auf den gesamten Film fehl am Platz wirkt. Zwar begibt sich die Handlung größtenteils in einer kargen Raumstation auf dem Mond, billig wirkt Moon aber an keiner Stelle; und Sam Rockwell spielt so großartig auf, dass die meisten seiner Schauspiel-Kollegen und -Kolleginnen ohnehin untergegangen wären neben ihm.

moon

Worum geht es also? Sam Bell alias Sam Rockwell arbeitet in einer Raffinerie auf dem Mond. Der Betrieb dort ist durchweg automatisiert; ohne weiteres Zutun von Menschen bauen Maschinen Helium 3 ab, ein Edelgas, aus dem sich saubere Energie gewinnen lässt, wenn man es mit Wasserstoff fusioniert. Sams Aufgabe besteht nur mehr darin, die Maschinen zu warten, Reparaturen durchzuführen und etwaige Störfälle zu melden. Ein Job, den er nach Ansicht seiner Arbeitgeber alleine erledigen kann.



Darum hat Sam seit fast drei Jahren kaum Kontakt mit Menschen; lediglich über aufgezeichnete Videobotschaften kommuniziert er gelegentlich mit der Erde. In wenigen Wochen aber ist es vorbei, Sams Arbeitsvertrag läuft aus und er darf zurück zu seiner Familie.

Auf der Station selbst ist Sams einziger Gesprächspartner Gerty. Gerty ist ein Robotor und die künstliche Intelligenz der Raffinerie. Beflissen umsorgt er seinen menschlichen Kollegen, beantwortet dessen Fragen und verhält sich dabei stets ausgesprochen freundlich. Gerade diese über-freundliche Art macht ihn aber verdächtig, als sich die ersten merkwürdigen Ereignisse auf dem Mond zutragen.

moon

Mehr will ich nicht vorwegnehmen. Nur so viel noch: Die weitere Handlung verläuft nicht nach dem üblichen Schema Vom-Rest-der-Welt-isolierter-Mensch-dreht-langsam-durch-und-sieht-Gespenster. Einsamkeit spielt eine große Rolle, ganz klar, und auch Halluzinationen kommen vor – aber das ist bei Weitem noch nicht alles, was Moon zu bieten hat. Regisseur Duncan Jones liefert einen ernsthaften Science Fiction Film ab, der nicht auf pompöses Spektakel fixiert ist, sondern sich anschickt – sichtlich beeinflusst von Kubricks Odyssee im Weltraum – großen Fragen der Menschheitsgeschichte nachzuspüren.

Nicht an allen Stellen wissen die philosophischen Ansätze zu überzeugen, auch wird die Handlung gegen Ende ziemlich vorhersehbar, trotzdem wirkt der Film nie aufdringlich plump oder gar langweilig. Das liegt nicht zuletzt an der bereits angesprochenen Leistung von Sam Rockwell. Er schafft eine facettenreiche und glaubwürdige Figur, welche die Zuschauer zu jeder Zeit mitreißt und dem Film mühelos über jede Schwachstelle hilft. Sogar im Zusammenspiel mit Roboter Gerty entwickelt sich eine interessante Dynamik; dabei kommt es auch zu einigen witzigen Momenten, die für ein wenig comic relief sorgen, damit Moon nicht über-ernst und staubtrocken wird.

Zum Zeitpunkt der Aufführung beim Fantasy Film Fest hatte der Film noch keinen Vertrieb in Deutschland.

Text Copyright Konrad Feldschmid 2009

Bilder Copyright Liberty Films UK

 
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