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Gorilla des Monats

bernie 
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Sam & Max: Freelance Police

IntroUSA (1997), Umfang: 1. Staffel, 12 Episoden, Konzept: Steve Purcell, Regie: Steve Whitehouse, Buch: Tracy Berna, Hugh Duffy u.a., Sprecher: Harvey Atkin (Sam), Robert Tinkler (Max)

Dass Privatschnüffler Sam und sein hyperaktiver Karnickelsidekick Max im Bereich der Computerspiele und Undergroundcomics sichtbare Spuren hinterlassen haben, ist allseits bekannt. Dass die beiden aber auch auf eine kurze TV-Karriere zurückblicken können, ist weniger weit verbreitet. Eigentlich schade, denn allen Mängeln zum Trotz ist die hierzulande unbekannte Fernsehserie Sam & Max: Freelance Police (die sich ironischerweise ihren Namen mit dem gescheiterten Lucasarts-Sequel teilt) mindestens einen, und vielleicht sogar zwei Blicke wert.

An der Grundidee hat sich zum Glück auch im Zeichentrickformat nichts geändert. In jeder Folge werden unsere freischaffenden Gesetzeshüter in ein neues bizarres Abenteuer verwickelt, dass ihnen reichlich Gelegenheit bietet sarkastische Sprüche zu klopfen, spontanen Gewaltakten zu frönen und eventuell sogar eine gute Tat zu begehen. Alles wie gehabt also? Nicht ganz, denn ein solches Konzept passte im amerikanischen Fernsehen Ende der Neunziger noch weniger als heute in die Prime Time. Sam & Max wurden also ins Kinderprogramm abgeschoben und entsprechend kastriert. Und NIEMAND kann dieses Duo beschneiden, ohne es bitterlich zu bereuen. Sam & Max sind etwas handzahmer, weniger rücksichtslos, und greifen hin und wieder sogar auf die Unterstützung eines klugschwätztenden Teenagers mit dem äußerst passenden Namen „Geek“ zurück. Ganz recht, die Serie leidet unter dem gefürchteten Wesley Crusher-Syndrom: Eine Identifikationsfigur im Alter des Zielpublikums stiehlt den eigentlichen Stars das Rampenlicht und geht den Zuschauern dabei gehörig auf den Keks. Zum Glück ist die Rolle der Geek-Figur aber relativ limitiert und beschränkt sich auf gelegentliche Gastauftritte. Insofern ist die Präsenz des Quotenkiddies zwar weiterhin
nutzlos, aber trotzdem erträglich.


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Links: Sam und Max streiten sich, wie üblich, ums Telefon. Rechts: Oh Gott, es ist Maxzilla!!

Der Rest funktioniert hingegen erstaunlich gut. Die One-Liner sind nach wie vor Comedy Gold, Sam & Max sind immer noch liebenswerte Soziopathen, und die Plots sind wohldurchdachter Irrsinn im Purcell-Stil. Im Gegensatz zu anderen Inkarnationen von Sam & Max sind Wortwitz und Sarkasmus allerdings im Fernsehen nicht immer die dominante Art von Humor. Oft wird es ziemlich albern, überdreht und slapsticklastig. In solchen Momenten erinnert die sorgsam animierte Freelance Police eher an andere beliebte Serien der Neunziger wie Animaniacs oder auch Pinky & The Brain. Nicht dass daran irgendwas auszusetzen wäre – diese Sendungen waren schließlich extrem unterhaltsame, gut produzierte Animationsserien, und es ist keine Schande, mit ihnen im gleichen Atemzug genannt zu werden. Es mag sein, dass sich die Zeichentrickserie nicht immer wie klassische Sam & Max-Kost anfühlt, aber letzten Endes fängt sie das Feeling der Vorlage oft genug ein, um selbst zynischeren Fans ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.

DesotoCouch
Egal ob beim Highwaysurfen oder auf der heimischen Couch: Sam und Max sind immer für eine Überraschung gut.

Es bleibt zu hoffen dass im Rahmen des aktuellen Revivals endlich ein DVD-Release oder gar eine Neuauflage der Serie in Erwägung gezogen wird. Wer jedoch nicht mehr warten kann, um das dynamische Duo endlich mal wieder in Bewegung zu sehen, sollte bei Telltale reinschauen. Dort gibt es nämlich im Sam & Max Interim Theater hin und wieder neue Kurzfilme von Steve Purcell, um die Wartezeit aufs nächste interaktive Abenteuer der Jungs zu verkürzen. Reinschauen lohnt sich!

Text Copyright 2006 Peter Clausen
Bilder Copyright: Fox Kids, Teletoon

 
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