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Gorilla des Monats

bernie 
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Ash – Single C: Arcadia
arcadiavon Anna-Selina Sander

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Ich warte ja immernoch auf den ersten Song der A-Z Series, bei dem ich das Gesicht verziehe und mich versuche, um meine Review herumzudrücken, weil ich die Schande nicht ertrage. Auch diesmal wartete ich vergeblich, denn Arcadia, der dritte Song von Ash aus ihrem ehrgeizigen Singleprojekt, ist ein ebensolcher Knüller wie True Love 1980 und Joy Kicks Darkness. Es ist unfassbar.

Das Intro dehnt sich in einem Stakkato aus angezerrter Gitarre, Bass, HiHat, Gesangs- und Klavierharmonien in die Breite aus, bis der Teppich so dick ist, dass man darauf Trampolin springen kann. Die Klavierakkorde auf dem hohen Register ziehen sich erfrischend durch das ganze Lied und geben ihm eine Leichtigkeit, zu der man dieses Trampolin auch ausgiebig nutzen möchte. Ich kann die Gesangsmelodie des Refrains schon in Fußballstadien gegröhlt hören, das ist eine so leichte und eingängige Melodie, die mit dem Piano in der Rhythmuslinie so grandios harmoniert, dass einem das Grinsen ins Gesicht einbetoniert ist und man automatisch in Feierlaune gerät. Der B-Teil mit der reduzierten Instrumentierung und seinen tiefen Tonlagen ist ein schöner ruhiger Kontrast zum restlichen Feuerwerk, das Ash einem da um die Ohren kloppt und bietet wirklich Gelegenheit, Atem zu holen und das Trampolin ein wenig ausschwingen zu lassen.

Wheelers Stimme klingt hell und jungenhaft wie in Free All Angels-Zeiten, generell ist das Lied, abgesehen von der technischen Ausgereiftheit, die Ashs Musik inzwischen erreicht hat, stilistisch fast ein Rückgriff auf die frühen 2000er Jahre, in denen die Band mit Gassenhauern wie Burn Baby Burn oder Walking Barefoot regelmäßig die Top 40 auf den Kopf stellte. Das betrifft nicht nur die Melodie, sondern auch den wieder einmal hinreißenden Text, der von der Sehnsucht nach dem Nachhausekommen erzählt, von tiefer Verbundenheit und der Bereitschaft, alles füreinander zu tun. Es tut mir leid, Matt Bellamy, der Meister der zauberhaften Lovesongs sitzt nach wie vor ungeschlagen auf seinem Thron. Ich meine, guckt euch das doch mal an:

We are a winning combination
We're two stars aligned in a constellation
When I get too low you're my inspiration
Never let me down, you're a revelation
One that comes along once in a lifetime


Da geht einem doch das Herz auf, oder? Das hat Soundtrack-meines-Lebens-Qualität!
Über den Titel Arcadia kann man sich ausgiebig streiten. Die Sehnsucht nach einem Ort, an dem man gemeinsam glücklich sein kann, lässt mich persönlich an den Arkadien-Mythos aus vergangenen Zeiten denken, doch weiß man, was in Tim Wheelers Kopf so vor sich geht? Man kann sich in letzter Zeit an Ash-Lyrics ja tatsächlich totinterpretieren, ein weiterer Punkt, der ihre Musik umso interessanter macht.

Und umso mehr freue ich mich auf die nächsten Veröffentlichungen und schwindet meine Angst vor einem großen Schnitzer. Als Schluss für heute übernehme ich die Anmerkung eines Fans, die ich vorbehaltlos teile: Das einzig negative an Arcadia ist, dass es irgendwann zuende ist. So ist das nämlich.

Text Copyright Anna-Selina Sander 2009

Bilder Copyright Ash

 
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