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Death Race
deathracevon Alexander Lachwitz

USA (2008), Regie & Drehbuch: Paul W.S. Anderson; Produktion: Paul W.S. Anderson, Jeremy Bolt, Roger Corman, Tom Cruise, Paula Wagner; Musik: Paul Haslinger; Kamera: Scott Kevan; Schnitt: Niven Howie; Darsteller: Jason Statham, Joan Allen, Nathalie Martinez, Ian McShane, Tyrese Gibson, Max Ryan, Robert LaSardo, Robin Shou

Erschienen bei: Universal

Preis: ca. 23 € Death Race Extented Version bei Amazon.de

Wer schon ob des Titels die Nase rümpft, braucht sich den Film nicht antun. Es ist ein B-Movie-Streifen mit der handwerklichen Qualität und Ausstattung eines Blockbusters. Das ganze passt deutlich besser zusammen als es sich zuerst anhört.

Paul W.S. Anderson zelebriert mit Death Race das B-Movie der 70er und 80er ohne Wenn und Aber, und bemüht sich zum Glück nicht dem ganzen irgendwie den Anstrich von etwas ernsthaftem zu geben. Der Plot ist schnell erklärt und lehnt sich nur sehr sehr lose an das Original Death Race 2000 aus dem Jahr 1975.

Jensen Arnes, ein ehemaliger Rennfahrer und jetziger Stahlarbeiter mit Attitüden zu handfesten Prügeleien wird in seiner Wohnung überfallen und außer Gefecht gesetzt. Wieder bei Bewußtsein ist seine Frau tot und Jensen wird verhaftet. Seine Tochter wird zu einer Ersatzfamilie gegeben nachdem Jensen als Mörder seiner eigenen Frau verurteilt ist.

Einige Monate später wird er auf eine Gefängnisinsel verbracht, auf der die Insassen wie gute alte Gladiatoren in einer Arena um ihre vermeintliche Freiheit kämpfen. Dank des Zusammenbruchs der Weltwirtschaft wurden die Gefängnisse privatisiert, und nur kurz darauf wurden Gladiatorenkämpe eingeführt um das Gefängniswesen profitabler zu gestalten.

deathrace

Klar dass man heute nichtmehr mit Schwert und Schild kämpft, naja, nicht ganz. Jensen kriegt auf der Insel das Angebot zu fahren um seine Freiheit zu erhalten, vor allem aber um seine Tochter zurückzubekommen. Jensen, zwar wie er selbst weiß, nicht der beste Vater, geht mit dem obligatorischen Zähneknirschen sowie passender Drohung auf den Deal ein.

Man merkt schon, hier wird kaum ein Klischee ausgelassen. Das überraschende daran ist, dass dieses Sammelsurium von Versatzstücken tatsächlich funktioniert. Rennfahrer-, Gefängnis- und Endzeitfilm lassen sich ohne Probleme kombinieren.
Optisch und akustisch fährt der Film ziemlich schwere Geschütze auf und verpackt alles in grundsolide gefilmtes Actionkino. Die Schnitte während der Rennen sind zwar recht hektisch, aber im Vergleich zu dem Schnittgewitter das einem sonst um die Ohren fliegt, ist das hier schon regelrecht gemütlich. Auch ist die Dramaturgie der Handlung zwar vorhersehbar, aber gut genug verpackt um die Acionscenen des Films zu einem fugenlosen Block zusammenzufügen. Man muss daher ehrlich zugeben dass Anderson zwar kein besonders herausragender Filmemacher ist, aber dass er das Handwerkszeug beherrscht, daran herrscht kein Zweifel. Da ist es schon traurig wenn man sich ansieht welche handwerklich schwachen Filme uns da immer wieder als Blockbuster verkauft werden.



Warum genau ist der Film nun aber deutlich besser als man erst vermuten mag? Alles was man hier sieht ist nicht neu, sondern bestenfalls gut geklaut oder von anderen übernommen. Darin liegt aber der Trick. Anderson hat alles was er übernommen hat, sorgfältig auf den trashigen Stil zurechtgearbeitet den er für diesen Film verwendet hat. Das fängt bei der primitiven Story an, geht über die erwartbaren Wendungen, bis zur Besetzung der Figuren und Ausarbeitung der Optik.
Gerade letztere verdient ein kleines Extra-Lob. Die Einbindung der Thematik Livestreams und unzensierter Gewaltkonsum im Internet ist im Film heute nicht mehr sonderlich neu, kommt aber oft mit erhobenem Zeigefinger daher. Dieser fehlt hier, aber dennoch oder gerade deswegen wirkt die Darstellung mahnend ob der neuen Technologie und ihren Möglichkeiten. Wenn man einmal ungebremst erleben darf, wie sich gerade der brachiale Tod eines Fahrers als Sekundenschnippsel rekordverdächtig verkauft, muss man zwar Schmunzeln ob der Primitivät, merkt aber gleichzeitig wie erschreckend gut so etwas in der Realität funktionieren könnte.

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Auch die Rollen sind tadellos besetzt, auch wenn einige Meckern mögen Statham würde hier nur seine Rolle aus den Transporter-Filmen kopieren. Aber in diesem heruntergekommenen Sujet wirkt Stathams physische Präsenz deutlich überzeugender und weniger afektiert als in seiner Rolle als Anzugtragender Transporter.

Ebenso verdient Joan Allen ein Lob, zum einen dass sie in diesem Film überhaupt mitspielt und zum anderen dass sie ihre an sich stereotype Rolle mit so viel Energie und Spiellust angeht, dass sie es schafft als Antagonist neben Statham vollkommen zu überzeugen.

Fans des Originals sollten hier kein werkgetreues Remake erwarten, diesen sei lieber Death Race 3000 nahegelegt. Death Race orientiert sich nur sehr lose am Original und lebt viel mehr von seiner Zelebrierung der Trashkultur. Handwerklich solide, laut, brutal und durchaus unterhaltsam.

Text Copyright Alexander Lachwitz 2009

Bilder Copyright  Universal
 
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