Advertisement

Gorilla des Monats

bernie 
Home arrow Events - Live erlebt arrow Bif Naked in Hamburg (2006)
Bif Naked in Hamburg (2006)

Den Anfang machten um 21 Uhr Neurosonic, die Band um Bif Nakeds Gitarristen Jason Darr. Jason wartete mit einer sehr an die Beastie Boys erinnernden Musik auf und sorgte so von Beginn seiner Show an für gute Stimmung im Publikum, das zu dem Zeitpunkt noch etwas lethargisch an den Bierflasche nuckelte und sich um die Tische herumdrücke. Nach einer halben Stunde Vollgas nebst der Ankündigung der CD Drama Queen, die wohl auf jeden Fall in mein Regal wandern wird, wechselte dann das Programm auf The Vincent Black Shadow. Die Formation besteht aus den drei Brüdern Rob, Anthony und Chris Kirkham (wobei eigentlich nur Rob durch seine vollkommen abgedrehte Performance auffiel – so viel Blödsinn kann ein einzelner Gitarrist eigentlich gar nicht auf der Bühne machen. Sehr abgefahren!) und der kleinen Sängerin Cassandra Ford - die mir und meiner Begleiterin eigentlich ziemlich Angst machte. Man hatte die ganze Zeit das Bedürfnis, sie irgendwie festzuhalten oder auf einen Stuhl zu setzen, weil sie sich auf ihren gefährlichen Korkplateausohlen fast permanent im Mikrokabel verhedderte (oder wahlweise von Robs Kabel fast umgerissen wurde). Tat sie das nicht, wirkte sie so, als würde sie fast ohnmächtig werden, hielt sich immer wieder an dem berüchtigten Mittelpfeiler auf der Bühne fest und wirkte alles andere als sicher. Nichtsdestotrotz kam aus dem Persönchen eine gewaltige Stimmkraft. Aber mir hat eigentlich viel mehr Spaß gemacht, mich über Rob totzulachen.

bif

Bif Naked schließlich hatte die Meute von Anfang an im Griff. Im Vergleich zu Cassandra, die nie Kontakt zum Publikum aufgenommen hatte, sondern verträumt in die Ferne blickend ihr Set runtersang, schlug Bif wie eine Bombe auf der Bühne ein, war sehr gut drauf, laberte in einer Tour mit dem Publikum, lachte viel und war einfach UNGLAUBLICH sexy. Das Set bestand hauptsächlich aus den Songs der neuen CD plus einigen Dauerbrennern wie 'Tango Shoes' und war dementsprechend auch relativ schnell zuende, aber dennoch hat jeder einzelne Song seinen eigenen Charme, seien es Preschstücke wie 'I want', das versonnene 'Everyday' oder das einfach herzzerreißend liebenswerte Metallica-Cover 'Nothing Else Matters' – jedes Stück machte unheimlich viel Spaß und ging ab wie Schmitz Katze. Dabei hat Bif, die ja äußerlich nun eher einen zweifelhaften Eindruck macht, eine charakterstarke, dreckig-verwegene Ausstrahlung, die so manche andere Sängerin locker in den Schatten stellt. Ein wunderbares Konzert (fast schon ein kleines Festival), wo wirklich was fürs Geld geboten wurde – und ich hatte Mühe, zuhause die Treppe zu meiner Wohnung hochzukommen.

 

Text Copyright Anna-Selina Sander 2006
Bilder Copyright Bif Naked 

 
< zurück   weiter >
© 2012 www.g-wie-gorilla.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.