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Erscheinungsdatum: 6. Oktober 2006 Label: Polydor ASIN: B000K2Q958 Tracks: 11 Preis: € 14,95 Beautiful World bei Amazon.de
Ein halbes Jahr nach der fabelhaften Ultimate Tour in England, deren Set fast ausschließlich aus alten Songs bestand, räumt der kleine Herrenchor nun endgültig mit den Zweifeln an einem dauerhaften Comeback auf. Ende November 2006 stand wie versprochen das neue Album 'Beautiful World' in den Geschäften, nach Take That & Party, Everything Changes, Never Forget und einer kleinen kreativen Pause die vierte CD des Quartetts. Bei einer näheren Beleuchtung findet man viel Bekanntes wieder, aber dennoch hinterlässt die Zeit natürlich ihre Spuren. Inhaltlich dreht sich noch immer nach altem Erfolgskonzept alles um die Liebe in allen Spielarten. Positive Texte wechseln sich mit traurigen ab, es geht um Trennung, auch über den Tod hinaus, um das „Zusammen sind wir stark“-Gefühl und um die kleinen Probleme, die Beziehungen eben manchmal erschweren. Die Verpackung allerdings ändert sich erfreulich oft. Die Instrumentierung wurde bis auf wenige Ausnahmen stark reduziert, die Grundbesetzung sind Schlagzeug, Klavier und Gitarre, ab und an mit etwas Synthesizer verfeinert. Darauf wird dann gewohnt gekonnt ein- bis mehrstimmig gesungen, mehr oder weniger virtuos. Die oft starke Begrenzung der Begleitmusik und das Verzichten auf zu dramatische Synthi-Klänge tut der Musik sehr gut, es kommt einem wie eine Art Großputz vor, den die Band hier vorgenommen hat. Der Gesang, die Quintessenz der Musik von Take That, wird so viel intensiver wahrgenommen und ist sehr dicht am Hörer dran. Die Leadstimme übernimmt nach wie vor Gary Barlow, aber wie auch schon bei früheren CDs hat jedes andere Bandmitglied mindestens ein Solostück. Das absolute Highlight des Albums ist Mark Owens 'Shine', ein unglaublich gutgelauntes, gitarrenlastiges Popstück mit spitzen Stimmführung und genialem mehrstimmigen Gesang, warum, meine Herren, gibt es von der Sorte nicht noch mehr auf der CD? Viele vergleichen den Song mit den Beatles, was von der Launigkeit sicherlich gerechtfertig ist. Mich allerdings erinnert es stark an Owens Solosongs wie das vor wenigen Jahren erschienene 'Believe in the Boogie', die es völlig unverständlicherweise nie zu größerem Erfolg gebracht haben. Shine sticht als kleines Feuerwerk aus dem Rest des Albums hervor und zeigt, was eigentlich alles möglich ist in dieser Band. Bleibt zu hoffen, dass von der Sorte in Zukunft noch mehr Kracher kommen. Neben dieser Lieblingsnummer sind natürlich gleich zu Anfang die beiden bereits der Öffentlichkeit präsentierten Songs 'Reach Out' und der Single-Ohrwurm 'Patience' auf dem Album, die schon deutlich zeigen, dass man erwachsener geworden ist. Die Melodien sind ausgereifter und man ist nicht mehr so jugendlich-verträumt. Die Texte sind ernster und melancholischer als damals, die Musik minimalistischer, aber viel reifer. Dies alles macht Beautiful World mitnichten zu einer neuen Schmalz-CD einer gealterten Teenieband. Es ist tatsächlich eine Freude, dieser Musik zuzuhören, wenn man sich erstmal von dem „Oh Gott, nicht die schon wieder!“ - Gedanken losreißt. Wo eine neue CD ist, da ist auch eine Tour nicht weit, und tatsächlich zieht es die Band im Herbst wieder nach Deutschland – die Gorillas werden auch da natürlich anwesend sein. Ich zumindest. Ach ja... Und wer war eigentlich nochmal Robbie Williams? Verwandte Artikel: Take That in London (2006) Text Copyright Anna-Selina Sander 2007 Cover Copyright Polydor |