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Die Memoiren des Rodriguez Faszanatas

faszanatas Helge Schneider: Die Memoiren des Rodriguez Faszanatas. Bekenntnisse eines Heiratsschwindlers
Verlag:
Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3462037285
Preis:
6,95 € Die Memoiren des Rodriguez Faszanatas bei Amazon.de

Rodriguez Faszanatas ist kein Unbekannter. Schon im letzten Helge Schneider Film Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm hatte Rodriguez einen kleinen Gastauftritt. Seitdem gehört er bei den Fans mit zu den beliebtesten Charakteren aus dem Helge-Universum. Nun endlich wurden die Memoiren des Herrn Faszanatas veröffentlicht, die neben seiner Leiche in einem Eiscafe in der Weststadt Barcelonas gefunden wurden. Unter dem Pseudonym „Helge Schneider“ hinterlässt uns Rodriguez seine Lebensbeichte. Oder umgekehrt? Ach, egal.

Rodriguez lässt keinen Trick aus, auf der Suche nach „etwas zu heiraten“. Falsche Namen, falsche Bärte, falsche Liebesbekenntnisse, alles kein Problem für den gelernten Bademeister aus Spanien. Aufgewachsen in Barcelona und mit allen Wassern gewaschen, befindet sich Rodriguez tagtäglich auf der Suche nach neuen, heiratswilligen Opfern, um seinen ausschweifenden Lebensstil inklusive knatschgelbem Lamborghini aufrecht zu erhalten. Doch das ganze ist weit weniger angenehm als uns viele Rosamunde Pilcher Schmachtfetzen weismachen wollen. Heiratsschwindel ist harte Arbeit und will gelernt sein. Und nicht selten verlangt dies vollen Körpereinsatz und Überwindung: „Ich poppte sie - gezwungenermaßen.“ Das kann auch schon mal die eine oder andere Bandscheibe kosten. Und will die Herzensdame dann nicht wie geplant das Zeitliche segnen, um ihr Erbe zu übereignen, muss Rodriguez eben improvisieren – und das in bester Kommissar Schneider-Manier. Gegen Ende seiner Reflekion wird Faszanatas sogar reumütig, ja sogar gesellschaftskritisch, und die Geschichte bekommt noch die ein oder andere unerwartete Wendung.

Oder nein, vergesst das. Ich will ja nicht zu viel verraten. Helge Schneider ist zurück. Und alle, denen bei den letzten Büchern Globus Dei und Aprikose, Banane, Erdbeer der typische Helge-Charme zu kurz gekommen ist, können nun beruhigt aufatmen. Die Memoiren des… ist ein echter „Helge“. Die martialisch-anarchistische Schreibweise erinnert stark an die ersten Kommissar Schneider-Romane und die teils absurden Ausschweifungen und Randbemerkungen lesen sich, als hätte Helge das Buch auf seine ureigene Art live auf der Bühne aus dem Ärmel improvisiert. Veredelt wurde das 125 Seiten starke Werk natürlich wie gewohnt mit Kohlezeichnungen vom Meister selbst. 6,95 EUR kann man im Moment einfach nicht besser anlegen. Wer nicht lesen kann, der kann auch auf die Hörbuchveröffentlichung warten bzw. kann das hier gar nicht lesen und wartet somit vielleicht, ohne zu wissen auf was. Auf amazon.de ist das Hörbuch bereits zur Vorbestelltung gelistet, Veröffentlichungstermin ist Mai 2007.

 
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Text Copyright Mischa Elbert 2007
Cover Copyright Kiepenheuer & Witsch

 
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