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Castlevania: Dawn of Sorrow
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System: Nintendo DS

Japan (2005), Produktion: Koji Igarashi, Director: Satoshi Kushibuchi, Design: Hiroti Yamaguchi, Noriyaki Yamamoto, Asaka, Nonori Kosuge,  Musik:  Michiru Yamane
Originaltitel: Akumajou Dracula: Sougetsu no Juujika

Entwickler: Konami
Erschienen bei: Konami
ca. Preis: 35 Euro

Es war an einem lauen Sommertag im Jahre 1989. Während sich der Rest der Menschheit in der freien Natur tummelte, um das traumhafte Wetter zu genießen, konnte mein zwölfjähriges Ich über solch gewöhnliche Freizeitplanung nur lachen. Kein Wunder, denn im Gegensatz zu meinen sorglosen Artgenossen hatte ich eine Mission, von deren Gelingen das Überleben der Welt abhing: Graf Dracula besiegen!

Okay. Zugegeben, nicht wirklich ich hatte diese schicksalsschwere Aufgabe zu bewältigen, sondern ein pixeliges Sprite mit dem klangvollen Namen Simon Belmont. Aber streiten wir uns nicht um Identitäten, was zählt ist, dass ein junger, naiver Peter Clausen mehrere Nachmittage in seinem abgeschotteten Zimmer verbrachte, um dem alten Blutsauger ein- für allemal die Zähne zu ziehen. Wie viele Continues verheizt, Joypads vor Zorn an die Wand geworfen und Schreikrämpfe im letzten Moment unterdrückt wurden, ist im Laufe der Jahre im gnädigen Nebel der Vergangenheit verschwommen, aber das wichtigste Ereignis blieb unvergesslich. Denn irgendwann war es soweit, der unheilige Untote war vernichtet und die Reise durch Castlevania für immer beendet. Oder etwa doch nicht?
 
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Ein ganz normaler Tag im Leben des Soma Cruz. Die zweidimensionale Grafik kann sich problemlos mit dem PS1-Klassiker Symphony of the Night messen
 
Natürlich nicht! In den nachfolgenden Jahren hat Konami dermaßen viele Castlevania-Sequels auf den Markt geworfen, dass nicht einmal professionelle Schlossführer den Überblick bewahren können. Aber warum zum Geier zieht es mich immer wieder in die baufällige Burg zurück? Die Antwort? Die ist diesmal ganz einfach: Castlevania: Dawn of Sorrow.
Jetzt mal ehrlich, die GBA-Episoden der Vampirserie waren richtig, richtig gut, aber irgendetwas hat gefehlt. Durchdachtes Leveldesign und ansehnliche Grafik werden immer gern genommen, aber wenn das ganze auf Kosten der ohrwurmartigen Musik geht, kann der Trip durch die Reißzahnzentrale wesentlich gruseliger werden, als eigentlich beabsichtigt. Die besten Castlevanias (Dracula X: Rondo of the Blood für die PC-Engine und Symphony of the Night für PS1/Saturn) waren immer fähig, alle Elemente perfekt zu balancieren. Egal wie hart  das Abenteuer auch wurde, irgendetwas hielt einen immer bei der Stange, sei es ein gewitzter Gegner, ein clever versteckter Bonus oder die unübertroffene Bombastmusik. Aber auf dem GBA konnten die Elemente weniger wegen technischer Limits als eher wegen zu kurzer Entwicklungszeiten einfach nicht ganz so zusammenkommen, wie sie es verdient hätten.
 
Und genau hier betritt der Nintendo DS die Bühne und zeigt uns mit der direkten Fortsetzung zum GBA-Hit Aria of Sorrow, wie sich ein ausgewachsenes Castlevania zu verhalten hat. Animeintro in TV-Qualität? Abgehakt! Musik zum Mitsummen? Abgehakt! Imposante Endgegner? Abgehakt! Bekannte Charaktere? Abgehakt! Ausladend große Spielwelt? Aber sowas von abgehakt! Und als wäre es nicht genug, dass die DS-Variante die spielerischen Stärken vorheriger Handheld-Abenteuer mit den audiovisuellen Vorzügen der Playstation-Ära kombiniert, gibt es auch noch ein paar erfreulich sinnvolle, Neuerungen. Zuerst einmal ist da natürlich die Möglichkeit, ständig eine Karte auf dem oberen Bildschirm anzuzeigen. Sicher, die Idee mag simpel sein, aber jeder, der beim Erforschen des siebenbürgischen Schlosses schon einmal pausenlos zwischen den Anzeigen hin- und hergeschaltet hat, wird für das neue Feature mehr als dankbar sein. Auch der Touchscreen wird mittels eines brandneuen Bannzaubersystems gut genutzt. Im Stil eines Rhythmusspieles muss man hier unter Zeitdruck komplexe paganistische Symbole unter Zeitdruck nachzeichnen, um dem symbolträchtig benannten Hauptcharakter Soma Cruz und seinen Freunden die schlimmsten Feinde, im wahrsten Sinne des Wortes, vom Hals zu halten. Manchmal artet das zwar in eine arge Fummelei aus, aber eine nette Idee ist es allemal.
 
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Über den Dächern des Gruselschlosses 

So ist Dawn of Sorrow also nicht nur das beste Castlevania der letzten Jahre, sondern vor allem ein weiterer Grund, warum ich diese Serie wohl noch im Altersheim spielen werde. Denn inzwischen ist wohl klar, dass ich mir an diesem legendären Tag vor 16 Jahren etwas vorgemacht habe. Endgültig werde ich Dracula wohl nie besiegen. Unter dem Titel "Portrait of Ruin" ist schließlich schon das nächste Castlevania für Nintendos kleinen in Entwicklung. Und das? Ist auch gut so!
 
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Text Copyright 2005 Peter Clausen
Spiel, Screenshots Copyright Konami
 
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