von Anna-Selina Sander Download & Vinyl Sie rödeln! Ash sind so aktiv wie seit langem nicht mehr. Seit sie aus ihrer langjährigen Warner... äh, Winterstarre erwacht sind, explodieren die drei förmlich vor Krea- und Aktivität. Kaum ist die A-Z Tour durch die Winzclubs des Vereinigten Königreiches letzten Herbst vorüber, gekrönt von einem Weihnachtsgig in Darlington (für das die Veranstalter extra ein Star Wars Filmplakat mit den Gesichtern von Wheeler, McMurray und Hamilton designten – das ist Liebe!), vorüber, da wird die nächste Tour angekündigt. Im Frühjahr wird die Band erneut durch England touren, diesmal in etwas größeren Venues als im Herbst. Gerüchte über eine Tour in Europa halten sich wacker, sind aber noch nicht bestätigt. Derweil läuft die A-Z Series ganz hervorragend. Mittlerweile fast beim Buchstaben H angekommen, die stark antizipierte Single Space Shot, füttern Ash ihre Fans fleißig, und man mag kaum glauben, was man für lumpige 13 Pfund für musikalische Schätze serviert bekommt. Inzwischen lockt nicht nur der Preis von nur 50 Cent pro Song, sondern auch exklusive B-Seiten. Bereits vor Weihnachten wurde den Fans Lay Down Your Arms als Dankeschön geschenkt, für neue Subsribenten wartet der Song Gallow's Hill als Gratisdownload. Wie kann man einer solchen Band nicht verfallen? Kurz vor Weihnachten erschien in der regulären Folge die Single F namens Pripyat, ein Song über die Stadt in der Ukraine, die nach dem Unfall von Tschernobyl zur Geisterstadt wurde. Der Text ist entsprechend nachdenklich und neigt zum Moralisch-Pathetischen, die Musik variiert zwischen melancholischem, mit Klavier und seichtem Beat unterlegtem Pop in der Strophe und einem schweren Rockrefrain.
Wunderbar nach vorne geht dagegen wieder Ichiban, die Single G. Fans war der Song schon seit September 2008 ein Begriff, weil er bei den 1977-Shows in London als Probelauf live gespielt wurde. Über ein Jahr später liegt nun endlich die endgültige Studioversion vor, die sich kaum verändert hat. Kurz, knackig, mit herrlich verschnörkelter Bassline und Stakkatogitarren ist das wieder ein klassisches Springlied mit Gröhlrefrain, ähnlich wie Arcadia. Bemerkenswert ist übrigens das Video zu dem Song, dessen Produktionskosten Mark Hamilton zufolge 8 Dollar nicht überschritten haben. Die 8 Dollar waren der Preis für eine DVD eines uralten Monsterfilms – der Rest ist Geschichte bzw Freeware.
Allgemein ist es interessent, die Variation der Videos zu beobachten. Grafische Grellheiten wie Arcadia stehen im Kontrast zu einfachen Filmmitschnitten (siehe Ichiban), fürchterlichen Strandaufnahmen, die an ein Karaoke-Video erinnern, Live-Einspielern – letztere wurden beide für Tracers ausprobiert, wobei das Livevideo natürlich um Klassen besser ist. Liegt nicht zuletzt an Emmy the Great. Für Pripyat wurden Fotografien aus dem gleichnamigen Buch von Robert Polidori abfotografiert, in True Love 1980 wurde eine schon fast aufwändig produzierte Liebesgeschichte erzählt und für Space Shot engagierte man eigens den Musikvideoproduzenten Daniel Garcia. Und es kommen noch 20 weitere! Text Copyright Anna-Selina Sander 2010 Bilder, Video Copyright Ash |