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Gorilla des Monats

bernie 
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Breakfast on Pluto

breakfast Irland / UK (2005)

Regie: Neil Jordan, Buch: Neil Jordan, Pat McCabe, Kamera: Declan Quinn, mit: Cillian Murphy, Morgan Jones, Eva Birthistle, Liam Neeson, Mary Coughlan, Conor McEvoy

Preis: 18,43 € Breakfast on Pluto bei Amazon.de

Die erste Begegnung mit ihm war in Batman Begins. Als er den dunklen Rächer über sich hörte und mit leicht wahnsinnigem Blick flüsterte "It’s the Batman“ – da war es um mich geschehen. Cillian Murphy (aktuell in The Wind that Shakes the Barley ), eines von Irlands interessantesten Importprodukten, beeindruckte mich von dahin mit jedem weiteren Film. In Breakfast on Pluto bekam der zart gebaute Schönling mit den markanten Wangenknochen und den großen blauen Augen dann endlich die Rolle seines Lebens.

Hüftenschwingend schiebt die große schlanke Kitten den Kinderwagen vor sich her und kontert geschickt auf die derben Anmachsprüche einiger Bauarbeiter. Dem Zuschauer erzählt sie dann die ereignisreiche Geschichte ihres bisher garnicht allzu langen Lebens. Dass Kitten unter dem Makeup und ihrem Kleid wohl doch keine Frau ist, merkt man spätestens hier.
Geboren in den späten 50er Jahren, wächst der junge Patrick Braden bei einer herzlosen Adoptivmutter auf, nachdem man ihn auf den Stufen des Pfarrhauses ausgesetzt hat. Kommentiert wird der Anfang der Geschichte von zwei Rotkehlchen, die dem Zuschauer dabei subtil verraten, dass niemand anderes als der Pfarrer selbst, gespielt vom in irischen Filmen omnipräsenten Liam Neeson, der Vater des Kindes ist.  Schon sehr früh merkt der Junge, dass er im falschen Körper gefangen ist. Und je schwerer die herrische Adoptivmutter und die unterdrückende katholische Schule zu ertragen sind, desto mehr wünscht er sich, seine Mutter zu finden, die er in London vermutet.

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Der irische Regisseur Neil Jordan hat sich mit dem Film der Romanvorlage von Pat McCabe angenommen und auch die Kapiteleinteilung bei der Umsetzung beibehalten. Erzählt wird die Geschichte von Patrick, alias Kitten, selber, und seine Stimme wird umso gekünstelter und verträumter, je mehr furchtbare Dinge dem jungen Romantiker zustoßen. So macht nämlich auch der Beginn der ‚Troubles’ in Nordirland nicht vor seinem ohnehin schon schwer zu meisternden Leben halt, und kostet gleich zwei seiner besten Freunde in der Heimatstadt nahe der Grenze das Leben. Auf sich allein gestellt schließt er auch oft falsche nd unvorteilhafte Freundschaften und bringt sein eigenes Leben mehr als einmal in Gefahr, als er als Stricher zu überleben versucht. Dass er trotz dieser und andere Schicksalsschläge weiter mit einem Lächeln und unermütlicher Hoffnung seine Mutter sucht und gleichzeitig sein Leben versucht zu meistern, scheint nur möglich durch die Flucht in seine eigene erträumte Welt, in der er, Kitten, einfach nur die Protagonistin ist. Dort kann er die Suche nach seiner Mutter wie einen Mysteryroman sehen und mit großen verschnörkelten Buchstaben seine eigene Geschichte aufschreiben, endend mit der Frage, ob Kitten jemals das Glück findet. Und als er nach einem Bombenattentat Hauptverdächtiger der Polizei ist, verliert er sich ob der endlosen Gewalt um ihn herum ganz in seiner Phantasiewelt, wo er im hautengen Catsuit und mit tödlichem Parfüm bewaffnet eine terroristische Einheit im Alleingang erledigt.

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Jordans Motivation bei der Gestaltung dieses märchenhaften Films war, wie er sagte, die Frage, wie jemand eine so gewalttätige Welt überlebt, einfach indem er nur er selbst ist. Und das Märchen, das der Zuschauer sieht, ist das, was Patrick aus seinem eigenen Leben macht und das ihn nicht sich selbst verlieren lässt, egal was und wieviel er verliert. Was man daraus mitnimmt ist ein bisschen Hoffnung in der tristen und unfreundlichen Welt. Und die Erkenntnis, dass Cillian Murphy eine unglaubliche Bereicherung für die Zunft der Schauspielerei ist. 

Text Copyright 2007 Judith Harbich
Poster, Screenshots Copyright Pathé Pictures International

 
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