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Pandorum

pandorumUSA/ Deutschland (2009)

Regie: Christian Alvart, Drehbuch: Travis Milloy, Christian Alvart, Kamera: Wedigo von Schultzendorff, Musik: Michl Britsch, Darsteller: Ben Foster, Dennis Quaid, Antje Traue, Cung Le, Eddie Rouse

Verleih: Constantin Film AG

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Bekannt wurde Christian Alvart durch den Thriller Antikörper. Auch Hollywood hat er mit diesem Film aufmerksam auf sich gemacht, 2009 darf Alvart nun gleich mit zwei Projekten zeigen, was er kann. Demnächst startet Fall 39 in den deutschen Kinos, ein Horrorfilm mit René Zellweger. Bereits angelaufen ist Alvarts Science-Fiction-Thriller Pandorum. Und den wollen wir uns genauer ansehen.

An den US-Kinokassen hat Pandorum enttäuscht, in Deutschland läuft es nicht besser. Sieht man sich nur den Trailer an, könnte man meinen, es ist auch nicht schade drum. Darin deutet nämlich manches darauf hin, dass Pandorum nichts weiter ist als ein Resident-Evil-Verschnitt in der Zukunft: Eine kleine Gruppe von Menschen fliegt in einem Raumschiff nach wer-weiß-wohin, irgendetwas gerät außer Kontrolle und – schwupps – haben es die Leute mit fiesen Monstern zu tun, welche sie in langen Actionszenen abschlachten müssen.

pandorum

Ist man aber einmal im Film, sieht die Sache gleich besser aus. Der Plot entwickelt sich langsam, ist aber interessanter als vermutet. In etwas mehr als hundert Jahren sind die Ressourcen der Erde fast völlig erschöpft. Auswege aus der Krise scheint es keine mehr zu geben, da entdecken Forscher den Planeten Talis, einen Ort, der der Erde nicht unähnlich ist. Das Raumschiff Elysium wird losgeschickt, um den fernen Planeten zu erschließen und ihn zu besiedeln.

Eines Tages erwacht Bower aus seinem Kälteschlaf auf der Elysium. Eine Folge des Kälteschlafs ist allerdings, dass Bower sich an kaum etwas erinnern kann. Auch sein Vorgesetzter Payton, der kurz nach ihm geweckt wird, kann ihm nicht weiter helfen. Sicher scheint den beiden nur: Sie sind Mitglieder der Crew von Elysium. Wahrscheinlich beginnt demnächst ihre Schicht auf der Brücke. Doch taucht niemand auf, den sie ablösen könnten und die Tür zur Brücke lässt sich nicht öffnen. Dazu kommen Energieschauer, die gelegentlich über das Schiff laufen und nichts Gutes bedeuten, denn sie weisen darauf hin, dass der Reaktor demnächst zusammenbricht. Payton und Bower müssen einen Weg finden, den Aufwachraum zu verlassen und zum Reaktor zu kommen.



Alvart fängt die Stimmung auf dem Raumschiff gekonnt ein. Gerade zu Beginn arbeitet er oft mit sehr wenig Licht, wodurch große Teile der Leinwand dunkel bleiben und man gut nachempfinden kann, wie verloren und verwirrt Bower und Payton sich fühlen müssen. Ausgangslage und Inszenierung erinnern dabei ein wenig an den französischen Science-Fiction-Thriller Eden Log.

Dennoch bleibt Pandorum eigenständig und nimmt schnell fahrt auf. Während Payton im Aufwachraum bleibt, um Bower von dort durch das Schiff zu lotsen, trifft Bower bald auf allerlei mysteriöse Gestalten. Dass er sich von den Monstern fernhalten sollte, begreift Bower schnell, allerdings machen andere Mitglieder der Crew, die ihm gelegentlich begegnen, einen ebenso wenig vertrauenswürdigen Eindruck. Sie scheinen mehr über die Vorgänge auf dem Schiff zu wissen, wollen damit aber nicht herausrücken oder erzählen konfuse Geschichten, die mehr Rätsel aufgeben, als sie lösen und keinen größeren Zusammenhang erkennen lassen.

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So liefert der Mittelteil des Films nur Story-Schnipsel. Viele Dinge werden kurz angerissen, aber erst einmal nicht weiter verfolgt. Die Story gerät ins stocken und tritt in den Hintergrund. Stattdessen liegt der Fokus auf der Action. Die ist zwar ebenfalls ganz ordentlich in Szene gesetzt, dennoch wird hier viel Potential verschenkt. Hätte man sich darauf konzentriert, den Figuren und der Geschichte mehr Tiefe zu geben, wäre aus einem ganz netten Film womöglich ein richtig guter geworden.

So aber muss man eine ganze Weile warten, bis die Geheimnisse rund um die Mission der Elysium aufgedeckt werden. Erst gegen Ende des Films kommt es noch zu überraschenden Wendungen, die dafür aber vollends überzeugen können. Darum ist es ein wenig schade, dass Pandorum so lange braucht, um zu beweisen, dass die Geschichte gar nicht so dumm ist, wie sie vorübergehend wirkt. Letztlich bleibt ein Film mit vielen guten Ansätzen, der sich allerdings an manchen Stellen verrennt.

Text Copyright Konrad Feldschmid 2009

Bilder Copyright  Constantin Film AG
 
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