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Seite 3 von 3 USA 2002 Originaltitel: Serenity, Umfang: ca. 120 Minuten, Buch: Joss Whedon, Regie: Joss Whedon, Musik: David Newman, Darsteller: Nathan Fillion, Gina Torres, Alan Tudy, Adam Baldwin, Sean Maher, Summer Glau, Jewel Staite, Morena Baccarin, Ron Glass, Chiwetel Eijifor
Es hätte so schön werden können: Nachdem die Zuschauer Malcom Reynolds und seine Crew wild zusammengewürfelter Unruhestifter schon fast abgeschrieben hatten, wurde zwei Jahre nach dem vorzeitigen Ende von Firefly eine Kinofortsetzung angekündigt.
Und die Sterne, so schien es, standen gar nicht mal so schlecht für die intergalaktischen Herumtreiber. Immerhin hatte sich Firefly dank hyperaktivem Online-Fandom und einer extrem erfolgreichen DVD-Box zu einem ausgewachsenen Kulthit gemausert. Genug um den Mainstream zu erreichen war das allerdings nicht, und so verschwand der Streifen ebenso schnell wieder von den Leinwänden wie er aufgetaucht war. Und das ist eine Schande, denn obwohl Hardcorefans, die die Ballade von Jayne im Schlaf rückwärts singen können, definitiv mehr von diesem Film haben, eignet er sich auch perfekt für Neueinsteiger. Da die Handlung gut sechs Monate nach dem Ende der letzten TV-Episode spielt, hat Regisseur und Drehbuchautor Joss Whedon genug Freiraum um den Film nicht mit einem Übermaß an Referenzen zu früheren Abenteuern zu befrachten. Diese Geschichten liegen in der Vergangenheit, sind für die Crew nicht mehr relavant. Auf der Serenity lohnt es sich nicht zurückzublicken – vor dem Gestern läuft man eher weg, als nostalgisch zurückzublicken, und an die Zukunft will man nicht einmal denken.
 
Aber niemand kann ewig von der Hand in den Mund leben, und so ist es kein Wunder, dass River Tam, das enigmatischste Mitglied der Crew, von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Das Rätsel um die mysteriöse Vergangenheit des verwirrten Teenagermädchens, einer der signifikantesten Handlungssränge der Serie, wird in Serenity nahtlos fortgesetzt und kulminiert in einem Finale, das wesentlich epischer ist als alles, was jemals auf dem TV-Bildschirm möglich gewesen wäre. Doch auch wenn River den Auslöser für die Ereignisse des Films darstellt, ist es nach wie vor Malcom Reynolds' Geschichte die Geschichte von Malcom Reynolds, die uns vor den Bildschirm fesselt. Malcolm verlangt nicht viel vom Leben, seit er im Krieg gegen die Allianz alles verloren hat. Seit er den Krieg gegen die Allianz verloren hat, verlangt Malcom nicht viel vom Leben. Ein Schiff, eine Crew, gelegentliche Jobs und ausreichend Treibstoff um weiterzufliegen sind genug. Mal hat mit der Welt abgeschlossen, bleibt an keinem Ort lange genug um Spuren zu hinterlassen und geht jeder Verantwortung aus dem Weg. Captain Reynolds hat jeglichen Glauben verloren, nicht nur an sich selbst sondern auch an die Menschen, an die gesamten Welt. Serenity ist die Stunde der Entscheidung für den nach außen so zynischen Captain. Hat Malcolm wirklich mit der Menschheit abgeschlossen, oder hat er seinen einstigen Idealismus nur tief begraben? Die Antwort auf diese Frage liefert uns Whedon in Gestalt des Bösewichts, eines namenlosen Spezialagenten der auf den Titel „The Operative“ hört. Der Operative, beeindruckend verkörpert von Chiwetel Ejiofor, ist wie ein negatives Spiegelbild von Reynolds. Der eine hat seine Ideale vergessen, der andere lebt nur für den Glauben an das System. Doch wie sich die verschiedenen Philosophien der Charaktere am Ende auswirken sollte man selbst sehen. Im letzten Akt mischt Whedon, wie man es aus seinen TV-Serien gewohnt ist, die Karten neu ohne dem Zuschauer mit dem Holzhammer eine Allroundmessage überzubraten. Glauben hat eben viele Facetten.
  Serenity ist typischer Whedon. Spezialeffekte und Action-Setpieces haben ihren Platz, treten aber neben den Protagonisten in den Schatten. Weder die sauberen CGI-Szenen aus dem Hause Zoic noch die gewohnt routinierte Cinematographie von Eastwood-Kollaborateur Jack N. Green können daran etwas ändern. Wie alle Projekte von Whedon zuvor ist auch der Kinofilm in erster Line charakterbasiert, und wechselt oft unerwartet den Ton. Was im einen Moment noch lustig ist, kann sich nur wenige Sekunden später zum intensiven Drama entwickeln. Einen Status Quo gibt es nie, nichts ist sicher. Dass dabei auch wieder ein paar liebgewonnene Hauptcharaktere über die Klinge springen müssen war zu erwarten. Whedon gibt den Zuschauern eben nicht immer was sie wollen, sondern was sie brauchen. Und wer weiß schon ob wir Mal und seine Spießgesellen wirklich zum letzten Mal gesehen haben? Eine Fortsetzung ist, bescheidener Einspielergebnisse sei Dank, unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen. Sollte dieser Film dass Finale der Firefly-Saga sein, war es ein guter Weg die Geschichte zu beenden. Serenity erzählt vom Kampf einer kleinen Außenseiter-Truppe gegen ein kurzsichtiges Establishment. Und diese Geschichte ist vielleicht die ideale Metapher für den Überlebenskampf der Serie. Man gewinnt nicht immer, aber am Ende ist selbst das kleinste Rad im Getriebe wichtig. Auch wenn das Gros der Gesellschaft ignorant bleibt, jeder kann etwas ändern. Und egal was passiert: Niemand kann der Serenity-Crew diese Leistung absprechen.
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