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von Thomas Nickel Endlich ist es wieder soweit, für ein paar Tage mag Nintendo die Virtual Console wieder und erfreut die Fans mit Importperlen (naja, meistens Perlen), die bisher nicht den Weg nach Europa geschafft haben. Den Anfang machen der NeoGeo-Shooter Ironclad und der NES-Klassiker Lode Runner, nächste Woche rechnen wir fest mit dem ebenso famosen wie seltenen PC-Engine-Hit Castlevania: Rondo of Blood. Ironclad System: Neo Geo CD Japan (1996)
Originaltitel: Chōtetsu Brikin'ger Entwickler: Saurus Preis: 1000 Wii-Punkte (entspricht 10,-€) Shooter gibt es auf der Virtual Console wie Sand am Meer, trotzdem ist Ironclad eine mehr als willkommene Ergänzung. Erstmal ist es als NeoGeo-Titel ein absoluter Augenschmaus: Schon als es 1996 erschien sorgte das Spiel für so manche Ahs und Ohs. Der Mix aus gerenderten Sprites und teilweise digitialisierten, teilweise gerenderten Hintergründen sah damals super aus und überzeugt auch heute noch. Vor allem aber variiert Ironclad die typischen Shooter-Elemente auf ganz interessante Weise. So habt ihr beispielsweise nur ein Leben, könnt dafür aber wenigstens ein paar gegnerische Treffer einstecken. Und nicht nur das, nur direkte Treffer sind schädlich. Berührt ihr einen Gegner ist das halb so wild, nur wenn ihr Schüsse kassiert verliert ihr Energie. Und auch wenn euch Ironclad ähnlich wie in R-Type einen "Pod" zur Seite stellt, so spielt sich der Shooter doch weitaus dynamischer und schneller als R-Type, Last Resort, Pulstar und Konsorten - weniger auswendig lernen, mehr Action ist die Devise. Clever war Entwickler Saurus auch beim Thema Smartbomb: Setzt ihr die ein kostet euch das ein Power Up. Das bringt einen schönen Hauch Strategie in den Spielablauf. Außerdem wird Wiederspielwert großgeschrieben: Ähnlich wie in Taitos Darius-Spielen verzweigen sind die Levels - es dauert eine Weile, bis ihr alles gesehen habt. So ist Ironclad schon alleine durch sein Gameplay und seine Präsentation eigentlich den Kauf wert. Aber es gibt noch eine weitere Sache...
Ironclad hat es bisher nicht aus Japan rausgeschafft. Der Shooter ist nur für das NeoGeo CD erschienen und war in Japan als Chōtetsu Brikin'ger bekannt, die US-Umsetzung Ironclad wurde aber aus unbekannten Gründen gecancelt. Dadurch, und durch die nicht allzu große Auflage der Japan-Fassung ist Ironclad heute eines der selteneren und höher gehandelten NeoGeo CD-Titel, Preise im dreistelligen Bereich sind keine Seltenheit - da sind 10 Euro für die Virtual Console-Fassung mehr als nur ein Schnäppchen. Allerdings gibt es auch noch ein kleines Problem zu verzeichnen: Ironclad läuft zwar offensichtlich in 60HZ, nutzt aber gleichzeitig die 576i-Auflösung... sehr mysteriös, aber zumindest nicht ganz so schlimm wie die volle 50HZ-Bremse.  
Lode Runner System: NES Japan (1984) Entwickler: Hudson, Broderbund Preis: 600 Wii-Punkte (entspricht 6,-€) Lode Runner, der zweite Hanabi-Titel heute ist leider eher vernachlässigbar... warum aber? Immerhin ist das Spielprinzip spaßig und ziemlich zeitlos: In verwinkelten Labyrinthen klettert der gierige Schatzsucher Leitern hoch, sammelt Schätze ein und flieht vor kleptomanischen Kuttenträgern. Zur Wehr setzen kann sich unser Held nur, indem er die maroden Plattformen durchlöchert. Aber aufgepasst: Wer seinen Kurs nicht mit Bedacht plant, versperrt sich schnell den Fluchtweg, denn wieder zuschütten kann man die Fallgruben nicht. Im Lauf der Zeit versickern die Löcher allerdings von allein. Aber nicht nur die illustre Feindesschar leidet unter dieser Tatsache, denn wie schon im wahren Leben gilt auch bei Lode Runner oft ein altbekantes Motto: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Tja, das Problem liegt in der Redundanz: Lode Runner für das NES ist zwar ein gutes Spiel und auch zurecht als Klassiker bekannt, allerdings gibt es schon seit einiger Zeit das spielerisch identische und weitaus schönere Battle Lode Runner für die PC-Engine die dazu noch einen famosen Mehrspielermodus bietet... und das auch noch zum gleichen Preis...
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