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von Frederik Wilhelmi
Plattenfirma: Xl/Beggars (Indigo) Tracks: 9 Erscheinungsdatum: 27. Februar 2009 ASIN: 8B001NX2VGE Preis: 14,95 € The Airing of Grievances bei Amazon.de Titus Andronicus ist ein Stück von Shakespeare, dass wohl das brutalste ist, das der dichtenden Engländer je zu Papier gebracht hat. Außerdem ist es der Name einer Band, die aus vier trinkenden und pöbelnden Indie-Rockern aus New Jersey besteht. 2008 erschien ihr Debut Album The Airing of Grievance. Der Titel des Albums ist laut Wikipedia eine Anspielung auf eine Seinfeld Folge und auf dem gesamten Album tauchen immer wieder Hinweise auf Literatur und Fernsehen auf. Überhaupt das Album. Es ist schwer vorstellbar, dass man es triumphaler und selbst kritischer hätte beginnen können, als mit dem großartigen Song Fear and Loathing in Mahwah, NJ. If you're the poet you say you are and beauty's in everything you see, then how can love exist in a world run by people like you?
krächzt der Sänger ins Mikrofon und quetscht ein paar mehr Silben in die Zeilen, als dort eigentlich rein gehören. Ruhig und leise geht es weiter, bis zum Ende der ersten Strophe, dann schreit jemand laut Fuck You und von hier an befinden sich der Gesang auf einmal im Wettstreit mit schrammenden Gitarren und Trompeten und irgendwann geht es über in eine zwei minütige musikalischen Darstellung der Fuck You Attitüde und schließlich sterben die Instrumente ab und es wird eine Stelle aus Titus Andonicus verlesen. Und während die Trompeten klingen fühlt man sich, als könne man die Welt erobern oder bei dem Versuch scheitern ohne sich darum zu kümmern was der Rest der Menschheit davon hält. Dies ist das Lebensgefühl der Band und das erste Lied bringt es hervorragend rüber. Ein Musikjournalist hat mal über sie geschrieben, dass sie die Band wären, die sich am wenigsten darum kümmern würde, was irgendjemand von ihnen hält und dies beweise sie auch mit ihren Auftritten und Interviews.
Die Lieder sind alle sehr melodiös, wenn man sich erstmal an das Kreischen und die überteuerten Gitarren gewöhnt hat. Dann irgendwann kann man auch die Texte verstehen, aber deren Verständnis sind für den Genuss der CD gar nicht unbedingt notwendig. Also ein Album fürs fahren mit hohen Geschwindigkeiten oder das betrunkene Grölen auf dem nächtlichen Heimweg. Noch eine letzte billige Berufung auf eine Autorität, die die Comicleser unter euch zu Kauf dieses Albums bringen könnte. Niemand geringeres als Warren Ellis hat den letzten Song „Albert Camus“ derart geehrt: „[...]this is a soundtrack to invading a country as an act of romance.“
Text Copyright Frederik Wilhelmi 2009 Cover Copyright Xl/Beggars (Indigo), Videos Copyright Titus Andronicus |