|
Nintendo zeigt ein Herz für Europa. The Legend of Zelda - Ocarina of Time, das sicherlich beste Spiel auf dem N64, feiert ausgerechnet hier seinen Virtual Console-Einstand. Dazu gibt es den NES-Kult-Klassiker Kid Icarus und, um den Virtual Console Check abzurunden, werfen wir noch einen Blick auf den Sega-Klassiker Golden Axe. Und dann gibt es noch sensationelle Neuigkeiten aus Japan: Nicht nur die Computer-Konsole MSX wird bald ihren Virtual Console-Einstand feiern, auch SNKs Kult-Konsole Neo Geo wird im Sommer auf dem Wii für Furore sorgen. Na, wenn das mal nichts ist! The Legend of Zelda - Ocarina of Time
Japan (1998), Producer: Shigeru Miyamoto, Director: Toru Osawa, Yoichi Yamada, Eiji Aonuma, Yoshiaki Koizumi, Program Director: Toshio Iwawaki, Musik: Koji Kondo
Entwickler: Nintendo Preis: 1000 Wii-Punkte (entspricht 10,-€) Gibt es zu The Legend of Zelda - Ocarina of Time noch irgend etwas zu sagen? Eigentlich doch nicht. Ebenso wie Super Mario hat Nintendo auch die Zelda-Serie auf brillante Art in die dritte Dimension übertragen, hat all die Fallen, in die frühere 3D-Action-Adventures gerne tappten, konsequent umgangen und mit Elementen wie dem automatischen Springen oder dem Lock-On-System im Kampf Innovationen geschaffen, die auch heute noch von zahlreichen Konkurrenten gerne benutzt werden. Ocarina of Time war bei seinem Erscheinen ein echter Meilenstein, und das ist das Spiel auch heute noch - kein Wunder, dass sich das aktuelle The Legend of Zelda: The Twilight Princess so eng an diesem N64-Klassiker hält. Glücklicherweise erschien Ocarina of Time zu einer Zeit in Deutschland, als Nintendo die PAL-Problematik bereits recht gut im Griff hatte. Vollbild und annähernd Originalgeschwindigkeit herrschen daher auch auf der Virtual Console vor. Auch grafisch wirkt das Ganze ein klein wenig hübscher als auf dem N64 - das mag zugegebenermaßen aber auch durchaus an den besseren Kabeln des Wii liegen. Ob sich der Download lohnt, ist allerdings eine andere Frage. Kein Zweifel, 1000 Punkte - also 10 Euro - sind ein mehr als angemessener Preis für diesen zeitlosen Knaller. Aber bereits auf dem Gamecube hat Nintendo Ocarina of Time zweimal neu veröffentlicht - einmal zusammen mit der kniffligeren Master Quest-Variante als Beilage zur ersten Auflage der Cell-Shading Episode The Wind Waker, einmal zusammen mit den beiden NES-Episoden und dem N64-Nachfolger Majora's Mask in der Collector's Edition, die im Bundle mit der Hardware und später auch im Nintendo Sterneshop verkauft wurden. Heute kriegt man die beiden Neuauflagen recht gut bei Ebay für durchaus vertretbare Preise um 25-30 Euro. Wir raten im Zweifelsfall dazu, eine der Cube-Varianten zu besorgen - die haben sogar echte 60HZ und man kann der gruseligen Claude Moyse-Übersetzung dank optionaler englischer Texte entkommen. Wer sich dagegen die Jagd nach den gebrauchten Mini-DVDs sparen will, der macht auch mit der Virtual Console-Fassung nichts verkehrt. So oder so - The Legend of Zelda - Ocarina of Time sollte, nein, muss man eigentlich mal gespielt haben. 
Kid Icarus
Japan (1987), Producerr: Gunpei Yokoi, Director: Satoru Okada, Game Design: Masao Yamamoto, Musik: Hirokazu Tanaka Entwickler: Nintendo Preis: 500 Wii-Punkte (entspricht 5,-€) Kid Icarus ist eine der etwas unbekannteren Nintendo-Marken. Ein gutes NES-Spiel, ein ebenso gutes Gameboy-Spiel, das nicht einmal in Japan erschien, und eine Nebenrolle in der unsäglichen Captain N-Serie - das wars. Und trotzdem hat Held Pit eine ziemlich große Anhängerschaft, die seit Jahren auf einen Nachfolger hofft. Und das hat seinen Grund, hat Kid Icarus doch zahlreiche Gemeinsamkeiten mit dem weitaus bekannteren Metroid. Beide Spiele laufen auf der gleichen Engine, bieten verwinkelte Levels, die sowohl horizontal, als auch vertikal scrollen, und müssen nicht wie zum Beispiel Super Mario Bros. am Stück durchgespielt werden. Dank eines Passwort-Systems ist es möglich, das Spiel zu unterbrechen und später wieder aufzunehmen. Für 500 Wii-Punkte ist Kid Icarus ein gutes Angebot - im Gegensatz zu altem Käse wie Urban Champion macht Kid Icarus auch heute noch Spaß und bietet eine ordentliche Herausforderung für den Spieler - eigentlich seltsam, dass Nintendo die Serie seit so vielen Jahren bereits ignoriert. Allerdings ist es gut möglich, dass sich das bald ändern wird, immerhin ist Held Pit einer der neuen Kämpfer des kommenden Super Smash Bros. Brawl. So oder so ist Kid Icarus eine willkommene Bereicherung des NES-Download-Katalogs und auch heute noch eine Runde wert. Diese 5 Euro sind gut investiert. 
Golden Axe
Japan (1989), Software Design: Takosuke, Moto Cbx1000, Ham Tak, Waka Entwickler: Sega Preis: 800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€) Na gut, Golden Axe ist schon seit dem Wii-Start im Virtual Console-Shop erhältlich - aber da es diese Woche nur zwei (hochkarätige!) Neuveröffentlichungen gab, nutzen wir die Gunst der Stunde, um uns diesen Sega-Hit nochmal ausführlich auf den Zahn zu legen. Die Handlung ist simpel: Ein fieser Knilch namens Death Adder (nicht verwandt oder verschwägert mit Edmund Blackadder) hat mit seinen Horden das friedliche Land überrannt. Jetzt liegt es an drei Helden, dem Besatzer ordentlich Contra zu geben. Mit Barbar Ax Battler, Amazone Tyris Flare und Zwerg Gilius Thunderhead kämpft ihr euch durch hübsche Fantasy-Levels und zerlegt mit Waffengewalt Gegner nach Gegner - die durchaus ruppige Fantasy-Prügelei kommt ohne Blut aus, stand aber dennoch einige Jahre lang auf dem Index. Golden Axe ist ein echtes Kultspiel - mit seinem extrem spaßigen Zweispielermodus, den verschiedenen Reittieren und den digitalisierten Todesschreien aus dem ersten Rambo-Film und Conan der Barbar bietet Golden Axe alles, was man für eine zünftige Prügelsession braucht. Trotzdem raten wir dringend vom Download ab: Erstens ist es wie bislang alle Mega Drive-Spiele durch die 50HZ gnadenlos ausgebremst und verliert so viel von seiner Dynamik. Außerdem ist Golden Axe mit seinen beiden Sequels auch auf der Sega Mega Drive Collection auf PS2 und PSP erhältlich; und da ist das Preis-Leistungs-Verhältnis dramatisch besser als auf der Virtual Console. Schade - im Grunde ist Golden Axe ein tolles Spiel, aber aufgrund der günstigeren Alternativen und der miesen PAL-Anpassung solltet ihr hier die Wii-Punkte lieber nicht investieren. Wer immer auch dafür verantwortlich ist: Bitte, bitte kümmert euch endlich darum, dass die tolle Mega Drive-Software nicht jedes Mal durch Balken und Geschwindigkeitsverlust runtergezogen wird. Ist doch wirklich schade drum. 
Verwandte Artikel:Wii Virtual Console Check-Archiv Text Copyright 2007 Thomas Nickel Spiele, Screenshots Copyright Nintendo, Sega |