von Alexander Lachwitz Japan (2005), 25 Episoden, Produktion: Atsushi Yamamori, Hitoshi Kawamura, Idee: Kazuki Akane, Musik: Hikaru Nanase Erschienen bei: Anchor Bay Home Entertainment Preis: ca. 66 € (Amazon.de), ca. 16 € (Amazon.co.uk) Zugegeben, der Titel geht einem nicht unbedingt leicht von der Zunge und nach den ersten Folgen steht man auch nicht sehr viel schlauer da. Die Serie beginnt mit dem zwölfjährigen Mädchen Haruka und ihrer Clique aus Schulfreunden in dem Küstenort Hakodate. Selbiger wurde von den Machern übrigens angeblich mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Also wenn jemand noch einen Japantrip plant und mal was anderes als nur Tokio sehen will... Ähm, zurück zum Thema. Schulferien sind eigentlich eine tolle Zeit. Dumm nur dass es da noch ärgerliche Sachen wir leistungsfordernde Eltern, die drohende Zersplitterung der Clique und noch ungelebte Träume und Wünsche gibt. Im Vergleich dazu sind dimensionsreisende Fremde und die Zerstörung der Welt doch ein Klacks möchte man meinen. Bei einem nächtlichen Geisterausflug treffen die Kinder auf einem Friedhof plötzlich auf einen maskierten weißharigen Fremden, gekleidet in einen dunklen Mantel und mit reizenden Fähigkeiten, wie Fliegen, Teleportieren und anderen Dingen die kleinen Kindern des Nachts pure Panik bereiten. Was die Bande in erster Panik, und nach einer entsprechenden Flucht, erstmal für einen Geist gehalten hat, ist in Wahrheit nur ein Abgesandter aus einer anderen Dimension.  Zusammen mit seinen Kollegen ist Karasu ein Drachenritter und will mithilfe des Drachenbands seine eigene Dimension Lacrima vor Shangri-La bewahren. Ach ja, bei dem Drachenband handelt es sich natürlich um die arme Haruka die von ihrem Schicksal natürlich noch garnichts weiß. Soweit zur Handlung, soweit zur Verwirrung... und dennoch verrate ich hier nicht mehr! Man benötigt einfach etwas Sitzfleisch bis man sich an die, an sich nicht so neue, Mischung aus Kinder-Alltag, Science-Fiction-Endzeit und später einem guten Schuss Techno-Philosophie, gewöhnt hat und wirklich versteht worum es geht. Ein Grund dafür ist auch der Zeichenstil der mal akurater und mal gröber ist, generell aber deutlich schlichter gehalten ist, als die recht gut gemachten 3D-Elemente. Dass teilweise jene Scenen am packendsten sind in denen die Figuren nur noch bessere Skizzen sind, liegt an der gewagten aber durchaus gelungen Verknüpfung von Zeichenstil und Dramatik.
Vergleiche mit anderen Serien fallen nicht ganz leicht. An sich ist es ein Sci-Fi-Drama vermischt mit den üblichen Schülersorgen. Der Reiz an der Serie kommt durch die Beigabe vieler kleiner Elemente. Am prägendsten mag man vielleicht die Entwicklung des scheinbar wahnsinnigen Atori sowie die gelungene Einbindung der Quantenphysik in die Handlung bezeichnen, auch wenn man sicherlich darüber streiten kann welche Beigabe jetzt die interessanteste ist; je nach Geschmack eben. Noein – To Your Other Self ist kein Star am Anime-Himmel wie beispielsweise Neon Genesis Evangelion, Ghost in the Shell – Stand alone Complex oder Record of Lodoss War. Etwas Geduld und der Wille sich in die Geschichte einführen zu lassen ist gefordert. Der Einstieg ist also nicht unbedingt der leichteste, doch man kann der Serie nicht vorwerfen sie würde sich keine Mühe geben. Charakterentwicklung, Handlungsbogen, Hintergrund, Dramaturgische Kniffe und Darstellung, alles ist mit viel Mühe und Liebe gemacht, manches vielleicht mit Ecken und Kanten, aber nichts dass den Genuss merklich trüben würde. Besonders der Hintergrund hats mir persönlich ja angetan. Quantenphysik ohne Schrödingers Katze ist für mich einfach nur die halbe Miete. Wer weiß was ich damit meine sollte der Serie definitiv eine Chance geben, und alle anderen sollten sich auch nicht scheuen.  Also schauts euch an und freut euch über die teils genreüblichen, aber oft hoch interessant umgesetzten Erklärungen für obige angeschnittene Story. Nur wert partout nicht mit kindlichen Alter-Egos und manisch agierenden Charakteren zurande kommt sollte um diese Serie dann doch eher einen Bogen machen. Achso, ehe mich jemand mit dem horrenden Preis erschlägt: Bei Amazon.co.uk gibts die Serie (wie so oft) zum Bruchteil des Preises.
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