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Gorilla des Monats

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Virtual Console Vol. 129

von Thomas Nickel

Wir haben in der Vergangenheit oft durchaus berechtigt über Nintendos Veröffentlichungspolitik gemeckert. Aberes gibt immer wieder Lichtblicke, und das hier ist einer davon: Mit Castlevania: Rondo of Blood kommt eines der besten und seltensten Action-Jump´n´Runs aller Zeiten auf die Virtual Console

Castlevania: Rondo of Blood

rondoSystem: PC-Engine CD
Japan (1993), Producer: Yoshiaki Yamada, Character Designer: Toshiharu Furukawa, K. Yamada,  Director: T. Hagihara, Programmer: Toru Hagihara,  T. Shingo, Sprecher: H.Hitoshi, T.Youko, H.Atsuko, M.Hiromi, Y.Akie, I.Hiroya, Klaus Dieter Klebsch

Originaltitel: Akumajō Dracula X Chi no Rondo

Entwickler: Konami
Preis: 900 Wii-Punkte (entspricht 9,-€)

Ich zitiere mich hier einfach mal selbst: Castlevania: Rondo of Blood auf der PC-Engine war ein klassishes Brückenspiel und stellt das exakte Mittelstück zwischen den alten, linearen und knallschweren Castlevania-Episoden und den neuen Teilen mit ihren großen, verschachtelten Schlössern und den RPG-Einlagen. Auch wenn man es auf den ersten Blick für ein streng lineares Action-Jump’n’Run halten mag, so stellt der aufmerksame Spieler schnell fest, dass sich weitaus mehr hinter dem Spiel verbirgt. So haben die meisten Levels mehrere Wege die man beschreiten kann. Oft sind die aber nicht sofort ersichtlich und werden nur durch ausdauerndes Experimentieren entdeckt. So ist es durchaus möglich, dass ein nicht allzu aufmerksamer Spieler Rondo of Blood wie ein gewöhnliches Jump’n’Run durchläuft und dabei dann auch nur einen Bruchteil des Spiels zu sehen kriegt.

Nur wer hinter jeder Wand, jeder Kerze und jedem Schalter nachschaut, der findet die zahlreichen Geheimnisse – alternative Bosse, Abzweigungen in völlig neue Unterlevels oder gefangene Damen die wie im Falle von Maria sogar als zweiter spielbarer Charakter zur Verfügung stehen oder euch mit neuen Talenten versorgen... Entdeckernaturen mit guten Reflexen werden sich hier sichtlich wohl fühlen. Wer jetzt aber ein relativ einfaches Abenteuer wie das tolle Castlevania – Symphony of the Night erwartet, der hat sich geschnitten – bereits der erste Level wirft euch hartnäckige Gegner mit teilweise überraschen komplexen Bewegungsmustern entgegen, spätere Levels werden nur mit ordentlich Ausdauer und der richtigen Wahl der Extrawaffen besiegt, den dicken Bossen kommt ihr nur mit der richtigen Taktik bei. Und bis ihr die raus habt zieht euch so mancher Levelwächter zum wiederholten Male einen Scheitel.

    

Castlevania: Rondo of Blood ist eines dieser Virtual Console-Spiele die man wirklich uneingeschränkt empfehlen kann. Das PC-Engine-Original ist heute eine unter Fans gesuchte und hoch gehandelte Rarität, hat sich spielerisch seit 1993 hervorragend gehalten und ist in dieser Form bisher nie im Westen erschienen. Klar, es gab das wirklich ordentliche PSP-Remake in 2,5D in dem man das Originalspiel freischalten konnte, aber die Emulation war sehr unsauber. Das ist hier nicht der Fall: Die die meisten PC-Engine-Umsetzungen jüngeren Datums läuft auch Castlevania auf der Virtual Console perfekt. Der Sound klingt einwandfrei, die Grafik ist knackscharf und Pixel-perfekt umgesetzt. Ach ja, und in 60HZ läuft das Spiel natürlich auch. Nur eine kleine Veränderung gibt es im Vergleich zum PC-Engine-Original: Der deutsche Intro-Sprecher wurde ausgetauscht und durch den aus Dr. House bekannten Klaus Dieter Klebsch ersetzt - nicht ganz originalgetreu, aber doch stimmungsvoll.

Deswegen: Investiert die geldbeutelfreundlichen 9 Euro für diesen wunderbaren Klassiker und zeigt Nintendo damit, dass die Virtual Console auch heute noch gefragt ist! Gerade für Titel wie Rondo of Blood ist der Download-Service wie gemacht. Und wer weiß, wenn die Downloadzahlen stimmen zeigt Nintendo selbst vielleicht demnächst auch wieder etwas mehr Engagement für seine virtuelle Klassikerbibliothek!

rondorondo

 

Milon´s Secret Castle

milonSystem: NES
Japan (1986)

Originaltitel: Meikyuu Kumikyoku

Entwickler: Hudson
Preis: 600 Wii-Punkte (entspricht 6,-€)

Milon´s Secret Castle ist wieder eines dieser Hanabi-Spiele bei denen man so richtig enttäuscht ist - ein unwichtiges, unterdurchschnittlicher 8Bit-Titel der eigentlich nur wertvollen Platz für weit interessantere Veröffentlichungen wie beispielsweise Final Fantasy oder Ogre Battle 64 wegnimmt. Daher handeln wir das NES-Jump´n´Run hier in aller Kürze ab: Um Königin Eliza aus den Fängen eines fiesen Zauberers zu retten muss sich Held Milon hüpfenderweise durch ein Schloss schlagen. Gegner werden mit einer Art Blasenwerfer ausgeschaltet.

Das wäre ja schön und gut, aber leider besitzt Milon keine nennenswerten Qualitäten. Die Grafik ist lasch und öde, die Steuerung nicht sonderlich genau, Gegner stecken oft zu viele Treffer ein und zu allem Überfluss hat Milon keine kurze Unverwundbarkeitsphase wenn er einen Treffer eingesteckt hat, das Ergebnis sind dann viele unnötige, frustige Tode. Von seinem dramatisch besseren 16Bit-Nachfolger DoReMi Fantasy: Milon´s Doki Doki Adventure trennen das 8Bit-Abenteuer qualitativ gesehen Welten. Wenn also schon ein Milon, dann doch lieber die SNES-Fassung. 

    

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Text Copyright 2010 Thomas Nickel
Screenshots Copyright Konami, Hudson
 
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