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Gorilla des Monats

bernie 
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Virtual Console Vol. 9
Zwei Sega-Spiele und ein PC-Engine-Geheimtipp: Diesmal sehen wir uns den Prügel-Klassiker Streets of Rage, das etwas angegraute Rollenspiel Sword of Vermillion und die große Überraschung dieser Woche, das originelle Puzzle/Geschicklichkeitsspiel Chew Man Fu an. Ebenfalls neu diese Woche: Der Insekten-Shooter Biohazard Battle - da es aber mit Gradius, R-Type, R-Type III, Super Star Soldier und Soldier Blade weitaus bessere (und besser angepasste!) Shooter auf der Virtual Console gibt, erwähnen wir das nette, aber nicht wirklich spektakuläre Ballerspektakel nur am Rande.


Chew Man Fu

chew1Japan (1990)
Originaltitel: Be Ball

Entwickler: Hudson
Preis:
600 Wii-Punkte (entspricht 6,-€)

Chew Man Fu? Nie davon gehört... Die Handlung? Ein Typ namens Chew Man Fu hat die Welt verflucht und will der Welt ihre Frühlingsrollen, ihren gebratenen Reis und das ganze andere Chinafutter klauen. Deswegen schickt ein bärtiger Chinamann ein China-Mädel in rosa Klamotten durch über 500 Levels Kugel rollen. Ja, das klingt hochgradig schwachsinnig, macht aber richtig Spaß und ist der große Geheimtipp in dieser Woche.  Das Spielprinzip lässt sich am ehesten mit Bomberman vergleichen. Ein Level ist einen Bildschirm groß und man sieht das Geschehen von oben. Monster werden aber nicht weggebombt, ihr müsst sie ordentlich mit verschiedenfarbigen Kugeln puffen. 

Die Kugeln sind allerdings nicht nur die Waffe gegen Monster, sie sind auch der Schlüssel zum Beenden des Levels - erst wenn ihr alle vier Kugeln auf das Feld der entsprechenden Farbe geschoben oder gezogen habt, kommt ihr in die nächste Stufe. Das klingt simpel, wird aber schon nach kurzer Zeit richtig knifflig.  Kugeln haben verschiedene Eigenschaften - die eine ist besonders effektiv gegen Gegner, die andere ist gut geeignet, um Wände einzureißen. Ohne die richtige Strategie seht ihr schon nach einigen Levels kein Land mehr. Dazu kommt ein praktischer Level-Editor und ein netter Zweispielermodus und fertig ist der Hit. Bunte Grafik, große Sprites und die gute Anpassung tun ihr übriges - diese 600 Wii-Punkte sind gut investiert.

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Streets of Rage

sor1Japan (1991), Producer: Noriyuki Ohba, Design: Hiroaki Chino, Seishi Atsumiya, Rascal Fuku‑Chan,  Musik: Yuzo Koshiro

Entwickler: Sega
Preis:
800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€)

Ein würdiger Konkurrent zu Capcoms Arcade-Kracher Final Fight sollte her - und das Team, das Sega bereits das großartige Revenge of Shinobi beschert hatte, lieferte nicht nur das, sondern legte auch noch den Grundstein für zwei exzellente Sequels. Insbesondere im Vergleich zum fulminanten zweiten Teil ist Streets of Rage heute zwar etwas verblasst, trotzdem hat es Segas Straßenkeilerei schwer in sich. Drei Figuren - Adam, Axel und Blaze - stehen zur Auswahl. Im Idealfall tritt man natürlich im Team gegen Punks, Gangmitglieder und andere ruppige Gestalten an, um die Stadt von der Bande des fiesen Mr. X zu befreien. Die Gegner wirken wie die Statisten typischer 80er Jahre Actionfilme, der grandiose Soundtrack von Yuzo Koshiro treibt an, und die detaillierte Grafik gefällt auch heute noch.

Leider hat Sega aber auch hier wieder die PAL-Anpassung komplett verpennt. Bei den stolzen 8 Euro, die das Spiel auf der Virtual Console kostet, ist das eine echte Zumutung und ein ziemlicher Spielspaß-Killer. Leider gibt es momentan aber keine vernünftige Alternative, denn auf der Sega Mega Drive Collection werden Streets of Rage und seine Nachfolger schmerzlich vermisst. Wer das 16-Bit-Original nie in seiner Originalgeschwindigkeit erlebt hat und mit PAL-Balken leben kann, mag sich nicht allzu sehr an der fehlenden Anpassung stören, wir können aber dennoch keine echte Download-Empfehlung aussprechen - so toll Streets of Rage auch ist, die Faulheit des Anbieters sollte nicht noch unterstützt werden. Bleibt zu hoffen, dass der nochmal weitaus bessere zweite Teil besser behandelt wird. Darauf wetten würden wir allerdings nicht...

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Sword of Vermillion

verm1Japan (1989), Design: Yu Suzuki
Originaltitel: Vermillion

Entwickler: Sega
Preis:
800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€)

Nach dem grandiosen Phantasy Star 2 musste auf dem Mega Drive RPG-Nachschub her - und niemand geringeres als Arcade-Gott Yu Suzuki sprang in die Bresche. Das Ergebnis: Sword of Vermillion, eine ambitionierte Mischung verschiedenster Spielelemente. Am gewöhnlichsten bei der Sache ist noch die Handlung: Nachdem ein fieser Eroberer den König gemeuchelt hat, konnte sein treuester Krieger mit dem Prinzen fliehen. Jahre später ist der Prinz ausgewachsen, und sein Ziehvater weiht ihn in die königliche Herkunft ein. Und wie es sich für einen ordentlichen Helden gehört, kauft der junge Bursche ein ordentliches Schwert und zieht aus, dem gemeinen Usurpator das Fürchten zu lehren.

Grafisch ist Sword of Vermillion heutzutage natürlich alles andere als ein Hingucker. In Sachen spielerische Abwechslung fährt der RPG-Oldie aber schwere Geschütze aus auf: Dörfer werden in klassischer Vogelperspektive erkundet, Dungeons und Wälder durchquert ihr in Ego-Sicht - ähnlich wie in der ersten Phantasy Star-Episode oder Shining in the Darkness lauft ihr Schritt für Schritt an zoomenden Sprites vorbei. Kartenzeichnen ist Pflicht, sonst ist die Orientierung schnell verloren. Kämpfe werden in einem separaten Kampfbildschirm in Echtzeit ausgefochten, Bosskämpfe wiederum erinnern etwas an ein Jump'n Run - öfter mal was anderes! Trotzdem merkt man Sword of Vermillion sein Alter gerade in den 3D-Szenen und den nicht wirklich eleganten Kämpfen sehr deutlich an. Die bereits erwähnten Phantasy Star Episoden sind weitaus besser gealtert. Eine PAL-Anpassung gibt es nach wie vor nicht. Und da Sword of Vermillion auch auf der berühmt-berüchtigten Sega Mega Drive Collection zu finden ist, raten wir von der der Virtual Console-Fassung eher ab.

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Text Copyright 2007 Thomas Nickel
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