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Alice: Madness Returns
alicevon Thomas Nickel

System: PlayStation 3, Xbox360, PC
USA 
(2011)

Entwickler: Spicy Horse
Erschienen bei: Electronic Arts
Preis: 40 - 60€ Alice: Madness Returns bei Amazon.de

Wer die verschiedenen Tests von American McGees Alice: Madness Returns verfolgt, der stößt immer und immer wieder auf sehr ähnliche Formulierungen und Gedankengänge: Lässt man einmal die Präsentation außen vor, ist das neue 3D-Action-Jump'n'Run von Electronic Arts im Grunde bestensfalls durchschnittlich und spielerisch nicht sonderlich interessant – „Style over Substance“.

Genau diese Formulierung ist aber für uns der Grund, die Sache mal ein wenig auseinander zu nehmen, denn das kann man so eigentlich nicht stehen lassen. Die ewige Trennung von inneren und äußeren Werten ist eine zutiefst künstliche und unnatürliche Sache und kaum ein Spiel macht das so deutlich wie das neue Alice: Style ist hier Substanz, die beiden voneinander zu trennen wird dem Gesamtwerk Alice: Madness Returns einfach nicht gerecht.

Der Kontrast zwischen einem grauen, trüben viktorianischen London und dem ebenso morbiden wie schönen Wunderland ist wohl die größte Stärke des Spiels: Horden von Artists konnten sich hier offenbar nach Lust und Laune austoben und schufen eine Welt, die einen jeden Fan von Tim Burton und Co. sofort fesselt und so schnell nicht mehr los lässt – das spielerische Gerüst darunter hätte dann ja fast keine Chance mehr, mit der Präsentation mitzuhalten und begnügt sich daher damit, zu funktionieren, denn auch wenn manch ein Purist etwas anderes behauptet: Präsentation und Gameplay gehören zusammen und den wenigsten Spielen kann man eines von beiden wegnehmen, ohne dass das Gesamtergebnis leidet.



Genau daher muss auch das neue Alice als Einheit gesehen werden – und als die funktioniert das Spiel. Da mögen manche Plattformpassagen vielleicht generisch wirken und Alice' Vier- oder Fünffach-Sprung sich ein wenig aufgesetzt anfühlen – das Gesamtbild stimmt und als Spieler ist man doch stets gespannt, wie es weitergeht. Und eines hat Entwicklerteam Spicy Horse allemal geschafft: Das Spiel steigert sich konsequent von Welt zu Welt und bietet gerade in seiner zweiten Hälfte ein paar exzellente Sequenzen die euch noch eine Weile im Gedächtnis bleiben werden.

Daher auch unser Rat: Auch wenn Alice: Madness Returns seine Schwächen in Sachen Levelaufbau, Kampfsystem oder auch Technik (auf Konsole mehr als auf PC) hat: Wer einen Sinn für die ganz eigene Ästhethik des Spiels hat, der sollte es sich auf jeden Fall mal ansehen und sich nicht zu sehr über all die mittelmäßigen Reviews sorgen, die gerade im Umlauf sind.
 

Text Copyright Thomas Nickel 2011

Bilder, Video Copyright Electronic Arts

 
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