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B.U.A.P. - Die Froschplage

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Autor: Mike Mignola
Artwork: Guy Davis
Erschienen bei: Crosscult
Preis: €19,80 B.U.A.P. - Die Froschplage bei Amazon.de

B.U.A.P. Zugeben, der Titel klingt eher nach einer Verdauungsstörung mittleren Ausmasses als nach einem zölligen Comic um Ermittler des Übernatürlichen und grause Monsterfrösche. Aber auch wenn der deutsche Name der "Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Ereignisse" nicht unbedingt leicht über die Zunge geht, sollte jeder an genannten Themen interessierte Comicleser die Bekanntschaft von  Abe Sapien, Liz Sherman, Roger dem Homunculus und Johann Kraus machen. Nun, tatsächlich haben etliche Leser zumindest einen Teil der B.U.A.P.-Crew bereits in Mike Mignolas Hellboy kennengelernt, hat der gehörnte Held doch etliche Jahre seine Brötchen, Verzeihung, Pfannkuchen, im Dienste der B.U.A.P. verdient. Nachdem der rote Publikumsliebling die Behörde allerdings am Ende des Sieger Wurm-Plots verlassen hat, wurde es nicht etwa ruhiger um den bunten Ermittler-Haufen, nein! Hellboys Abschied war für die B.U.A.P. erst der Anfang.

Nachdem die eigene B.U.A.P.-Serie zunächst ein Vehikel für verschiedenste Autoren und Zeichner war, die ihre eigenen Geschichten um Abe, Roger und die anderen zu Papier brachten, nahm Mike Mignola mit Die Froschplage wieder selbst die Zügel in die Hand. An die Stelle von oft sowohl in Ton und Stil als auch in Sachen Qualität stark unterschiedlichen Kurzgeschichten tritt nun ein komplexer, durchgehender Plot, der Elemente, die bereits in der ersten Hellboy-Geschichte Saat der Zerstörung angerissen wurden, konsequent weiterführt und sich auch mit dem laufenden Hellboy-Plot ergänzt. Dazu erscheinen die Abenteuer der B.U.A.P. weitaus regelmäßiger als die von Hellboy. Was will man also mehr?

Mit dem durchgehenden Plot kommt auch ein durchgehender Zeichenstil - und mit Guy Davis hätte man kaum einen besseren Künstler verpflichten können. Im Gegensatz zu manch anderem Zeichner liefert Davis keine simple Kopie des typischen Mignola-Artworks ab, sondern pflegt seinen eigenen Strich, der sich durch weitaus mehr Details als die stärker stilisierten, flächigen Mignola-Arbeiten auszeichnet. Wunderbar expressiv ist auch die Farbgebung - man kann dem deutschen Publisher Crosscult nur gratulieren, dass man sich hier für eine voll farbige Veröffentlichung entschieden hat (der erste Band Hohle Erde erschien noch "ergraut" in Deutschland). Schließlich sind die herrlichen Farben der Froschplage ein echter Hingucker.

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Die Froschplage überzeugt aber nicht nur grafisch - auch der Plot weiß auf ganzer Linie zu fesseln und zu gefallen. Nicht nur die bereits aus den Hellboy-Bänden bekannten Ereignisse werden weitergeführt, auch die Helden der B.U.A.P. selbst rücken weiter in den Mittelpunkt. Wir verfolgen nicht nur die Entwicklung von Homunculus Roger weiter, endlich erfahren wir auch mehr über die Geschichte des Fischmenschen Abe Sapien. Trotz allem Drama geht es aber bei B.U.A.P. vor allem um Abenteuer, Action und eine wunderbar prickelnde Dosis feinsten Horrors. Glitschige Froschmonster, mörderische Riesenpilze, schauerliche Mutanten, schleimige Seemonster... Mignola und Davis wissen genau, was dem Leser am meisten Spaß macht und liefern in rauen Mengen.

Wie bei Crosscult gewohnt ist die Aufmachung der deutschen Version über jeden Zweifel erhaben. Hardcover, handliches Din A5-Format und eine astreine, stimmige Übersetzung werden der tollen Vorlage vollends gerecht. Wir legen jedem Comic-Fan mit entsprechend gearteter Pulp-Begeisterung diesen Comic wärmstens ans Herz. Gut, ein paar Vorkenntnisse aus Hellboy und dem ersten B.U.A.P.-Band sind nicht verkehrt, aber zum Glück auch nicht unbedingt zwingend. Also, noch ist Zeit, diesen Comic auf den Wunschzettel zu setzen. Und was gibt es schöneres unter dem Weihnachtsbaum als eine ausgewachsene Froschplage? Uns fällt nur wenig ein.

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Text Copyright 2006 Thomas Nickel
Coverartwork, Auszüge Copyright Crosscult / Mike Mignola & Guy Davis

 
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