von Thomas Nickel System: Nintendo DS Japan (2008), Producer: Yoshigumi Hashimoto, Game Director/Art Director: Keizo Kato, Program Director: Yuichi Yoshida, Scenario Director: Takahiro Matsumoto, Character Design: Haccan, Music Composer: Minako Adachi Entwickler: Matrix Software Erschienen bei: Flashpoint Preis: ab 30€ Avalon Code bei Amazon.de Die Welt geht unter. Das steht fest, da gibt’s gar keine Diskussion. Immerhin seid ihr ja auch selbst in den geplanten Weltuntergang involviert: Euer Job ist es, die ganze Kreation mit eurem magischen Buch zu katalogisieren. Das ist doch mal ´ne andere Prämisse für ein Action-Adventure als das übliche „verhaue das fiese Monster und rette die Welt“, oder? Seine größten Erfolge hatte Entwicklerteam Matrix mit den aufwändigen 3D-Remakes von Final Fantasy III und Final Fantasy IV, aber das kleine, feine Team hat auch so manche hochwertige Eigenentwicklung auf dem Kasten: Neben dem PSone-Kultadventure Alundra entstand im Hause Matrix auch das sympathische DS-Rollenspiel Nostalgia. Und genau wie dieses, so stellt auch Avalon Code ein komplett neues Spiel dar.
Habt ihr euren Helden oder eure Heldin gebaut geht es gleich in Medias Res: Ihr bekommt euren Katalogisierungsauftrag und schon kann´s losgehen. Haut den dicken Wälzer einfach auf Gegner, Menschen, Tiere, Pflanzen oder Gegenstände und sofort sind sämtliche relevanten Informationen schriftlich verewigt. Das ist aber nicht nur Selbstzweck, es ist auch das zentrale Spielelement. Ihr verhaut eure Gegner zwar auch mit normaler Waffengewalt, aber der clevere Spieler nutzt sein Buch um die Werte der Gegner zu „hacken“: Nehmt einem bösen Endgegner seine Stärke und geht ihm dafür das ‚krank’-Attribut, schon wird der Kampf einfacher. Aber natürlich für euer Erfahrungskonto auch weniger einträglich. Mit cleveren Puzzle-Dungeons, toller Grafik und seiner wunderbar originellen Spielmechanik hat Avalon Code das Zeug zum echten Geheimtipp. Aber in der Praxis scheitert der ehrgeizige Titel ein wenig an seinen eigenen Ambitionen. Schnell habt ihr in eurem Buch mehrere hundert Seiten gefüllt und verliert die Übersicht über eure Einträge, langwieriges Blättern und magiezehrendes Attributschieben ist die Folge. Spaß macht Avalon Code aber dank sauberer Technik, feinem Art-Design und vor allem der cleveren Grundidee allemal. Nur den Sprung in die Hit-Regionen verpasst das rundum stimmige Abenteuer eben leider. Text Copyright Thomas Nickel 2010 Bilder, Video Copyright Matrix Software |