Advertisement

Gorilla des Monats

bernie 
Home arrow Games arrow Fire Emblem: The Sacred Stones
Fire Emblem: The Sacred Stones
coverSystem: GameBoy Advance

Japan (2005), Produktion: Tohru Narihiro, Hitoshi Yamagami, Director: Sachiko Wada, Taiki Ubukata, Kentaro Nishimura Szenario: Kouhei Maeda, Artwork: Yauo Inoue, Kazuy Yoshioku
Originaltitel: Fire Emblem: Seima no Kouseki

Entwickler: Intelligent Systems
Erschienen bei: Nintendo
ca. Preis: 35 Euro 

Strategie ohne Schnörkel - das ist seit jeher das Prinzip von Nintendos Fire Emblem-Serie. Bis vor kurzem war die allerdings japanischen Spielern vorbehalten, erst auf dem Gameboy Advance durften Spieler in den USA und Europa ihre Truppen in die Schlacht führen. Auch diesmal dreht sich alles um die Differenzen verschiedener Länder auf einem Fantasy-Kontinent - ein mieser Usurpator vertreibt die königlichen Geschwister Eirika und Ephraim aus dem heimatlichen Schloss und reißt die Herrschafft im Land an sich. Natürlich lassen die beiden sich das nicht gefallen und so zieht man erst mit Eirika, später dann mit Ephraim und jeder Menge Kumpanen in den rundenbasierten Kampf.

War der erste im Westen veröffentlichte Teil schon wirklich gelungen, setzt die Fortsetzung nochmal ordentlich einen drauf - die Entwickler von Intelligent Systems haben sich erheblich Gedanken gemacht, wie man die kleinen Fehler des Vorgänges ausbügeln kann. Das Einkaufen ist nun weitaus komfortabler, Arenen erlauben Training von schwächeren Einheiten außerhalb der Kämpfe, und die Szenarien sind wieder einmal komplex wie eh und je. Ihr müsst gut auf Zack sein, wenn ihr keine Verbündeten verlieren wollt - ihr achtet auf eure Waffen, den Untergund und die individuellen Stärken eurer Leute.

bildbild2
Fire Emblem setzt auf gefällige Primärfarben und vermeidet die grau/braun-Ästhetik westlicher Fantasy. Dank klarer Menüs und übersichtlicher Karte hat der Stratege immer alles Wichtige im Blick. 

Fire Emblem funktioniert nach dem vom guten, alten A-Team etablierten Motto: "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert". Denn Planung ist im Fantasy-Land das A und O. Wer wie bei Shining Force blindlings auf den Feind zustürmt wird von der KI auseinandergenommen wie eine Weihnachtsgans. Und das hat dramatische Folgen - wer in der Schlacht fällt ist permanent tot. Wiederbeleben für ein paar Goldstücke ist hier nicht, getroffene Entscheidungen haben Konsequenzen. Da ist es gut, dass der Zufall eine sehr untergeordnete Rolle spielt - mit kluger Vorausplanung ist auch das kniffligste Szenario problemlos lösbar.

 Neben dem taktischen Anspruch ist die schlichte Vertrautheit und Sympathie die große Stärke aller Fire Emblem-Spiele.  Während die Final Fantasy-Serie vom typischen Japano-Fantasy-Design mehr und mehr zum Tetsuya Nomura Gürtel-Reißverschluss-Fetisch-Look gewechselt ist, stellt das Design hier eine klare Reminiszens an die 80er Jahre dar. Ritter kommt in wuchtigen Plattenrüstungen mit dicken Schulterklappen daher, Axtkämpfer treten im Lederwams an - man wähnt sich in einem gelungenen 80er Jahre Fantasy-Anime. Und auch inhaltlich ist bei Fire Emblem die Welt noch in Ordnung. Ritter sind hier besonders edelmütig, Helden sind auch tatsächlich so richtig heldenhaft und die Truppen-Schönheiten schauen den Spieler mit großen Augen an.

bild
Kommt es zum Kampf, wird eine flott und flüssig animierte Nahaufnahme der Keilerei eingeblendet.
 
Jetzt mag der ein- oder andere wieder unken "Das ist doch nicht mehr zeitgemäß! Wo sind Echtzeit-Elemente? Warum ist das so schwer? Altbacken! Städte erforschen! Gnök!". Tja, wer auf Genremix und flotten Spaß für zwischendurch steht ist bei Fire Emblem eben an der falschen Adresse und besorgt sich lieber das ebenfalls gute, aber eben völlig anders gewichtete Shining Force für den Gameboy Advance. Fire Emblem zeichnet sich vor allem durch sein "reines" Design aus. Das Spiel ist perfekt durchdacht und auf die essenziellen Spielspaß-Faktoren eingedampft. Wer sich auf Fire Emblem einlässt braucht einen klaren Kopf und auch mal eine Portion Geduld. Fire Emblem ist kein Spiel für eine Runde Hirn ausschalten auf der Busfahrt, Fire Emblem verlangt Konzentration. Wer aber bereit ist, die zu investieren wird auch tatsächlich belohnt - wenn die scheinbar übermächtige Feindestruppe alleine dank kluger Planung des Spielers in die Knie gezwungen wird  dann setzt der Spieler ganz automatisch eine Miene auf wie der alte Colonel John "Hannibal" Smith, steckt die imaginäre Zigarre in den Mundwinkel und raunt seinem GameBoy zu: "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert".
 
Text Copyright 2005 Thomas Nickel
Spiel, Screenshots Copyright Nintendo
 
< zurück   weiter >
© 2012 www.g-wie-gorilla.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.