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Gorilla des Monats

bernie 
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Virtual Console Vol. 1

Neben dem innovativen Steuerungsschema ist die Virtual Console eines der Hauptargumente für Nintendos Wii - für einen gewissen Betrag (der unserer Ansicht aber gerne noch etwas niedriger ausfallen dürfte) lädt der Spieler sich etliche Super Nintendo, Mega Drive, NES, N64 und PC-Engine-Klassiker auf seinen Wii und freut sich, wie geil die Spiele doch damals schon waren. Allerdings ist nicht alles eitel Sonnenschein - unter die Hits von gestern mischt sich so manche Gurke und die mäßigen Pal-Anpassungen vergällen auch bei guten Spielen dem Kenner den Spielspaß. Wir werden euch nun regelmäßig über die verschiedenen Titel im classicAngebot informieren und klarstellen, ob ein Download lohnt oder nicht. 

Ach ja - wir raten durchaus zum Kauf von Nintendos Classic Controller - der kostet vergleichsweise schmale 20 Euro, liegt exzellent in der Hand und bietet ein klassisches Super Nintendo-Buttonlayout. Und auch wenn ihr alle Spiele mit dem normalen Gamecube-Controller und viele sogar mit der Wii-Mote steuern könnt fühlen sich die meisten Klassiker mit dem großen Steuerkreuz des Classic Controllers dramatisch besser an - der Fan kann nicht ohne. 

 

Super Castlevania 4

c1Japan (1991), Produktion: Kazumi Kitaue, Director: Jun Furano, Main Designer: Nyankun Hara, S. Kushibuchi, Sound Designer: Masanori Oodachi, Souji Taro

Originaltitel: Akumajo Dracula
Entwickler:
Konami
Preis:
800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€)

Castlevania steht heute für große, verschachtelte Schlösser die erforscht werden wollen und viel inhaltliche Kontinuität. 1991 sah das noch anders aus - Die Handlung ist hier ganz klar zweitrangig und anstatt einer großen, frei begehbaren Welt setzen die Konami-Entwickler lineare Levels mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Tatsächlich ist das erste 16-Bit-Castlevania eine Neuinterpretation des ersten Teils der Serie: Als Simon Belmont stapft der Spieler peitschenschwingend durch die monsterverseuchten Levels. Bevor er Draculas Schloss betritt wollen erst einmal etliche Stages im freien gemeistert werden, so kommt die nötige grafische Abwechslung ins Spiel. Neben den normalen Speicherfunktionen der Virtual Console freut sich der Spieler nach jedem Level über ein Passwort.

Man merkt, dass hier zumindest ein paar der Entwickler später bei Fan-Liebling Treasure arbeiteten - Elemente wie sich drehende und rotierende Räume, Bosse die stufenlos gezoomt werden und herrliche Transparenz-Effekte bei Wasser und so manchem Gegner zeugen vom technischen Können der Entwickler, die innovative und bis heute nicht kopierte flexible Peitsche ist ein spielbestimmendes Element. Die Grafik ist auch heute teilweise noch sehr ansehnlich, der Soundtrack geht ebenso gut ins Ohr wie vor 15 Jahren - tolle, oft überraschend jazzige Kompositionen und klassischen Castlevania-Themen geben sich die Klinke in die Hand. Die Pal-Anpassung ist hier ganz ordentlich geworden, das Spiel läuft in Vollbild und der Geschwindigkeitsverlust ist tolerierbar - wir haben schon schlimmeres gesehen. Wer diesen Klassiker bisher nicht gespielt hat sollte sofort den Download starten und sich gleich ein ordentliches Beißholz besorgen - der Schwierigkeitsgrad ist in den höheren Levels ziemlich knackig.

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R-Type

r1Japan (1988)

Entwickler: Irem
Preis:
800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€)

800 statt der üblichen 600 Wii-Punkte für ein PC-Engine-Spiel? Klingt überteuert, aber die PC-Engine-Version von R-Type wurde ursprünglich schließlich auch, dem Speicherplatz sei Dank, in zwei Module gesplittet. Nicht umsonst zählte Hudsons Heimumsetzung des beliebten Spielautomaten aus dem Hause Irem Ende der Achtziger Jahre zu den ambitioniertesten Arcade-Konvertierungen ihrer Zeit. Qualitativ kann sich die hemmunglose Ballerei auch heute noch sehen lassen. In diesem Spiel wurden Standards gesetzt – aufrüstbare Power-Ups, Beamlaser, gigantische Endgegner, Riesenschiffe – derlei Spielelemente wurden zum Großteil durch R-Type salonfähig gemacht.

Der gnadenlose Schwierigkeitsgrad wird Neulingen (ebenso wie athritischen Oldies) zwar den Angstschweiß ins Gesicht treiben, aber das ist schließlich auch ein Teil der Herausforderung. R-Type-Stages spielt man nicht beim ersten Versuch durch - nur durch geduldiges Auswendiglernen und taktischen Einsatz des Waffenarsenals hat man eine Chance das hinterhältige Bydo-Imperium zur Strecke zu bringen. Schade dass es keine lokalisierte Fassung der überlegenen CD-Rom-Fassung gibt, aber am eigentlichen Spielinhalt ändert das letzten Endes nichts. R-Type ist damals wie heute ein Referenzshooter, und hat einen Ehrenplatz in jeder gut sortierten Virtual-Console-Bibliothek verdient. Hoher Preis hin - oder her, Nintendos Wii ist momentan der beste Ort diesen Klassiker in einer authentischen Fassung zu spielen. Selten hat Frustration so viel Spaß gebracht.

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Donkey Kong Country

dkc1UK / Japan (1994), Produktion: Shigeru Miyamoto, Head-Programmer: Chris Sutherland, Musik: David Wise

Entwickler: Rare
Preis:
800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€)

Plötzlich! Donkey Kong und sein Sidekick Diddy treten 1994 auf den Plan, um den Staub aus alten Jump’n’Run-Gerüsten und geworfenen Eichenholzfässern zu fegen. Da kann natürlich auch nicht lange stören, dass fiese Krokodile den ganzen Bananenvorrat geklaut haben, um… um… um damit was zu machen. Was Fieses. So begibt sich das doppelte D in Sachen Kong groovend auf den Weg durch sechs Welten, um sich und den Rest der Welt zum Affen zu machen. Dabei reicht die Primatensause von Dschungeldickichten über schienenbewehrte Lorenlabyrinthe und funkelnde Kristallkerker bis hin zu grässlichen Schwerindustrieschächten und dem finalen Duell auf King K. Rools Krokodilkreuzer.

Obwohl der Stilisierungsgrad nicht an den ewigen Klassenprimus, Super Mario World 2 – Yoshi’s Island, heranreicht und man durchaus spüren kann, dass die SNES-Hardware beinahe bis zum Anschlag ausgereizt wurde, hat sich die damals sensationelle Rendergrafik mit etwa ihren rahmig-weichen Animationen der Protagonisten und des wundervollen Parallax-Scrollings in den Unterwasserlevels bis zum heutigen Tag ganz schön gut gehalten. Der wahre Hit und das, was Donkey Kong Country zum Meilenstein gemacht und zu immerwährender Spielfrische verholfen hat, ist allerdings die überragende Spielbarkeit. Beinahe jede Bewegung kann intuitiv erfolgen, Lianen werden ebenso mit links geschwungen wie die klassischen Fässer aus dem Handgelenk auf verrückte Orang-Utans geworfen; vom klassischen Jump’n’Run-Kopfspringer und den neu hinzugekommenen Reittieren, die sich ganz persönlichen Eigenschaften entsprechend mehr oder minder behäbig steuern lassen, muss man gar nicht erst anfangen. Und hat man diesen in Kontrast zu oben erwähntem Yoshi’s Island spieltechnisch äußerst geradlinig und faszinierend-einfach angelegten Titel dann einmal zum Endgegner durchgespielt, fängt der Spaß erst richtig an. Dann nämlich macht man sich auf den Weg, durch gezielte Sprengungen alle Geheimräume und durch wagemutige Sprünge in gähnende Abgründe sämtliche versteckten Knallfässer zu finden, um die magischen 101% in Sachen Spielfortschritt zu erreichen.

Also, ich für meinen Teil hab sie geschafft.

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Text Copyright 2006 Thomas Nickel, Peter Clausen, Ruben Schmitt
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