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Mit Super Mario Bros. (NES) und Motoroader (PC Engine) ist Nintendos Virtual Console-Update diese Woche ziemlich schmal ausgefallen. Für uns natürlich Gelegenheit genug, auch mal zwei bereits länger im Wii-Shop erhältliche Klassiker genauer anzusehen. Super Mario Bros.
Japan (1985), Produktion: Shigeru Miyamoto, Director: Shigeru Miyamoto, Graphic Design: Shigeru Miyamoto, Takashi Tezuka, Musik: Koji Kondo
Entwickler: Nintendo Preis: 500 Wii-Punkte (entspricht 5,-€) 1985 war ein ganz besonderes Jahr für den beliebtesten Latzhosenträger der Welt. Durch Gefechte mit liebeskranken Gorillas in der Kunst des Jungfernrettens gestählt, feierte Klempnermeister Mario und sein, schon damals ignorierter, Bruder Luigi ihr Heimkonsolendebüt in dem Genre, dass sie innerhalb kürzester Zeit zum verdienten Weltruhm führen sollte. Super Mario Bros. auf dem NES war eines der wegweisensten Spiele seiner Zeit und wurde mit komplex aufgebauten, scrollenden Unterlevels, versteckten Extras, Abkürzungen, Warp Zones und der patentierten Sprungattacke à la Mario zum Urvater des zweidimensionalen Jump and Runs. Andere Spiele wiesen zuvor schon zahlreiche Elemente des Plattformer-Genres auf, aber Mario revolutionierte diese Spielegattung von einem Tag auf den anderen. Und wie ihm dieses Kunststück gelang, kann man auch heute noch sehen. Auch als junger Hüpfer konnte Mario bereits mit vorbildlichem Leveldesign, einfallsreich gestalteten Gegnern, schwungvoller Musik und zahlreichen Secrets beeindrucken. Eines muss aber trotzdem gesagt werden: Im Vergleich zum Ideenreichtum späterer Episoden haben die Abenteuer des jungen Mario ein wenig vom damaligen Glanz eingebüßt. Super Mario Bros. war die Premiere eines einzigartigen Spielkonzepts, das seitdem immer weiter perfektioniert wurde. Und gerade in Anbetracht der nicht vorhandenen PAL-Anpassung und des doch recht hohen Preises von 500 Wii-Punkten/5 Euro, sollte man über den Kauf zweimal nachdenken. Nostalgie hat eben ihren Preis. 
ToeJam & Earl
USA (1991), Game Design: Greg Johnson, Programmierer: Mark Voorsanger, Artwork: Greg Johnson, Avril Harrison, Musik: Mark Miller, John Baker Entwickler: Sega, Johnson-Voorsanger Productions Preis: 800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€) Es gab mal eine Zeit, da war man bei Sega fieberhaft auch der Suche nach einem ordentlichen Mario-Konkurrenten. Wir alle wissen, dass letztendlich Sonic the Hedgehog diese Ehre zuteil wurde. Aber es gab auch andere Anwärter - zum Beispiel die ausgeflippten Aliens mit der Vorliebe für Funk-Musik, namentlich ToeJam und Earl. Toejam ist klein, rot, hat Stielaugen und drei Beine. Er ist das Gehirn der Operation. Earl dagegen ist groß, orange, etwas vollschlank und passionierter Boxershorts-Träger. Er ist... Naja, sagen wir weniger Intelligent als ToeJam. Die beiden intergalaktischen Chaoten kurven ein wenig durchs Sonnensystem, bis Earls auch einmal ans Steuer will. Einen ordentlichen Bumms später sitzen ToeJam und Earl auf der Erde fest und müssen die Teile ihres Raumschiffs suchen. Nein, ToeJam & Earl ist kein Jump'n Run - für die Zeit, in der das Spiel entstand, bereits eine mehr als reife Leistung. Ihr steuert einen der beiden durch verschrägt dargestellte Levels, immer auf der Suche nach Raumschiffteilen, auf der Flucht vor durchgeknallten Erdlingen und heiß auf die überall versteckten Geschenke. In denen befinden sich nützliche oder schädliche Extras - erst wenn ihr ein Geschenk geöffnet habt, wisst ihr, was sich fortan in diesem Geschenketyp verbirgt. Trotz (oder gerade wegen?) zufällig generierter Levels war bei ToeJam & Earl nach einer gewissen Zeit die Luft raus. Der Spielablauf ändert sich niemals großartig und eine Speicherfunktion gab es nicht. Da dieses Manko auf der Wii behoben ist, steigt der Spielspaß gleich um einige Nuancen. Wer regelmäßig mit einem Kumpel vor der Konsole sitzt, wird sich dank witziger Soundsamples, ordentlichem Funk-Soundtrack (der exakt auf den Mega Drive-Soundchip zugeschnitten wurde) und gelungener Gags gut amüsieren - am meisten Spaß macht ToeJam & Earl eindeutig zu zweit. Leider gibts keine PAL-Anpassung, Balken und Geschwindigkeitsverlust sind ärgerlich, durch die generell eher relaxte Natur des Spiels aber verschmerzbar. 
Bonk's Adventure
Japan (1989) Entwickler: Red Company Originaltitel: PC Genjin Preis: 600 Wii-Punkte (entspricht 6,-€) Steinzeitbengel Bonk ist schon ein echter Dickkopf. Mit der Subtilität eines Dampfhammers arbeitet sich der prähistorische Knirps durch zahlreiche Jump and Run-Levels und verleiht dabei dem Begriff Kopfarbeit eine neue Definition. Mit seinem riesigen Schädel knallt er steinzeitlichen Urviechern entweder eins vor den Latz, oder stürzt sich mit einem beherzten Kopfsprung direkt ins Gefecht. Und falls unser Held auf einen Berg trifft, auch kein Problem: Mit seinem riesigen Gebiss knabbert er sich genüsslich bis zum Gipfel hoch. Bergsteigerausrüstung benutzen nur Schwächlinge! Und Bonk ist das genaue Gegenteil – wer sonst würde schließlich durch den Magen eines verstimmten Drachen schwimmen und furchtlos durch Vulkanausbrüche tingeln? Wer sonst mutiert nach dem Genuss einer Fleischkeule zum Berserker und beschleunigt das Aussterben der Dinosaurier mal eben um ein paar Millionen Jahre? Mario? Sonic? Wohl kaum! Und der Vergleich ist gar nicht mal so unpassend, denn Bonk hatte auf der PC-Engine einen ähnlichen Maskottchenrang wie seine Kollegen aus den Häusern Sega und Nintendo, ist inzwischen aber, passenderweise, zum Relikt einer längst vergessenen Ära geworden. Dank der Virtual Console kann und wird sich dieser Zustand jetzt aber hoffentlich ändern. Gebt Bonk eine Chance, er hat sie verdient! Die Spielbarkeit ist auch heute noch recht flott und flüssig, die Grafik gefällt mir kräftigen Farben, und die Anpassung ist wie bei allen PC-Engine-Titeln bisher einwandfrei - über Komponentenkabel freuen wir uns sogar über ein schickes 480p-Bild! Wer witzigen Hüpfern der alten Schule etwas abgewinnen kann, holt sich seinen Bonk noch heute. 
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