UK 2000 Buch: Graham Linehan, Dylan Moran, Regie: Graham Lineham, Martin Dennis, Nick Wood, Musik: Jonathan Whitehead, Darsteller: Dylan Moran, Bill Bailey, Tamsin Greig Umfang: 3 Staffeln mit je 6 Episoden à 25 Minuten DVD-Preis: 52,99 € Black Books - The Complete Series 1-3 [UK IMPORT] Es gibt Tage im Leben eines Buchhändlers, da möchte man eigentlich alles, was an Kunden in den Laden gerannt kommt, entweder an die Wand klatschen oder am besten schon am Eingang gleich wieder rauswerfen. Oder es gibt diese wunderbaren Leute, die es eigentlich nur darauf abgesehen haben, einem mit Klugscheißerei, selten dämlichen Fragen oder einfach nur ihrem Ego auf den Senkel zu gehen. In solchen Situationen hat der anständige Buchhändler allerdings die Klappe zu halten, brav zu nicken, sich im Ernstfall hundertfach zu entschuldigen, und natürlich IMMER freundlich zu lächeln. Wie gesagt, der anständige Buchhändler. Aber nicht Bernhard Black. Bernhard Black (gespielt vom preisgekrönten irischen Comedian Dylan Moran) ist auch Buchhändler, und zwar in einem winzigen Antiquariat irgendwo in London. Er ist der Chef und hat keine Mitarbeiter, und wer ihn kennt, der weiß auch warum. Er ist zunächst einmal chronisch verkatert und damit einhergehend schlecht gelaunt und zynisch. Der Mann verkörpert sozusagen eine Warnung für Leute, die sich von der Kombination „Buch und Wein“ irgendetwas versprechen. Passend dazu schert er sich auch nicht wirklich um Sauberkeit im Laden und an sich selbst, seine Kunden wirft er lieber aus dem Geschäft, bevor er ihnen ein Buch verkauft, kurz gesagt, Bernhard Black ist der absolute Kotzbrocken. 
Das bedeutet aber für den Zuschauer und besonders für den zuschauenden Buchhändler einen Heidenspaß, denn Bernhard tut all das, was man selbst nicht tun darf. Kunden die Meinung sagen, sie rauswerfen, wann immer man Lust hat und aus seiner schlechten Laune keinen Hehl machen. Beneidenswert. Die einzige Person, mit der er so etwas wie sozialen Kontakt pflegt, ist Fran Katzenjammer (Tamsin Greig), die das Geschäft neben ihm führt, so einen von diesen kleinen nutzlosen Geschenkartikelladen mit Designer-Sinnlosigkeiten. Der Laden heißt Nifty-Gifty. Und das sollte eigentlich alles erklären. Fran scheint ähnlich fassungslos über ihr tägliches Los zu sein, jedenfalls verbringt sie ihre Zeit lieber bei Bernhard (was an sich schon kaum zu glauben ist), wo sie zusammen mit ihm dem Wein zuspricht, von ihren misslungenen Dates erzählt (wobei sie selbst meist an dem Misslingen nicht wenig Schuld trägt) und sich dann und wann mit ihm zankt. Im Prinzip könnten die beiden Geschwister sein. Die erste Staffel beginnt mit dem plötzlichen Auftauchen von Manny Bianco (Bill Bailey), der als Kunde in Bernhards Laden platzt. Als sich herausstellt, dass Bernhards Steuerberater sich auf der Flucht vor der Polizei befindet, erklärt Manny sich bereit, für Bernhard die Buchhaltung zu übernehmen. Er hat einen langen Weg vor sich, bis er von Bernhard als Mitarbeiter anerkannt wird. Dafür ist eine ganze Menge Wein und viel Geschimpfe von Fran nötig, aber letztendlich lässt Bernhard sich doch immer wieder weichklopfen, Manny nicht zu feuern. Auch wenn ihm sein Gesicht gerade wirklich nicht passt! Eine hervorragende Ausgangssituation für jede Menge schönster und bösester Comedy ist hiermit geschaffen. Manny ist mit seiner Gutherzigkeit und diesem Alles-richtig-machen-wollen der perfekte Widerpart zu dem ewig rumnölenden Ekel Bernhard (Bianco – Black, da hat sich jemand richtig Gedanken gemacht!), und Fran hat mit den beiden jede Menge Ärger – und Spaß. Auch wenn sie selbst die eine oder andere Neurose hat, so steigt sie doch bei jeder Schandtat mit ein, und ist der Widerstand auch noch so groß, das zuzugeben: Freunde sind sie doch irgendwie alle. Aber besonders Bernhard würde sich natürlich eher schlagen lassen, als das zuzugeben. 
Wunderbar an dieser Serie ist natürlich nicht nur die biestige Freude, die einem Bernhards Umgang mit seinen Kunden bereitet. Der Kreis der Figuren ist sehr stark eingeschränkt, und dann auch noch auf Personen, mit denen man selbst es vermutlich keine halbe Stunde aushalten würde. Außer Bernhard, bei dem nimmt man schon nach fünf Minuten reißaus. Trotzdem gewinnt man diese seltsamen Leute nach einer Weile lieb und begleitet sie mit immer mehr Freude durch ihren völlig wahnsinnigen Alltag. Im Laufe der drei Staffeln treten auch keine weiteren Personen dauerhaft hinzu, dafür gibt es aber jede Menge Gastauftritte, die Spaced- und Shaun of the Dead- Zuschauern auch irgendwie bekannt vorkommen. Eine Freundin von Fran haben wir zum Beispiel schon irgendwo an der Seite von Simon Pegg gesehen. Der wiederum dreht den Spieß Chef-Mitarbeiter, wie wir ihn aus Spaced kennen, einfach mal um, als Manny ein weiteres Mal vor Bernhard flieht und in der Filiale einer Buchhandelskette anfängt. Und er zeigt Manny, dass Bernhard noch lange nicht das schlimmste ist, was man an Vorgesetzten vorgesetzt kriegen kann. Ach ja, und achtet doch mal auf den Menschen, der in der Folge The Big Lock-Out das Schloss auswechselt. Diese Serie versprüht in jeder Sekunde den bösesten englischen Humor und undenkbare Skurrilitäten. Während man sich noch totlacht, muss man schon über die nächste ekelhafte Meisterleistung von Bernhard das Gesicht verziehen. Zuckerbrot und Peitsche sozusagen. 
Für den Buchhändler oder den Verkäufer allgemein ist Black Books eine kleine Offenbarung. Wenn jetzt nämlich wieder ein ekliger Kunde in den Laden stolziert, dann frag ich mich einfach insgeheim: Was würde Bernhard jetzt wohl tun? Und dann ist das ganze nur noch halb so schlimm. Also, werte Kunden, seid gewarnt. Black Books ist eine schöne Inspiration und regt zum Ausprobieren an! Auch, wenn es die Etikette verbietet: In jedem Buchhändler steckt ein kleiner Bernhard Black. Und der wartet nur darauf, rauszukommen.
Die Serie ist mit drei Staffeln abgeschlossen, alle liegen inzwischen auch auf DVD vor, empfehlenswert ist hier die relativ preiswerte komplette Sammelbox. Ein deutsches Release ist bisher nicht angekündigt, aber wer über ein gut trainiertes Englisch verfügt, sollte keine Probleme damit haben. Zur Not einfach die Folgen mehrmals gucken. Schadet ohnehin nicht. Verwandte Artikel: Review: Shaun of the Dead Review: Spaced Text Copyright 2007 Anna-Selina Sander Cover, Screenshots Copyright Channel 4 |