von Thomas Nickel Autor: Peter Wiechmann, Zeichner: Rafael Méndez Erschienen bei: Crosscult ISBN: 3941248286 Preis: 22 € Hombre bei Amazon.de Mit Comics wie Andrax und Thomas der Trommler bemüht sich der Crosscult-Verlag seit etlichen monaten um Comic-Klassiker aus Deutschland, mit dem Lone Ranger veröffentlichte der kleine Verlag einen erstklassigen Comic aus dem seit Jahren totgeglaubten Westen-Genre. Peter Wiechmanns und Rafael Méndez Hombre verbindet diese beiden Ansätze jetzt. Wie der bereits erwähnte Thomas der Trommler erschienen auch die Abenteuer von Hombre in den 70er Jahre im YPS-Magazin, erfreute sich dort großer Beliebtheit und wurde dann... naja, einfach wohl vergessen. Und das ist nun wirklich kein Zustand... Als Hombre, der zu unrecht verfolgte Einzelgänger der vor seiner Flucht nach Westen einmal als Baltimire O´Hara bekannt war, seine Abenteuer erlebte, da war der Western noch ein echtes Thema im Mainstream. Auch wenn er im Kino bereits mehr oder weniger Geschichte war und nur noch mit einzelnen Ausnahmeproduktionen wie Keoma von sich reden machte, erfreuten sich die handzahmeren Varienten des Genres in TV-Produktionen wie Bonanza immer noch größter Beliebtheit. Und vor diesem Hintergrund entstand nun dieser Comic der ebensoviel von amerikanischen wie europäischen Filmvorbildern geprägt wurde und aus einer gewaltigen Menge an etablierten Figurentypen, Situationen und Ansätzen schöpfen kann - was er auch mit Genuss tut, hat doch so manche Figur eine frappierende Ähnlichkeit mit Film-Ikonen wie Lee Van Cleef oder Charles Bronson...  
Zentrales Element der in sich abgeschlossenen Abenteuer ist Hombres Verhältnis zu seinem Verfolger, dem Pinkerton-Agenten Ronegald Dawson. Genau wie Hombre auch findet der sich im oft mehr als rauen Westen meisterhaft zurecht, ist eigentlich ein ehrbarer Bursche und könnte eigentlich Hombres bester Freund sein, stünden sie nicht auf verschiedenen Seiten des Gesetzes. Und trotzdem wandelt sich das Verhältnis zwischen den beiden zusehends und mehr als einmal müssen die beiden Antagonisten zusammenarbeiten um den Tücken des Westens zu trotzen. Wie schon Andrax und Thomas der Trommler muss sich auch der ebenfalls komplett in schwarz-weiß gehaltene Hombre zeichnerisch nicht im geringsten vor der internationalen Konkurrenz verstecken. Rafael Mendez bringt den rauen Westen und seine rauen Bewohner meisterhaft zu Papier, inszeniert Actionszenen mit beeindruckender Dynamik und scheut bei seinen Hintergründen kaum ein Detail. Deswegen reden wir auch garnicht erst um den heißen Brei herum: Der erste Teil der auf zwei Bände ausgelegten, großformatigen Hombre-Gesamtausgabe ist vor allem für Fans von Western oder Comics wie Andrax sein Geld wert, weiß aber auch Leser ohne direkte Affinitität zu alledem zu überzeugen. Und natürlich muss nochmal Crosscult gelobt werden - es ist einfach toll, wie man hier langsam aber sicher ein hochwertiges Archiv einer von vielen längst vergessenen und von den meisten nie gekannten deutschen Comickultur aufbaut. Weiter so! Text Copyright Thomas Nickel 2009 Bilder Copyright Crosscult |