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Gorilla des Monats

bernie 
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Flix deluxe, Sta*club im Literaturhaus Cafe Hamburg

flixvon Alexander Lachwitz

Im Literaturhaus Cafe Hamburg gab es am 20. September eine kleine Premiere, als mit dem Berliner Comiczeichner Felix Görmann das erste mal ein Comiczeichner in dem kleinen, aber äußerst eindrucksvollen Saal eine Lesung hielt.
Im Publikum mischte sich jung mit alt und zeigt wiedermal, dass selbst in Deutschland Comics langsam aus ihrem Nischenmarkt, in welchem sie zu Unrecht stecken betrachtet werden. 

Nach einer kurzen Vorstellung ging es auch direkt los und Felix, besser bekannt als "Flix", began statt einer Erklärung lieber gleich mit einem längeren Auszug aus seinem aktuellen Werk Faust – der Tragödie erster Teil. Bilder sagen eben mehr als Worte...

Während Panel für Panel und Text für Text mal schneller, mal langsamer an die Wand geworfen wurden, synchronisierte Flix mit viel Freude am Spiel seine verschiedenen Figuren. Dabei ist er in keinem Moment ein Vorleser, sondern viel mehr ein akustischer Darsteller. Oft reicht ein leises Räuspern oder Seufzen um den Bildern den letzten Schliff an Atmosphäre zu verpassen. Was schon als schlichtes Bild hervorragend funktioniert, wird so zu einem kleinen aber äußerst feinem Besuch in der symphatischen Welt der Quadernasen. 

Nach dem Einstieg mit seiner Variante des bekannten Göthe-Werkes führte Flix uns zurück zu den Anfängen seiner Zeichnerei und wie er überhaupt dazu kam. Mit Held hat Flix nicht einfach seine eigene Biographie bis zum 'Jetzt' verfasst, sondern ging gleich weiter bis zum Tod. Warum macht man sowas? 

flix

Die Antwort ist, wie für Flix typisch, überraschend schlicht und entwaffnend ehrlich. Wie viele andere ließt auch er gerne in Biographien bekannter Leute, nur leider sind diese meist schon tot. Dennoch mag er es beim Lesen das Gefühl zu haben wie sich all die Irrungen und Wirrungen am Ende zu einem harmonischen ganzen Zusammenfinden. Und genau so etwas wollte er selbst einmal über sich lesen, ohne aber auf den dafür nötigen Tod warten zu müssen. Schon Hildebrandt sagte zur Veröffentlichung seiner dritten Biographie "Man schreibt seine Lebenserinnerungen nur einmal. Danach hat man die Aufgabe, unverzüglich zu sterben."

Flix sieht vieles mit Humor, selbst den eigenen Tod, ohne aber zu veralbern. Er macht sich gern Gedanken über die kleinen und großen Dinge unseres Lebens und lässt diese in seine Werke einfließen. Bestens sieht man dies an seinem derzeitigen Endlos-Projekt, den "Heldentagen", welche man auch auf seiner Homepage nachlesen kann. Alle paar Tage gibt es eine neue Seite die für ihn wie ein Tagebuch funktioniert. 



Gespickt mit einigen interessanten Einschüben und Erläuterungen wie er auf die Ideen zu seinen verschiedenen Projekten kommt und diese umsetzt, führte er die Zuschauer weiter durch seine Werke der letzten Jahre. Von Held über Heldentage, die DDR-Erinnerungen Da war mal was bis hin zu aktuellen Versuchen im Genrecomic mit Schöne Töchter.

Als wenn er dabei nicht schon viel aus dem Nähkästchen geplaudert hatte, gab's am Ende noch eine Fragerunde für das Publikum. So konnte man erfahren, dass er sich auch schonmal einer Berg-Radtour anschließt, um über mehrere Kilometer hunderte Höhenmeter den Berg hinunter zu jagen, nur mit der Hoffnung "Vielleicht wird n Comic draus". Wer sagte da noch Comiczeichner würden nie aus ihrem Atelier herauskommen? Klischees verlassen bitte augenblicklich den Saal!

flixflix

Woran Flix im Moment arbeitet wollte er trotz Neugieriger Fragen nicht verraten, doch mit aktuell 350 Seiten scheint es groß zu werden. Man darf hoffen dass ihm über die Arbeit an dem Projekt nicht das Geld für Miete oder Essen ausgeht.

Ja, man kann von Comics leben. Es macht zwar nicht reich, aber glücklich. Und bis sein nächstes Buch erscheint wird er uns Leser weiterhin über seine Heldentage auf dem laufenden halten. Sicherlich wird es aber auch noch das eine oder andere kleinere Projekt von ihm zu sehen geben.

Wenn man schon nicht die Möglichkeit hat einer seiner Lesungen beizuwohnen; Flix gehört zu der Riege junger Comiczeichner die den Leser über ihre Webseite und Facebook stark an ihrem Schaffen teilhaben lassen, das gilts gefälligst auszunutzen.

Text Copyright Alexander Lachwitz 2010

Bilder Copyright Flix

 
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