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Autor: Thomas Finn Verlag: Ravensburger Buchverlag Preis: € 16,95 ISBN: 3-473-35260-8
Der Autor Thomas Finn wird unseren Lesern vermutlich hauptsächlich durch seine, wie er sie selbst nennt, „Spielpublikationen“ bekannt sein. Aus seiner Feder stammen zahlreiche Abenteuer für namhafte Rollenspielsysteme, allen voran das gute alte Das Schwarze Auge. Daneben allerdings führt er noch ein aufregendes Leben als Drehbuch- und Theaterstückautor und eben auch als Romancier: Er schuf mehrere Bände zu der Gemeinschafts-Fantasyreihe Magnus Magellans Gezeitenwelt, die im Piper Verlag erschienen ist und an der er zusammen mit Bernhard Hennen (Die Elfen), Hadmar von Wieser und Karl-Hein-Witzko gearbeitet hat. Erwähnenswert ist ebenfalls sein historischer Hamburg-Thriller Der Funke des Chronos, in dem auch Heinrich Heine vorkommt. (Gut informierte Lokalzeitungen schreiben das Buch sogar dem großen Literaten zu... zweifellos eine Ehre für Herrn Finn.) Uns aber interessiert nun der erste Band seiner neuen Trilogie Die Chroniken der Nebelkriege: Das unendliche Licht. Mit Piraten. Die Geschichte beginnt in einem kleinen Dorf in der Nähe der großen Hafenstadt Hammaburg (kennt man heute unter einem etwas abgewandelten Namen) an der Elbe. Kai wird von seiner Großmutter zu einem Irrlichtjäger ausgebildet und steht kurz vor der entscheidenden Prüfung in diesem Beruf, als Gerüchte um eine schaurige untote Piratenbande kursieren, die, angeführt von dem finsteren Kapitän Mort Eisenhand, mordend und brandschatzend durch das Land ziehen und Irrlichter rauben. Natürlich machen sie auch vor Lychtermoor nicht halt und trotz erbitterten Widerstandes von Seiten der Bewohner wird das Dorf niedergemacht und Kai verliert in einer einzigen Nacht alles, was er besaß. Beim Kampf um das Dorf jedoch bemerkt er in sich plötzlich eine Art übermenschliche Macht, die von ihm Besitz ergreift und ihn Dinge tun lässt, die er vorher nicht für möglich gehalten hätte – Kai ist, wie sich herausstellt, ein Zauberer, dessen verborgene Kräfte völlig außer Kontrolle geraten sind und der droht, von ihnen überwältigt und vernichtet zu werden! Der am selben Abend in Lychtermoor eingetroffene Elf Fi bringt ihn nach Hammaburg zu dem mächtigen Magier Thadäus Eulertin (und dessen zynischen Poltergeist Quiiiiiits), bei dem er zunächst außer Lebensgefahr gebracht und dann zum richtigen Zauberer ausgebildet werden soll. Gleichzeitig ziehen am Horizont von Hammaburg dunkle Wolken auf. Die finstere Magierin Morgoya, die bereits die Herrschaft über das Nordland erlangt hat, streckt ihre Finger nach der strategisch so günstig am Meer gelegenen Stadt Hammaburg aus. Es werden bereits Intrigen zu ihren Gunsten geschmiedet und ihre Häscher sind nicht untätig – der entscheidende Schlag gegen die nichts ahnende Stadt steht unmittelbar bevor und nur eine handvoll Leute wissen davon, unter ihnen Magister Eulertin. Für Kai beginnt nun neben einer entbehrungsreichen Ausbildung das größte Abenteuer seines Lebens, bei dem es nicht zuletzt um sein Leben geht! Kaum ist er der Gefahr entronnen, durch seine eigenen Kräfte aufgefressen zu werden, da enthüllt sich ihm ein Geheimnis, das ihn, kaum mehr als ein Adept in der Kunst der Magie, erneut in fast noch größere Gefahr bringt: Das Geheimnis um sein eigenes Schicksal als letzte Hoffnung der guten Seite... Und wo sind jetzt die Piraten? Ich hab mir gedacht, dass es irgendwie langweilig wäre, jetzt einen Roman über eine Piratenmannschaft vorzustellen. Wer so eine Geschichte will, konnte sich gerade erst im Kino berieseln lassen. Nein, meine Piraten in diesem Buch sind die skelettierten Bösewichter, die unter Morgoyas Führung immer wieder versuchen, unseren Helden einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die Geschichte führt in geheimnisvolle Zaubererhäuser, durch nächtliche Gassen der Hafenstadt, über dunkle Schwarzmagiermärkte, es gibt furiose Jagden auf den Kanälen der Stadt und nicht zuletzt finstere Burgverliese, in denen Mächte am Werk sind, von denen ich hier lieber nicht sprechen möchte. Das unendliche Licht ist ein Zaubererroman, eine Gruselgeschichte, ein Stadtabenteuer mit Seefahrtseinschlag (es kommt sogar ein hinreißender Klabauter vor) und ein Sammelsurium aus phantastischen, gruseligen, liebenswerten und schrulligen Wesen aus Thomas Finns Fantasyuniversum. Eine Geschichte aus einem historisch-phantastischen Land, das dem unseren sehr ähnlich ist. Laut eigener Aussage wählte Finn diese Kulisse, weil Deutschland einfach so viele wunderbare Möglichkeiten bietet, als Setting für eine Fantasygeschichte zu dienen. Harzene Berge oder ein Schwarzer Wald könnten auch aus einer fiktiven Fantasywelt stammen. Es ist eine Hommage an die vielen Märchen und Geschichten, die in Parallelwelten zu unserer spielen, wie sie sich zum Beispiel auch Kai Meyer immer wieder ausdenkt. Dazu ist der Romane packend und unterhaltsam geschrieben, und natürlich auch mit Fortsetzungsbänden bedacht! Die beiden Nachfolgebände Der eisige Schatten und Die letzte Flamme erscheinen Anfang bzw. im Sommer 2007. Gut gemacht, Herr Finn. Mehr davon! Ach ja, und werft doch mal bitte einen Blick auf Thomas Finns Homepage, die wirklich wunderhübsch gestaltet ist: www.thomas-finn.de Text Copyright Anna-Selina Sander 2006 Titel Copyright Ravensburger 2006 |