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Gorilla des Monats

bernie 
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Planet der Affen: Prevolution
planetvon Mark Wamsler 

USA (2011), Regie: Rupert Wyatt, Drehbuch: Rick Jaffa, Amanda Silver, Kamera: Andrew Lesnie, Musik: Patrick Doyle, Darsteller: James Franco, Freida Pinto, John Lithgow, Brian Cox, Tom Felton, David Oyelowo, Tyler Labine, Andy Serkis

Vertrieb: 20th Century Fox

Nach Zauberschülern und riesigen Spielzeugrobotern werden nun im diesjährigen Kinosommer auch noch rebellierende Affen auf die Zuschauer losgelassen. Neben den in den 60ern erschienenen Vorgängern mit Charlton Heston, welche zu Recht als Meilensteine des Sci-Fi Genres gelten, wagte sich 2001 auch Regisseur Tim Burton an den Stoff und versuchte, den bereits von anderen Regisseuren in den Dreck gezogenen Filmkarren noch zu retten. Diese actionlastige Version des Stoffes fiel bei vielen Kinogängern durch und so wurde es erst mal still um die Affenbande.

Nun wagt man einen Neustart der Serie und erzählt quasi die Vorgeschichte, welche einen mehr als gelungenen Bogen zu den Filmen aus den 60ern schlägt.

In der Geschichte geht es um einen jungen Wissenschaftler (James Franco), welcher es sich zur Aufgabe gemacht hat, mittels Versuchen an Schimpansen ein Mittel gegen Alzheimer zu finden. Dabei geht es ihm weniger um Prestige, nein, sein Vater (überzeugend: John Lightgow) leidet unter der Krankheit und die Uhr tickt erbarmungslos.

affen

Was dann kommt, kennt jeder Filmfan zur Genüge: Tiere (in diesem Fall Schimpansen) dürfen als Versuchsobjekte herhalten, das Ganze geht schief, Projekt wird eingestellt und der ehrgeizige Wissenschaftler macht dann heimlicherweise trotzdem weiter. Die Tiere werden intelligent und begehren gegen Menschen auf. Wer jetzt auf den Hai-Thriller Deep Blue Sea verweist, hat absolut recht.

Was Prevolution trotzdem zu einem sehenswerten Film macht, ist nicht nur der wissenschaftliche Ansatz (sorry - keine Affen in Uniformen und mit Gewehren!), sondern neben den wirklich guten menschlichen Akteuren vor allem die famose Technik. Haupfigur Cesar und der Rest der Primaten wurden derart lebensecht animiert, dass man sie als vollwertige „Darsteller“ durchgehen lässt. Es gibt öfters mal im Film Momente, wo man angesichts der Mimik und Gestik der Affen eine Gänsehaut bekommt. Und dabei beziehe ich mich jetzt nicht auf Action-Sequenzen. Regisseur Rupert Wyatt legte sehr großen Wert auf die Darstellung der wortlosen Kommunikation zwischen den Akteuren und das Ergebnis im Film ist jederzeit überzeugend. Wenn Cesar beim Abendessen dem unter Alzheimer leidenden Vater die Gabel richtig herum in die Hand legt oder den sadistischen Tierwärter (wieder richtig fies: Tom Felton) mit einem hasserfüllten und gleichzeitig wissenden Blick straft, dann vergisst man als Zuschauer leicht, dass die Affen aus dem Computer kommen.

Die Weta-Studios, welche schon eindrucksvoll die Herr der Ringe-Trilogie realisierten, erwecken hier in Zusammenarbeit mit Motion Capture-Profi Andy Serkis jederzeit glaubhaft und eindrucksvoll die wohl schönsten Leinwand-Primaten seit Peter Jacksons King Kong.

Der Film macht zu jeder Zeit Spaß und motiviert bis zum spannenden Finale. Klar, die Freundin des jungen Forschers (Freida Pinto) ist nur schmuckes Zierstück und wird demnach kaum wahrgenommen. Die wenigen Actionsequenzen sind rasant und mitreißend, besonders das Finale auf der Golden Gate Bridge sei an dieser Stelle erwähnt. Man ertappt sich des Öfteren während des Films, wie man mit den Affen mit fiebert und sich eingesteht, dass Affen nun mal die besseren und intelligenteren Menschen sind was derzeit angesichts der aktuellen TV-Formate wie Big Brother und der Alm mal wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt wird.

Ich kann und möchte an dieser Stelle den Film jedem Kinogänger ans Herz legen. Wer einen gutgemachten Streifen mit guter Story, größtenteils überzeugenden Darstellern und einer wirklich beeindruckender Technik sehen möchte, dem sei der Kinobesuch wärmstens empfohlen.

Text Copyright Mark Wamsler 2011

Bilder, Video Copyright 20th Century Fox

 
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