
System: PlayStation Portable
Japan (2004), Produktion: Tetsuya Mizuguchi, Konzept: Ryuichi Hattori, Osamu Kodera, Art Director: Katsumi Yokata Musik: Mondo Grosso, Eri Nobushika, uvm.
Entwickler: Q-Entertainment
Erschienen bei: Ubi Soft
Preis: ca. 20€ Lumines - Platinum bei Amazon.de
Ein Interview mit Tetsuya Mizuguchi findet ihr hier.
Sonys tragbarer Fast-Alleskönner PSP ist mit einem ordentlichen Spiele-Lineup gestartet - Titel wie Ridge Racer oder Wipeout kommen ihren stationären großen Brüdern beängstigend nahe und sorgen für gepflegtes Staunen. Trotzdem ist es ein auf der ersten Blick eher unscheinbares Puzzle-Spiel, das der ganzen hochgezüchteten 3D-Konkurrenz die Show stielt.
Und es ist nur passend, wenn solch ein Ausnahmespiel auch von einem Ausnahmedesigner entwickelt wurde. Tetsuya Mizuguchi war schon immer ein Garant für Avantgarde-Unterhaltung, originelle Inhalte und ausgefuchste Spielideen. Nach Space Channel 5 und Rez ist der Hauptgedanke auch bei Lumines die Synästhesie - die Überschneidung der sinnlichen Wahrnehmung. Farben werden zu Tönen, und indem man das Auge reizt, reizt man auch das Ohr und vice versa. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Im Grunde ist Lumines ein typischer Puzzler. Viereckige Steine aus vier Einzelteilen in zwei Farben fallen in das Spielfeld - werden vier gleichfarbige Bauteile nebeneinander platziert, verschwinden sie, sobald der Taktstrich darüber fährt.

Bunt, laut und trippig - Lumines ist ein Fest für die Sinne.
Und der führt uns zum wichtigsten: Neben der pulsierenden Grafik und der punktgenauen Spielbarkeit ist der Soundtrack der Star der Stunde. Namhafte Größen der elektronischen Musik und des Acid-Jazz wie der von uns auf der nächsten Seite interviewte Mondo Grosso sorgen für die richtige Akustik. Erst über die Kopfhöhrer entfaltet Lumines seine volle Wirkung. So sitzt man dann wie in Trance vor seiner PSP, sortiert Steine und nähert euch so langsam einem absoluten Zen-Zustand, in dem die Welt, das Universum und eben alles auf einmal Sinn ergibt. Und das ist es, was ein gutes Videospiel ausmacht. Ist Zen allerdings weniger das Motto der Stunde, wagt man sich an die hektischeren Aspekte - verschiedene Time Attack-Modi laden zur Highscore-Jagd ein, und der spaßige Zweispielermodus sorgt für verbissene Gefechte.
Mizuguchi-san hat es auf jeden Fall wieder einmal geschafft - Lumines entfaltet die gleiche hypnotische Wirkung wie sein indirekter Vorgänger Rez und haucht so einem Genre neues Leben ein, das eigentlich längst als rückständig und überholt galt. PSP-Besitzer sollten neben Ridge Racer und all den anderen Dreidimensionalitäten auf jeden Fall auch Lumines ihr Eigen nennen. Denn auch auch lange nachdem die anderen Starttitel ihre Faszination verloren haben wird man immer wieder gerne eine Runde Lumines einlegen - vielleicht klappts ja dann auch mit dem Zen.