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von Thorsten Röpke
USA (2002) Autor: Robert Kirkman, Art: Ryan Ottley, Cory Walker Erschienen bei: Image Comics ISBN: 158240500X Preis: ca. 26€ Invincible: The Ultimate Collection 1 bei Amazon.de Er ist eigentlich ein ganz gewöhnlicher amerikanischer Teenager. Er geht zur High School. hat einen schlecht bezahlten Nebenjob im Burger-Imbiss und ist nicht gerade übermässig fleissig in der Schule. Doch sein Vater ist rein zufällig der mächtigste Superheld der Erde – Omni Man. Omni Man gehört zur Rasse der Viltrumites und diese Spezies gehört mit zu den stärksten Wesen, die die Galaxis je hervorgebracht hat. Selbst Superman wäre für die meisten Viltrumites wohl kaum mehr als ein erbärmlicher Sparringspartner. Als Omni Man eines Tages aufgrund einer geheimen Mission auf die Erde kam verliebte er sich in eine Menschenfrau namens Debbie und zeugte mit ihr einen Sohn namens Mark. Mark Grayson. Doch trotz seines ausserirdischen Vaters ist Mark nicht von Geburt an ein „Superbaby“, seine Kräfte entwickeln sich erst als Teenager am Ende seiner High School Laufbahn, und an dieser Stelle beginnt auch der Comic Marks Geschichte zu erzählen.  Ähnlich wie der bekannte Spinnenheld aus dem Marvel Universum muss Mark sich nun nicht nur mit alltäglichen Teenager Problemen auseinandersetzen, er muss auch lernen mit seinen neu gewonnen Fähigkeiten und der damit einhergehenden Verantwortung umzugehen, und, was für Teen-Superhelden vielleicht mit das wichtigste ist: Ein cooles Kostüm und einen beeindruckenden Namen zu wählen. Das Kostüm benötigt ein paar Anläufe, doch beim Namen klingelt es recht schnell: „You`re not invincible, you know“ ermahnt ihn sein Rektor, nachdem Mark kurz zuvor mit dem notorischen Schulschläger aneinandergeraten ist, und in Mark`s Augen beginnt es zu funkeln. „Unbesiegbar“ klingt zwar auf deutsch nicht ganz so cool, vermittelt aber deutlich in welcher Kategorie Mark`s Superkräfte angesiedelt sind. Und ein wenig Poserei kann in diesem Business nicht unbedingt schaden. Anfänglich versucht sich Mark noch recht verhalten, doch als sein Vater ihm eine Tages entgegnet:„I think we`re about due for a team-up“, lernt endlich einmal den wahren Alltag eines Superhelden kennen, der mitunter etwas ausarten kann. Glücklicherweise gibt es in Marks Welt noch andere junge Helden, die mit ähnlichen Problemen umgehen müssen wie er, zum Beispiel mit der chronischen Müdigkeit durch die nächtlichen Helden-Aktivitäten: „Teen super heroes start drinking coffee at an early age“ erklärt ihm Atom Eve, die zusammen mit Robot, Rex Splode, Monster Girl und Dupli-Kate das „Teen Team“bilden, die Mark in so manch brenzliger Situation unterstützen und mit denen er sich bald anfreundet. Eve besucht zufällig auch noch die gleiche Schule wie Mark und das anfänglich unkomplizierte Verhältnis zwischen den beiden entwickelt sich zu einem der Kernelemente der Story.
Während es an seiner Schule zu einer Serie von Bombenanschlägen kommt schafft es Mark mit Eve`s Hilfe herauszufinden wer hinter den Attentaten steckt und es gelingt ihm den Drahtzieher an eine Organisation der Regierung zu übergeben,deren Boss ein gewisser Cecil Stedman ist. Cecil`s Job ist es im Prinzip alle superheldischen Aktivitäten der Erde zu organisieren, für ihn arbeiten auch Mark`s Vater und die „Guardians of the globe“, die, wie der Name schon sagt, das stärkste Heldenteam der Welt bilden. Mark wird von Cecil angeheuert und arbeitet statt in einem Burger-Imbiss nun als Superheld für die Regierung. Zudem hat er eine Beziehung mit der hübschen Amber und fängt sein Studium am College an - das Leben könnte nicht besser für ihn laufen. Doch dann werden die „Guardians of the globe“ ermordet und Mark und seine Familie werden eine bedeutende Rolle in den darauf folgenden Ereignissen spielen. Mark wird eine Entscheidung treffen müssen die auf sein zukünftiges Leben und das Schicksal der Erde einen wesentlichen Einfluss haben wird. Was sich dann im Verlauf der Geschichte an Dramatik entwickelt möchte ich nicht vorweg nehmen, nur soviel sei gesagt: Invincible ist so reich an frischen Ideen und glaubhaften Charakteren, dass die Geschichte geradezu nach einer Verfilmung schreit. Trotz aller stereotypischer Stilmittel die man eben von einem Superhelden Comic erwartet, schafft es Kirkman immer genug feinfühligen und selbstironischen Humor in seine Geschichte einzubauen und verhindert dadurch jeglichen Abfall ins zu Klischeehafte. Die Story vereint glaubhaft alberne Situationskomik und dramatische Momente, ungeschönte Gewaltdarstellung und kitschige Liebesszenen, in jedem einzelnen Panel kann man sehen wie grossartig man eine unterhaltsame Geschichte in gemalten Bildern umsetzen kann. Was auch ein Verdienst der beiden Zeichner Ryan Ottley und Corey Walker ist. Neben der harmonischen Komposition des Farbschemas ist der Zeichenstil von Cory Walker zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber eben auch nicht so bieder wie in manch gängiger Ami-Comic. Leider ist Walker seit Band Sieben der Serie nicht mehr dabei, und Ryan Ottley hat einen deutlich gewöhnlicheren Stil, der Qualität der Serie schadet dieser Umstand aber nicht im Geringsten. Zumal das Comic nach einigen Startschwierigkeiten auch erst durch den Wechsel des Zeichners in den USA größeren Anklang gefunden hat. Zum Glück, denn Kirkman, Walker und Ottley ist es quasi gelungen die Essenz aller Superhelden-Comics zu vereinen und in einem epischen Gesamtkonzept unkonventionell und ausgefallen neu zu entfesseln. Wer auf Comics steht, nichts gegen Superhelden hat und auf eine deutsche Übersetzung verzichten kann sollte einen Blick riskieren. Aber aufgepasst: Einmal angefangen erweist sich die Wartezeit auf den nächsten Band als quälender Ablauf zu überbrückender Tage – Invincible macht abhängig, es ist einfach zu gut. Text Copyright Thorsten Röpke Bilder Copyright Image Comics |