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Cecelia Ahern (2006) Verlag: Fischer, Frankfurt Preis: € 8,95 Für immer vielleicht kaufen bei Amazon.de ISBN 3596161347 UK-Release: The Other End of the Rainbow US-Release: Love, Rosie Cecelia Ahern ist Tochter des irischen Ministerpräsidenten. Das allein wird für viele ein Grund sein, ihren zweiten Roman nicht zu kaufen, auch wenn sie bereits mit PS, I love you einen beachtlichen Erfolg gefeiert hat. Nun also der Nachfolger, ein 420 Seiten dicker Schmöcker, der das Leben der Protagonistin Rosie Dunne über mehr als vierzig Jahre hinweg begleitet. Die zugrunde liegende Handlung ist einfach und über weite Strecken vorhersehbar: Seit der ersten Klasse sitzen Rosie Dunne und Alex Stewart nebeneinander, werden mit den Jahren natürlich zu besten Freunden und man ahnt als Leser gleich, dass sie für einander bestimmt sind - nur sie selbst werden es über Jahre hinweg verleumden. Alex zieht aus Irland weg nach Amerika, Rosie lässt sich auf dem Abschlussball schwängern - die ersten beiden Schicksalsschläge, auf die noch viele weitere folgen werden. Gott und Schicksal - alles scheint sich gegen die beiden Kindheitsfreunde verschworen zu haben. Es folgen Hochzeiten, Scheidungen, Kinder und wechselnde Jobs auf beiden Seiten des Ozeans. Zum Glück sind Alex, Rosie, sowie deren Familien und Freunde sehr schreibfreudig, so dass dem Leser nichts von ihrer Lebensgeschichte entgeht. Ahern hat den traditionellen Briefroman auf eine moderne Ebene verlegt. Die handgeschriebenen Briefe und Zettel machen nur einen kleinen Teil der Kommunikation aus, viel prominenter sind Emails, Chatlogs und SMS. Hier ist auch das erste Mal gefragt, ein Auge zuzudrücken - die sehr junge Autorin scheint vergessen zu haben, dass man vor vierzig Jahren nicht mal eben eine Mail nach Amerika schreiben konnte. Das dürfte einen modernen Leser jedoch kaum stören (Oder kann sich jemand noch vorstellen, ohne Internet zu leben?). Wesentlich mehr ins Gewicht fällt, dass es, jedenfalls in der deutschen Fassung, kaum sprachliche Unterschiede zwischen den vielen Personen gibt. Da ist zum Beispiel Rosies Mutter, eine ältere irische Dame, Alex Stewart, der in Harvard studiert hat und am Telefon längst mit amerikanischem Akzent spricht, Rosies wenig gebildete Freundin Ruby, die mit einem Truckerfahrer zusammenlebt - sie alle scheinen sich auf der selben sprachlichen Ebene zu bewegen, wenn man mal von dem, nach den ersten hundert Seiten nur noch nervigen, Schreibfehler absieht, den sich Alex und Rosies Tochter Katie teilen: aus "ich weiß" wird "ich weis", worauf regelmäßig ein entsprechender Hinweis "das ist aber falsch!" kommt. Man sollte Aherns Roman also nicht wegen der spannenden Handlung und auch nicht wegen der ausgefeilten Sprache lesen - aber warum denn dann? Nun, mich begeisterten die liebevoll gezeichneten Charaktere, von denen im Laufe der vierzig Jahre nicht wenige auftauchen werden. Sie bleiben bodenständig und glaubwürdig, man leidet mit ihnen, macht sich Sorgen oder möchte sie am liebsten kräftig treten. Insbesodere Rosie, deren Blickwinkel man über weite Strecken einnimmt, schreit nach Mitgefühl, während sie mit einem Schicksalsschlag nach dem anderen fertig wird, und dennoch die Kraft hat, ihre kleine Familie zu beschützen. Stets trifft sie aus Rücksicht Entscheidungen gegen ihr eigenes Glück, und jedes Mal verdient sie dafür vollste Bewunderung. Man hat sie dafür einfach gern, und wenn das Kapitel mal wieder mit einer Schreckensmeldung endet, möchte man deren Verfasser persönlich die Meinung sagen. Wahrscheinlich werden die wenigsten diesen Roman ein zweites Mal lesen, doch die Zeit, die man damit im Flugzeug oder Zug verbringt, vergeht angenehm schnell. Am Schluss bleiben zwei angenehme Gedanken übrig: Es ist vielleicht gar nicht so schlimm, sich als junge Frau gegen den Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden. Und mit dreißig fängt das Leben sowieso erst richtig an. Text Copyright Darina Goldin 2006 Cover Copyright Fischer Verlag |