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Gorilla des Monats

bernie 
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Phantasy Star Retrospektive
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Phantasy Star Retrospektive
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Phantasy Star 3 - Generations of Doom

ps3System: Mega Drive

Japan (1990), Produktion: Tsukapon, Writer/Director: Hirota Saeki, Yang Watt, Charakter-Design: Toyo Ozaki, Musik: Izuho Numata 

Phantasy Star 3 wird gemeinhin als das schwarze Schaf der Serie bezeichnet und heimste bereits bei seinem Erscheinen meist eher mittelmäßige Wertungen ein. Aber hat es das wirklich verdient? Wir meinen "nein".

Klar, auf den ersten Blick spricht vieles gegen Phantasy Star 3. Das Setting scheint so gar nichts mit dern Vorgängern zu tun zu haben, die Monstersprites in den Kämpfen sind hässlicher und schwächer animiert als in Teil 1 und 2, die Menüs sind umständlicher und auch die Handlung macht zunächst einen weitaus belangloseren Eindruck: Die Braut von Prinz  Rhys wurde direkt vor dem Traualtar von einem Drachentier entführt, und der Prinz will die Angebete zurück haben. Aber Phantasy Star 3 zeigt aufs vortrefflichste, wie so ein erster Eindruck täuschen kann. Nach ein paar abenteuerlichen Spielstunden, in denen Rhys bereits verschiedene Welten erforscht, Mitstreiter aufgegabelt und Hundertschaften von Monstern verprügelt hat, kann er seine Frau wieder in die Arme schließen und wird vor die Wahl gestellt - heiratet er die geklaute Braut oder hat er mittlerweile nicht eher ein Auge auf eine seiner Kampfgenossinnen geworfen?

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Und hier zeigt sich, was es mit dem Untertitel "Generations of Doom" auf sich hat - nach der Heirat vergehen etliche Jahre und der nächste Held ist der Spross von Rhys und dessen Außerwählter. Und das ist nicht der letzte Generationssprung. Erst Rhys' Enkel wird endgültig das Ziel des Spiels erreichen und das ganze Ausmaß der Handlung erkennen. So bieten sich dem Spieler je nach Entscheidung vier verschiedene Endsequenzen. Der Mehrfachspielwert ist also durchaus beträchtlich.

Da ist es nur gut, dass die Entwickler den gefürchteten Schwierigkeitsgrad der Vorgänger  beträchtlich gesenkt haben.  Anstelle der gigantischen Dungeons der ersten beiden Teile  gibt es nun vergleichsweise überschaubare Labyrinthe, und da der Spieler nun mit maximal fünf Helden in den Kampf zieht, kann man immer gut einen oder zwei für zum Heilen abstellen.art Während die Grafik etwas die Erwartungen enttäuscht, ist die Musik teilweise wunderbar stimmungsvoll und atmosphärisch. Besonders hat es uns die Musik der Oberwelt angetan - das eingangs etwas eintönige und langweilige Thema gewinnt mit jedem Mitstreiter eine weitere Stimme dazu und wird so langsam aber sicher zum enormen Ohrwurm.

Auch das Charakterdesign weiß zu gefallen. Die Figuren von Toyo Ozaki haben einen wunderbaren 80er Jahre-Charme, und auch wenn nicht jeder Mitstreiter gleich wichtig ist, so sind doch die Hauptfiguren sympathisch und interessant genug, um den Spieler nicht nur aus Nostalgiegründen am Pad zu halten. Und wer das Spiel weit genug spielt, der wird auch erfahren, wie Phantasy Star 3 in die Geschichte um Algol und den ewigen Antagonisten Dark Force passt.

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Phantasy Star 4 - End of the Millenium

ps4System: Mega Drive

Japan (1994), Director: Rieko Kodama, Toru Yoshida, Skript: Akinori Nishiyama, Charakter-Design: Toru Yoshida, Musik: Izuho Numata, M. Nakagaki

Phantasy Star 4 ist ohne jede Übertreibung das Kronjuwel der im Februar erscheinenden Sega Mega Drive Collection und eines der besten 16-Bit-Rollenspiele überhaupt. Der vierte und letzte Teil der original Phantasy Star-Serie muss den Vergleich mit seinen Zeitgenossen auf dem SNES keinesfalls scheuen. Während Phantasy Star 4 spielerisch die Brücke zwischen modernen, vergleichsweise zugänglichen RPGs und den sperrigeren älteren Genrevertretern schlägt, ist es die Handlung, die den Spieler hier ans Pad fesselt.

Denn Phantasy Star 4 ist tatsächlich das Ende der Serie - hier werden nicht nur die ersten drei Teile in einen gemeinsamen Kontext gesetzt und komplett miteinander verbunden, die Geschichte wird auch tatsächlich aufgelöst und beendet. Nach dem Abspann ist im Grunde kein Platz und auch kein Bedarf mehr für weitere Abenteuer im Algol-System. Gut, einerseits ist das natürlich schade für den Spieler, aber aus einer inhaltlichen Perspektive ist es eine hervorragende Entscheidung, eine Serie tatsächlich einmal enden zu lassen anstatt sie ad nauseam weiterzuführen. Und wenn der Abschluss dann auch noch so gelungen ausfällt, ist der Abschied von Algol auch nicht ganz so schwer.

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Grafisch ist  Teil vier eine direkte Fortführung des zweiten Teils - die Experimente  mit Architektur und Kampfsystem des dritten Teils sind ad acta gelegt, dafür wurde der Detailgrad gehörig nach oben geschraubt. An allen Ecken und Enden protzt das 24Mbit starke Modul mit liebevollen Details. Bücherregale, Teppiche, hier wetzt ein kleines Monster durch die Gänge... So mögen wir unsere 16-Bit-RPGs. Auch der Soundtrack hat sich gewaschen. Zahlreiche Tracks, die trotz technischer Limitierung hervorragend ins Ohr gehen und ordentlich Stimmung machen untermalen das Abenteuer. Die Soundeffekte sind angenehm kernig ausgefallen.

Das Highlight der Präsentation sind allerdings die Zwischensequenzen. Hunderte von individuellen Bildern erzählen die Handlung weiter und wirken so fast schon wie die artVideosequenzen der damals gerade aufkommenden CD-Konsolen - auf Modul ist dieses Stilmittel in diesem Umfang unseres Wissens nach einzigartig. Überhaupt ist das Spiel in Sachen Narrative eine dramatische Steigerung zu den Vorgängern - die Figuren sind hervorragend geschrieben und tragen den ebenfalls exzellenten Plot. Im Gegensatz zu anderen Rollenspielen hört die Charakterentwicklung nicht an dem Punkt auf, an dem die Figur der Party beitritt. Dank ausführlicher Dialoge - sowohl plot-bedingten, als auch optionalen - bleiben die Figuren über etliche Spielstunden hinweg interessant.

Ein besonderer Leckerbissen ist Phantasy Star 4 natürlich für Serienkenner. Anspielungen auf die ersten drei Teile, bekannte Gesichter bei Freund und Feind und lang erwartete Antworten auf offene Fragen machen es zum idealen Abschluss der Serie. Dank der Sega Mega Drive Collection ist der Klassiker für knapp 30 Euro zu haben. Und das Beste: Das Spiel motiviert heute noch wie damals - wo man für die früheren Episoden doch eher die rosarote Nostalgiebrille aufsetzen sollte, fühlt sich Teil 4 heute immer noch frisch an. Und das ist eine mehr als reife Leistung für ein mehr als zehn Jahre altes Spiel, das vor allem von seinem Plot lebt.

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Text Copyright Thomas Nickel 2006
Screenshots, Artwork Copyright Sega



 
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