Advertisement

Gorilla des Monats

bernie 
Home arrow Filme arrow Dreimal Federico Fellini
Dreimal Federico Fellini

Muessig!Schwindlig!Geistig!von Jochen Ecke 

DVD-Reviews: Auf Arthaus ist Verlass: Bei dem rührigen Kinowelt-Label sind in den letzten Monaten gleich drei Klassiker von Federico Fellini erschienen. Die Müßiggänger, Die Schwindler und Julia und die Geister bieten einen idealen Querschnitt durch das Schaffen des selbsternannten "großen Lügners". Wer hier nicht klickt, ist gegen uns.

Dreimal Federico Fellini

von Jochen Ecke

Gelogen hat er immer. Nicht nur gegenüber Journalisten erzählte der italienische Regisseur Federico Fellini gerne die wildesten Geschichten - über sein Leben, über angebliche neue Projekte, über seine Filme. Seine am häufigsten verbreitete Legende dabei: Als Jugendlicher sei er mit dem Zirkus davongelaufen und hätte eine ganze Zeit seines jungen Lebens bei den Gauklern verbracht. Das stimmt mit ziemlicher Sicherheit nicht. Sieht man sich aber seine Filme an, dann erkennt man, wie sehr diese Lüge im Dienste der Wahrheit stand: Da geht es um Hallodris, Betrüger, Vagabunden, Selbstdarsteller. Und immer wieder tauchen Menschen in bunten, furchtbar künstlichen Kostümen auf, bieten ordinäre Varieté-Nummern dar, werden abgelöst von Clowns und halbnackten Tänzerinnen. Nino Rotas Musik dazu klingt wie die beste, magischste Jahrmarktsbeschallung, die man nie auf dem Volksfest gehört hat. Fellini ist also wirklich mit dem Zirkus davongelaufen, damals, als ihn der noch völlig unbekannte Roberto Rossellini für seine ersten Filmprojekte anheuerte. Und er ist nie zurückgekommen.

Auf diese Weise offenbaren Fellinis Lügen mehr über ihren Urheber als es die nüchternste, ehrlichste Autobiographie je könnte. Genau so verstand Fellini wohl auch das Filmemachen - als ein Mittel, um über den Umweg der größtmöglichen Flunkerei so aufrichtig zu sein wie er konnte.

Das tat er erst auf vergleichsweise konventionelle Weise: Die Filme seiner ersten Schaffensperiode, von Luci del varietà bis vielleicht Le notti di Cabiria oder maximal noch La dolce vita waren in ihrem Ansatz noch ein wenig dem Neorealismus Rossellinis verhaftet - Fellini drehte praktisch nicht im Studio, war versessen auf authentische Außenaufnahmen, suchte immer den Blick auf das tatsächliche Italien in den fünfziger Jahren, vor allem auf die armen Leute, die kleinen Leute, die Kleinkriminellen. Ganz so fanatisch wie Rossellini oder Visconti in den späten Vierzigern betrieb Fellini seine Suche nach Authentizität aber nie: Bei ihm gab es praktisch keine Laiendarsteller, die Szenen waren in jeder Geste, jedem Blick, jeden Gang präzise choreographiert. Seine Kameraarbeit und Lichtsetzung war poetisch und expressiv, und so veränderten sich gerade bei Nacht seine Originalschauplätze in Richtung einer traumhaften, überzeichneten Wirklichkeit.

So war es dann auch nicht vollends verwunderlich, dass die zweite Schaffensperiode, die mit 8 1/2 begann, für Fellini eine praktisch vollständige Abkehr vom Neorealismus bedeutete: Er drehte von dort an fast nur noch im Studio, erschuf mit seinen Produktionsdesignern gigantische, surrealistische Sets, steckte seine Schauspieler in die irrsinnigsten Kostüme. Seine Filme waren jetzt - wohl auch in Folge seiner Begeisterung für die Traumdeutung des Psychoanalytikers C.G. Jung - vollends zu surrealen Welten geworden, die nur noch von Traumlogik beherrscht wurden. Für diese Schaffensphase steht im Folgenden das Review der Arthaus-Veröffentlichung von Julia und die Geister. Zu Beginn stehen Die Müßiggänger und Die Schwindler für den poetischen Realismus der frühen Filme.

 

Die Müßiggänger

Muessig!Italien (1953)

Regie: Federico Fellini, Buch: Federico Fellini, Ennio Flaiano, Tullio Pinelli, Kamera: Carlo Carlini, Otello Martello, Luciano Trasato, mit: Franco Interlenghi, Alberto Sordi, Franco Fabrizi

Originaltitel: I Vitelloni

Erschienen bei Arthaus

Preis: ca. 15,- Euro

Schon die frühen Filme wie Die Müßiggänger (der internationale Durchbruch des Regisseurs) trugen erhebliche autobiographische Züge, die Fellini aber so weit in ein Netz aus Fiktionen und Halbwahrheiten einsponn, bis die tatsächlichen Ereignisse nicht mehr herauszulesen waren - schon das ein erheblicher Bruch mit dem auf Echtheit und den Moment versessenen Neorealismus. Im Gegenteil, das Thema der Vitelloni ist zeitlos: Es geht um Kinder Anfang dreißig, junge Rentner, verzogene Mittelstandssöhne. Die vier titelgebenden Herren langweilen sich in ihrer verschlafenen Heimatstadt, als hätte die Pubertät nie ein Ende genommen. Keiner von ihnen ist vollends willens, mit dem Zustand der Bewegungslosigkeit zu brechen, Verantwortung zu übernehmen und sich für eine Identität zu entscheiden. Und so driften sie durch den Alltag, lassen sich von den Eltern aushalten, saufen, träumen, machen endlose Spaziergänge am Strand. Alle vier Nichtsnutze - sie kommen einem als Mittzwanziger unangenehm bekannt vor- sind Fellini. Und keiner von ihnen ist Fellini. 

Muessig!Noch viel muessiger
Links: Die Müßiggänger werfen lange Blicke dorthin, wo sie ihrer Meinung nach eigentlich sein sollten: überall, nur nicht hier. Rechts: Dieses Panorama von einem der Strandspaziergänge in I Vitelloni wurde zu einem der prägendsten Bilder des europäischen Nachkriegskinos.

Genauso wie die Protagonisten weigert sich der Film, eine klare Linie zu entwickeln. Stattdessen wechselt die Perspektive ungeheuer elegant zwischen den einzelnen Figuren hin und her. Die Vielstimmigkeit wird noch unterstützt durch einen Einstellungsreichtum, der sich in den späteren Filmen nicht mehr in diesem Maße findet und der an Rossellinis Kamerastil erinnert. Trotz aller Perspektivenwechsel zeigt sich allerdings bald, dass Fellini am meisten Interesse an dem Frauenhelden Fausto (Franco Fabrizi) hat, der ungewollt die schönste Frau der Stadt schwängert - und deswegen als erster der Vitelloni zur Verantwortung gezwungen wird. Wie in den 50er Jahren üblich verordnen die Eltern eine Zwangsheirat, aber natürlich ist die bezauberndste Frau weit und breit nicht genug für Fausto. Seine Schwindeleien, wie er sie betrügt, wie er sich der Lage verweigert, sind meist der Kern des Films. Bei Fellini wird das aber nicht zur moralischen Läuterungsgeschichte, genauso wie kein Ereignis melodramatisch hervorgehoben wird - in seinen Filmen ist alles gleich wichtig, gleich beachtenswert. Es gibt keine großen charakterlichen Epiphanien, eher Momente der Krise, in denen die Figuren für einen Augenblick zeigen können, welche Wärme und Güte sie eigentlich ausmacht - mögen sie sonst auch Bastarde wie Fausto sein. Der macht im Laufe des Films zwar eine Wandlung durch, aber sicher keine zum vollends braven Ehemann. Nicht uninteressant ist dabei, dass der mit Giulietta Masina verheiratete Fellini selbst notorischer Fremdgänger war.

Hülfe!Schuess!
Links: Die Sorte von expressiver Lichtsetzung, die es im Neorealismus im eigentlichen Sinne nie gegeben hätte - der heruntergekommene Schauspieler-Opa entpuppt sich unter der Brücke als unheimlicher Lustgreis. Rechts: Abschied von der Kleinstadt. Weil's ja kein Aufwand ist, hat Fellini die Kamera an die Seite des tatsächlich fahrenden Zuges (!) bauen lassen.

Die Müßiggänger ist ein Film der scheinbar mühelos erzählten, ganz kleinen Geschichten. Da ist zum Beispiel der intellektuelle Leopoldo, der ein paar armselige, prätentiöse Theaterstücke für die Dorfbühne geschrieben hat und meint, in einem abgehalfterten ehemaligen Bühnenstar  auf der Durchreise seinen Retter gefunden zu haben - bis er in einer sehr traurigen, sehr komischen Szene herausfindet, dass der lächerliche Alte eigentlich nur gerne mit ihm unter der Brücke Unzucht treiben würde. Weil die ganz großen, umwälzenden Ereignisse wie im richtigen Leben ausbleiben, ist I Vitelloni auch eine Geschichte des langsamen Wandels. Die Müßiggänger brechen zwar nach und nach in die richtige Welt auf, aber sie merken es selbst gar nicht so richtig, weil sie zu sehr mit sich selbst zu tun haben. Am Ende schafft dann nur einer von ihnen den bewussten, schnellen Bruch mit der Kleinstadt - der Unscheinbare, Verschwiegene, der sich nicht so selbstverliebt wie die anderen in seiner Heimat unabkömmlich gemacht hat. Seine letzte Zeile Dialog, als er schon in den Zug gestiegen ist, spricht Fellini selbst.

 

Die Schwindler

Schwindlig!Italien (1955)

Regie: Federico Fellini, Buch: Federico Fellin, Ennio Flaiano, Tullio Pinelli, Kamera: Otello Martelli, mit: Broderick Crawford, Giulietta Masina, Richard Basehart, Franco Fabrizi

Originaltitel: Il Bidone

Erschienen bei Arthaus

Preis: ca. 15,- Euro

 

Die Schwindler drehte Fellini zwei Filme später: Dazwischen lag der gigantische internationale Erfolg von La Strada (deutsche DVD ebenfalls bei Arthaus erschienen). Im Gegensatz zu den Vitelloni und La Strada wird Il Bidone gerne als kleinerer, weniger bedeutender Film angesehen, aber damit tut man ihm Unrecht. Die Geschichte über einen alternden, ehemals höchst erfolgreichen Trickbetrüger (Broderick Crawford ), der es nicht fertig bringt, sein Leben neu auszurichten und stattdessen immer weiter in die Bedeutungslosigkeit absinkt, ist in vielerlei Beziehung überaus spannend anzusehen. Am meisten Bewunderung bringe ich dafür auf, wie Fellini aus dieser eigentlich ziemlich melodramatischen Story, die auch das Potential zu unangenehmen Moralpredigten in sich birgt, etwas völlig neues macht. Anstatt sie zu verurteilen, begegnet der Film seinen Figuren mit Liebe und manchmal sogar Bewunderung. Ein Trickbetrug ist besonders zentral und wird gleich zweimal im Film durchgezogen: Crawford (seine Figur heißt Augusto) und die anderen Schwindler verkleiden sich als Geistliche und bringen mit einer abenteuerlichen Geschichte arme Bauern um ihre letzten Geldreserven. Das ist zugegebenermaßen ziemlich verwerflich, und Fellini sorgt dafür, dass man sich dem Mitleid für die tumben, gutmütigen Landeier nicht entziehen kann. Das Kunststück ist aber dabei, dass wir trotzdem mit Augusto und Co. Spaß an der Show haben - die Schwindler sind extrem überbezahlte, höchst unterhaltsame Clowns.

 
Psst! Der schwindelt!Schwindelnde Höhen
Links: In Il Bidone geht es bisweilen durchaus burlesk-albern zu. Rechts: Die Schwindler ergaunern sich die Wohnungsgelder von armen Obdachlosen. Fellini arbeitet kongenial mit Massen von - eine klare Ausnahme in seinem Werk - Laiendarstellern.

Zu Beginn des Films tragen ihre Betrügereien dann auch oft genug alle Merkmale der Burleske, und manchmal durchweht die Szenen sogar ein Hauch von Klamauk. Nach und nach wird aber immer klarer, dass hinter den bühnenreifen Shows Augustos eine ziemlich traurige Realität steht: Immer wieder kontrastiert der Film das Leben in den Slums vor den Toren Roms mit dem der heuchlerischen High Society - zu der Augusto so gerne gehören würde. Fellinis Inszenierung wird nach und nach düsterer. Spielen die ersten Szenen noch bei Tag, findet ein großer Teil des zweiten und dritten Aktes in dunklen Straßenzügen statt, von Kameramann Otello Martelli sehr ausdrucksstark und verfremdend ausgeleuchtet. Es wird klar, wie schwach die menschlichen Bindungen unter den Kleinkriminellen sind: Als Augusto einmal für ein paar Monate ins Gefängnis wandert, tauchen nach der Entlassung viele der Figuren des ersten Aktes einfach nicht mehr auf. Der Schwindler ist alleine.

SchwindsuchtSchwindende Kräfte
Links: Die verehrungswürdig präzisen Bildstaffelungen und Figurenanordnungen finden sich in allen Filmen Fellinis. Rechts: Die Schwindler ist ein Film der heftigen Kontraste - zwischen Slums und dem heuchlerischen High Life, das dieses Bild zeigt.

Genauso wie bei den Vitelloni wird nicht nur diese eine zentrale Geschichte erzählt, sondern immer wieder auch das Leben der Nebenfiguren gezeigt - vor allem das des erfolglosen Künstlers Bruno (Richard Basehart), der als einziger der Gauner nicht vollends versessen auf das Leben als Haltloser ist. Il Bidone ist amüsant, herzlich, liebevoll und schonungslos, und selbst das konsequente Ende nutzt Fellini nicht, um die moralischen Daumenschrauben anzuziehen.

 

Julia und die Geister

Geistig!Italien (1965)

Regie: Federico Fellini, Buch: Federico Fellini, Tullio Pinelli, Ennio Flaiano, Brunello Rondi, Kamera: Gianni Di Venanzo, mit: Giulietta Masina, Sandra Milo, Mario Pisu, Valentina Cortese

Originaltitel: Giulietta degli Spiriti

Erschienen bei Arthaus

Preis: ca. 15,- Euro

 

Mit 8 1/2 (im nächsten Jahr bei Arthaus) kam dann der schon angesprochene Wandel im Schaffen Fellinis, der sich in Grundzügen schon in den frühen Filmen angedeutet hatte, hin zum Künstlichen, zum ganz und gar Imaginären und Traumhaften. Julia und die Geister war der erste Film nach 8 1/2, und man könnte ihn als das weibliche Gegenstück zu der Männerfantasie des Vorgängers betrachten: In 8 1/2 ging es um Felllini, den Regisseur - und seine Midlife Crisis. In Julia und die Geister geht es um die Krise einer Frau namens Giulietta, gespielt von Giulietta Masina - Fellinis Ehefrau.

 Schnueff!
Immer wieder lenkt Kameramann Gianni Di Venanzo mit expressiver Lichtsetzung den Blick auf Giuliettas Augen - ihre Wahrnehmung im Film ist auch die Wahrnehmung des Zuschauers.

Was an äußerlicher Handlung alles im Film passiert, lässt sich nur schwierig sagen - weil es oft fast unmöglich ist, zwischen Traumbildern und konkreten Ereignissen zu unterscheiden. Die gesamten 138 Minuten des Films erleben wir aus der Subjektiven der Masina, wie uns Fellini mit ständigen Großaufnahmen seiner Frau immer wieder klar macht. Ihre Blicke sind unsere; Tagträume und Fiktionen sind unverrückbarer, untrennbarer Teil ihrer Realität. Sicher ist wohl nur, dass ihr Mann sie betrügt, obwohl er sie noch liebt; dass Giulietta der reichen Oberschicht angehört und sich in ihrem schicken Haus furchtbar langweilt; dass sie gegenüber ihrer schönen, arroganten Verwandtschaft verblasst; und dass sie im Gegensatz zu den überkandidelten Taugenichtsen um sie herum, die im typischen 60er-Stil alle Weltreligionen durchhecheln, zwar nicht nach Erleuchtung sucht, aber im Verlauf des Films trotzdem den gordischen Knoten in ihrer Seele spaltet.

  Hochzeit!
Obacht, Abstraktion: Die Sets und Kostüme in Julia und die Geister sind Meisterwerke völlig entfesselten Produktionsdesigns.

Schwer esoterisch geht es tatsächlich zu, von Anfang an: Da hält der in Giuliettas Haus versammelte Bekanntenkreis eine höchst alberne Séance ab - bei der dann wohl tatsächlich Geister geweckt werden. Die sind zwar wohl allein Giuliettas Unterbewusstsein zuzuordnen, aber das macht sie keinen Deut weniger aufdringlich. Hinter allen möglichen zutiefst merkwürdigen Ereignissen in grellem, brillant gestalteten Technicolor zeigt sich nach und nach Giuliettas Seelengeschichte: traumatische Kindheitserlebnisse auf der Theaterbühne; Gott hiner einer verschlossenen Tür; Traumgestalten, die sich direkt hinter ihren Augenlidern verbergen. Mit ihren Freundinnen, ihren Nachbarn und anderen Gestalten tingelt sie durch alle möglichen Orte, die Heil versprechen. Sie begegnet hermaphroditen Gurus; einer Künstlerin, die sich Gott aus Marmor haut und nur zu gerne mit ihm krawemsern würde; der durchgeknallten Frau aus der Villa gegenüber, die ihr sexuelle Befreiung predigt. 

Technicolor!
Wer gerne über Technicolor lästert, sollte sich Julia und die Geister ansehen: In Fellinis erstem Farbfilm wird mit praktisch jeder Einstellung klar, was mit dem Ende dieses Verfahrens an Leuchtkraft und Ausdrucksstärke für das Medium verloren gegangen ist.

 All diese Merkwürdigkeiten sind virtus inszeniert, fotographiert, gespielt. Vor lauter Schwenks, Travelings und Schärfenfahrten wird es dem Zuschauer noch schwindeliger als schon beim Bilderwahnsinn des Vorgänger 8 1/2. Nur zu dessen universeller Relevanz, zu der ungeheuren Identifikation mit dem großen, versöhnenden Tanz des Lebens am Ende will Julia und die Geister einfach nicht finden, obwohl er sich genauso an einer Befreiung seiner Hauptfigur abmüht. Ein Film über Frauen sollte es wohl werden - oder zumindest ein Film über eine Frau. Nach mehrfachem Ansehen bin ich mir aber nicht so ganz sicher, ob Fellini wirklich so viel von dieser Frau verstanden hat. Zwar zielt der genialische Irrsinn seiner Inszenierung immer darauf ab, das Innenleben Giuliettas sichtbar zu machen, aber diese Verknüpfung mag auf den Zügen der Masina nicht so oft sichtbar werden. Wenn Julia und die Geister also nicht vollends gelingt - was ich nicht mit Nachdruck sagen würde - dann auf atemberaubenden Niveau: Giulietta mag blasser bleiben als Marcello Mastroianni in 8 1/2, aber der visuelle Reichtum, die Wahnsinns-Performance aller Abteilungen von Fellinis Team tröstet darüber hinweg.

Alle drei der Arthaus-DVDs bieten allesamt eine völlig einwandfreie Aufbereitung der Filme in Bild und Ton. Besonders das Technicolor von Julia und die Geister strahlt wunderbar grell. Schade ist ein wenig, dass sich selbst für einen Meilenstein wie Die Müßiggänger wohl der Aufwand nicht gelohnt hätte, die Disc mit ein paar Extras jenseits von Texttafeln auszustatten. Diese Sonderbehandlung bekommt aber zumindest der demnächst beim selben Label erscheinende 8 1/2 verpasst. Zum Ausgleich darf man den Produktgestaltern bei Arthaus für die sehr gelungenen, stilvollen Cover danken. Für weitere Veröffentlichungen aus dem Fellini-Fundus wären wir sehr dankbar.

 

Text Copyright 2006 Jochen Ecke
Film, Poster, Screenshots Copyright Arthaus

 
< zurück   weiter >
© 2012 www.g-wie-gorilla.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.