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Tim Burton's The Nightmare before Christmas

nightmare USA (1993)

Regie: Henry Selick, Buch: Tim Burton, Michael McDowell, Kamera: Pete Kozachik, Musik: Danny Elfman, Sprecher: Danny Elfman, Chris Sarandon, Catherine O'Hara, William Hickey

Erschienen bei: Touchstone
Preis: 9,98€ Nightmare Before Christmas - Special Edition bei Amazon.de

"'Twas a long time ago, longer now than it seems in a place perhaps you've seen in your dreams. For the story you're about to be told began with the holiday worlds of auld. Now you've probably wondered where holidays come from. If you haven't I'd say it's time you begun...“ 

Mit diesen Worten beginnt ein wahrer Klassiker unter den Weihnachtsmärchen. Die Geschichte von Nightmare before Christmas ist ebenso einfach wie herzerwärmend: Jack Skellington lebt in Halloween Town, der Ursuppe eines jeden Halloween-Brauches, in der Geister, Vampire und Zombies mit Äxten im Kopf in windschiefen Häusern leben und eigentlich nichts weiter tun, als herumzuspuken und sich auf das nächste Halloween zu freuen, wo wieder richtig losgefeiert werden kann. Mit seiner spektakulären Pumpkin King-Show ist Jack eigentlich der Star einer jeden Halloween-Party in seiner Stadt, aber dennoch befindet er sich in einer Sinnkrise. Er mag seinen Job nicht mehr und hadert mit sich selbst, und auf seiner Wanderung durch den nächtlichen finsteren Wald gelangt er auf eine Lichtung, auf der er den Eingang in eine neue Welt entdeckt: das Weihnachtsland! Buntheit! Glitzer! Schnee! Geschenke! Und vor allem: Der Weihnachtsmann!

Vollkommen gerührt kehrt Jack nach Halloween Town zurück, um seinen Mitbürgern diese Entdeckung sofort mitzuteilen. Da die allerdings nicht so wirklich Verständnis für ihn zeigen, muss ein größerer Plan her. Jack beschließt, dieses Jahr das Weihnachtsfest zu übernehmen und den echten Weihnachtsmann einfach... Naja, in den Urlaub zu schicken. Er lässt ihn von den drei besten Trick or Treatern der Stadt, Lock, Shock und Barrel, zu Hause abholen und ihn so lange verwahren, bis Weihnachten, SEIN Weihnachten, vorüber ist. Das Dumme ist nur, dass die drei hinterhältig und veschlagen sind und es gar nicht abwarten können, „Sandy Claws“ an den finsteren Oogie Boogie Man unter ihrem Haus zu verfüttern...

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In Halloween Town läuft derweil alles zu Jacks Zufriedenheit, es werden Geschenke gebastelt und gepackt (dass die dann doch eine gewisse Affinität zu Halloween aufweisen, wie Einschusslöcher oder Kopflosigkeit, ist nun mal unumgänglich), sein Sarg-Schlitten wird mit fliegenden Skelett-Rentieren ausgestattet und Sally schneidert sein Weihnachtsmannkostüm. Ja, Sally... die melancholische Homuncula des örtlichen Mad Scientists Dr. Finkelstein, die Jack schon lange von ganz weit weg anhimmelt, sieht als einzige die Katastrophe nahen, in die ein Weihnachtsfest, dass vom Halloween-Kürbiskönig ausgerichtet wird, eigentlich nur ausarten kann. Es liegt jetzt an ihr, das Gröbste zu verhindern!

Ich weiß nicht, wer diese Bezeichnung „Grusical“ erfunden hat, aber der Begriff kursiert seit einiger Zeit als Bezeichnung für The Nightmare before Christmas. Der Film ist von Gesangsnummern durchzogen, die nicht nur ein wenig all die buntigen Disney-Filme parodieren und die hinreißende Musik von Danny Elfman, der auch Jacks Gesangsparts übernimmt, ist eines der Kernstücke dieses Filmes. Schräg und spukig, aber trotzdem mit herrlichen Ohrwürmern ist sie die perfekte Untermalung für The Nightmare before Christmas. All die skurrilen und unheimlich liebenswerten Charaktere, von der schüchternen, aber sturen Sally (nebst ihrer flüchtigen Gliedmaßen) bis zum Zombie-Terzett , das vergeblich versucht, mit Jingle Bells fertigzuwerden, werden in die abgefahrenen Songs eingebunden. Das absolute Highlight ist dabei natürlich die morbide Rock'n'Roll-Disco des Oogie Boogie Man, die schon bei den berühmten Worten „Well, well, well, what have we here?“ dem Zuschauer ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Welch eine entzückende Alternative zu Last Christmas und Konsorten!

The Nightmare before Christmas wurde 1993 in detaillierter Stop Motion gedreht und trägt daher Unmengen von diesem holprigen Old School-Charme. Vielleicht lässt das diesen Film auch noch ein Stückchen sympathischer wirken als dessen Nachfolger Corpse Bride, in dem die Technik ja schon wesentlich ausgereifter zum Einsatz kommt als hier. Tim Burtons Hang zum Düsteren machte den Film dann auch schnell zu einem Marketing-Hit: Der Protagonist Jack Skellington ziert inzwischen weltweit T-Shirts und allerlei anderes schwarzes, sinnfreies und sehr niedliches Zeug. Und für viele gehört der Film inzwischen einfach zu Weihnachten wie Lichterglanz und Gänsebraten.  

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Text Copyright 2006 Anna-Selina Sander
Cover, Screenshots Copyright Disney / Skellington Productions Inc.

 
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