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System: PlayStation 2 Deutschland (2005), Projektleiter: Jan Jöckel, Pete Walentin Spiel-Design: Antony Christoulakis, Konzept-Zeichnungen: Christian Wagner, Charakter-Design: Henrik Fetz Musik: Jake Kaufman Erschienen bei: JoWood Entwickler: Neon Preis: ca. 20 Euro Deutschland gilt ja gemeinhin als Entwicklungsland in Sachen virtueller Unterhaltung - meist kommen germanische Entwickler mitFußballmanager oder Aufbaustrategie auf den Markt, viele Talente wie Turrican-Entwickler Factor 5 wandern direkt ins weitaus spielefreundlichere Ausland ab. Da freut es umso mehr, wenn ein Team wie Neon mit Legend of Kay einen Actiontitel abliefert, der auf internationalem Niveau auftrumpfen kann und nicht nur spielerisch, sondern auf grafisch und in Sachen Design überzeugt. In Yenching, der Welt von Kampfkater Kay, existieren die verschiedenen Völker in Frieden beisammen - Katzen, Frösche, Pandas und Hasen leben fröhlich in den Tag hinein. Leider haben da die Gorillas etwas dagegen: Zusammen mit den fiesen Ratten erobern sie ganz Yenching und unterdrücken die friedlichen Völker. Aber einer hat ordentlich etwas dagegen: Als das feiste Primatenvolk das Dojo seines Meisters schließen will zieht Kay springend, rennend und schlagend in den Kampf gegen die Unterdrücker.   Ein Kampf-Kater verprügelt einen blauen Gorilla. Ohne Kombo-System kommen auch die Kämpfe von Kay nicht aus.
Legend of Kay ist eine gelungene und überraschend routiniert wirkende Mischung aus 3D-Hüpfer und Action-Adventure im Zelda-Stil. Kay erforscht eine große Welt und führt dabei Aufträge aus um die ihn die anderen Tieren bitten und wird im Verlaufe des Spiels stärker - der gefällig animierte Kampfkater lernt neue Schlag- und Bewegungstechniken, erhöht Magie und Lebensenergie und findet neue Waffen und Werkzeuge. Die Kämpfe gegen die verschiedenen Gegner laufen ähnlich Nintendos neueren Zelda-Abenteuern ab: Ihr visiert Gegner an und zieht ihnen dann mit eleganten Kampftechniken einen Scheitel. Zugegeben - sonderlich neu und innovativ ist das nun nicht gerade, aber ein gelungenes Genrestück ist Legend of Kay allemal. Das Spiel hat Charisma und man merkt beim Spielen, dass die Entwickler hier tatsächlich mit ganzem Herzen bei der Sache waren - Legend of Kay wurde entwickelt weil ein paar kreative Köpfe es wollten und nicht, weil ein paar Schlipsträger es aufgrund von Marktforschung in Auftrag gegeben haben. Und alleine das ist schon unterstützenswert, da vergibt man auch ein paar kleine Macken in Spieldesign und Steuerung. Was Legend of Kay letztendlich von der auf der PS2 doch großen Konkurrenz abhebt, ist das gelungene Setting: Yenching ist eine wunderschöne Variation eines phantastischen Chinas wie wir es aus Filmen wie Crouching Tiger, Hidden Dragon kennen. Pagodenhafte Gebäude, farbenfrohe Kleidung, stimmungsvolle Musik - teilweise wähnt man sich tatsächlich in einem bunten, aber dennoch stilvollen Fantasy-Film. Einziger Kritikpunkt ist die Kamera - genretypisch ist die nicht immer optimal positioniert, manchmal tut es Not, bei den kniffligen Sprungpassagen dem virtuellen Kamera-Schwenker manuell Beine zu machen. So setzt Kay souverän zum Sprung in die Oberliga an. Und auch wenn es so manchen besseren Genrevertreter in der Konsolenwelt gibt, Kays erstes und bislang leider auch einziges Abenteuer sollte man mal gespielt haben.  Kay benutzt nicht nur sein Kurzschwert, auch mit Kampf-Krallen kennt er sich aus.
Text Copyright 2005 Thomas Nickel Spiel, Coverartwork & Screenshots Copyright Neon |