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Yoshiki Okamoto - Genji: Days of the Blade

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Unsere Review von Genji - Days of the Blade befindet sich hier. 

Yoshiki Okamoto legt weder Wert auf steifes Auftreten, noch auf graue Anzüge – Okamoto lässt sichauch gerne mal mit guter deutscher Wurst ablichten und gibt in seinem Blog www.okatuku.ciao.jp gerne mal Einblick in sein Privatleben. Dabei ist er als Spiele-Entwickler nicht minder hochkarätig als ein Yuji Horii (Dragon Quest) oder ein Hideo Kojima (Metal Gear) – war er bei Capcom doch unter anderem verantwortlich für Hits wie Street Fighter 2 oder Devil May Cry! Heute ist er Chef seiner eigenen Firma Game Republic, hatte mit Genji - Days of the Blade einen der ersten PS3-Titel am Start und wagt auch gerne Mal einen Ausflug in Richtung Brettspiel. 

Zum Release der zweiten Genji-Episode trafen wir den sympathischen Mitt-Vierziger bereits zum zweiten Mal um über sein neues Spiel, Brettspiele, die neuen Konsolen und auch etwas über ihn selbst zu reden. Und auch wenn das Boot ordentlich schwankte und Okamoto mit Jet-Lag und Seekrankheit zu kämpfen hatte war der gut gelaunt wie immer und plauderte frei von der Leber weg.

Das Interview zur ersten Genji-Episode befindet sich hier. 

 

Thomas Nickel: Erzählen Sie uns doch erst mal, was gibt es beim zweiten Genji Neues?

Yoshiki Okamoto: Beim ersten Teil waren Yoshitsune und Benkai die einzigen Spielfiguren. Bei Days of the Blade haben wir jetzt auch Lady Shizuka und Buson, eine Figur, die aussieht wie Yoshitsunes Erzfeind aus dem ersten Teil, als spielbare Figuren hinzugefügt. Buson haben wir vor allem deswegen eingeführt, weil die Figur im ersten Teil bei den Spielern am besten ankam. Dazu kommt, dass das Design für diese Figur zunächst als ein mögliches Design für Yoshitsune selbst gehandelt wurde. Lady Shizuka war bei Genji keine Spielfigur. Aber auch sie war so beliebt, dass wir sie spielbar gemacht habe. Damit haben wir bei Days of the Blade vier Spielfiguren, zwischen denen man frei wechseln kann.

Thomas Nickel: War das Team größer als beim ersten Teil?

Yoshiki Okamoto: Etwa zehn neue Leute sind zum Team gestoßen, der Großteil der Macher ist allerdings gleich geblieben.

Thomas Nickel:
Wie war es denn, mit der neuen, komplexen PS3-Hardware zu arbeiten?

Yoshiki Okamoto: Tja, das war wirklich ziemlich schwierig.

Thomas Nickel: Und woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Yoshiki Okamoto: Es ist vor allem sehr schwer, weil die PS3 ja noch eine sehr neue Hardware ist. Wir sind gerade noch im Anfangsstadium. Aber als ich noch bei Capcom war, haben wir ja auch alle gelernt, richtig mit der PS2 umzugehen. Das war ja am Anfang auch sehr, sehr schwierig. Aber im Laufe der Zeit gewöhnt man sich einfach daran und kann die Stärken der Hardware nutzen und die Schwächen umgehen.

Thomas Nickel: Wie wurde der erste Teil denn von den Spielern aufgenommen? Und wurden Anregungen der Spieler in den zweiten Teil implementiert?

Yoshiki Okamoto:
Die wichtigste Änderung im Vergleich zu Genji - Dawn of the Samurai ist, dass die Fortsetzung nun ein ganzes Stück länger und umfangreicher ist. Wir haben auch den Schwierigkeitsgrad etwas erhöht.  Was uns auch wichtig war: Das Spiel ist jetzt noch fester in der japanischen Geschichte verankert als der zweite Teil. Dabei kann der Spieler gleich noch ordentlich japanische Geschichte lernen.

Thomas Nickel: Was mich da interessiert – wenn das Spiel so sehr an der Geschichte orientiert ist, hört das Spiel dann auch mit dem historischen Tod von Yoshitsune auf? Oder hält sich das Spiel eher an die Legende, dass Yoshitsune doch überlebt hat?

Yoshiki Okamoto: Also, wir haben beschlossen, Yoshitsune am Ende nicht sterben zu lassen – das würde das Spiel zu tragisch machen. Wenn der Spieler sich anstrengt und bis zum Ende spielt, nur damit sein Held dann stirbt, würde das viele Spieler nur unnötig ärgern. Wir haben uns da lieber an die Legende gehalten. Der historische Yoshitsune hat allerdings tatsächlich Selbstmord begangen.

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Thomas Nickel: Es gibt ja eine Geschichte, dass Yoshitsune nach seinem angeblichen Tod Japan verlassen hat und in der Mongolei als Dschingis Khan bekannt wurde. Wäre das nicht ein toller Stoff für ein drittes Genji-Spiel?

Yoshiki Okamoto: Wenn es eine Fortsetzung geben sollte, dann würde sich der Plot wohl wirklich um Yoshitsune bzw. dann Dschingis Khan in der Mongolei drehen. Momentan sind wir aber mit etlichen anderen Projekten ausgelastet und sehen Genji - Days of the Blade bislang als Ende der Serie an.

Thomas Nickel: Ich fände das wirklich interessant.

Yoshiki Okamoto: Interesse an einer Fortsetzung habe ich auch auf jeden Fall. Ich würde zum Beispiel gerne Kämpfe auf Pferden einbauen. Wenn das Spiel sich im den Herrscher der Mongolei drehen würde, dann würde sich das ja geradezu anbieten. Jetzt sind wir aber erst mal mit Days of the Blade fertig, daher ist das alles noch Zukunftsmusik. Wenn die Spieler und die Entwickler wirklich einen dritten Teil wollen, dann werden wir mal sehen.

Thomas Nickel: Im Vergleich zu Days of the Blade ist der erste Teil weitaus übersichtlicher – hier habe ich oft Probleme mit der Kamera – ich falle in Löcher, Gegner kommen von hinten. Wie wurde das Kamerasystem denn entwickelt?

Yoshiki Okamoto: Hehe, das ist eine wirklich gute Frage. Die Position, die die Kamera jetzt einnimmt, ist auch innerhalb des Teams sehr umstritten. Auch ich selbst bin in dieser Hinsicht etwas zwiegespalten. Wir haben mit der Entwicklung des Spiels auf der Playstation 2 begonnen. Und da war es so, dass wir bei der Grafik keine frei drehbare Kamera einsetzen konnten, da sonst die Qualität zu stark gelitten hätte. Mit festen Kamerawinkeln konnten wir die Schönheit der Szenarien weitaus besser einfangen. Wir haben ein gutes halbes Jahr mit der PlayStation 2 gearbeitet. Danach waren jede Menge Hintergründe fertig. Als wir dann das Projekt auf die PS3 verlegten, mussten wir natürlich viele dieser Grafiken und Szenarien neu schaffen. Und dann hatten wir einfach nicht mehr genug Zeit, die Kameraposition zu ändern, wir mussten ja den Launch-Termin halten. Aber na ja, dafür können sie hier die tolle Grafik besser bewundern.

Thomas Nickel: Welche Art von Kamera ziehen Sie denn vor?

Yoshiki Okamoto: Eigentlich ist mir eine bewegliche Kamera lieber. Wie schon gesagt, hier mussten wir noch einmal mit fester Kamera arbeiten, aber bei unserem nächsten Projekt wird das sicherlich nicht mehr der Fall sein.

Thomas Nickel: In der Fachpresse wurde Genji - Days of the Blade ja teilweise auch stark kritisiert. Wie gehen Sie damit um?

okamotoYoshiki Okamoto: Naja, gegen Kritik kann man ja nichts tun – die Hefte sind ja bereits erschienen. Aber ich denke eben, wenn man Genji etwas länger spielt, dann treten die Mängel, die das Spiel hat, mehr und mehr in den Hintergrund und man hat wirklich Spaß damit. Die Tester hätten das Spiel vielleicht etwas länger spielen sollen. Wahrscheinlich haben sie an der Stelle aufgehört, an der das Spiel wirklich interessant wurde.

Thomas Nickel: Momentan muss ich selbst auch sagen, dass ich den ersten Teil selbst auch lieber mochte als den zweiten. Er wirkte auf mich einfach etwas fertiger und runder.

Yoshiki Okamoto: Nun ja, man muss ein Spiel ja erst einmal etwas erlernen. Beim Golf ist es ja auch so, man muss erst einmal in das Spiel finden. Aber gut, wenn ich ganz ehrlich sein soll, ich selbst bin mit der Kamera auch nicht so wirklich zufrieden. Es tut mir leid, dass es dadurch etwas unübersichtlich ist.

Thomas Nickel: Was halten Sie denn so vom Nintendo Wii?

Yoshiki Okamoto:
Ich sehe da viele neue Möglichkeiten für Videospiele. Der Wii ist für mich schon eine sehr interessante Hardware.

Thomas Nickel: Haben Sie Red Steel gespielt?

Yoshiki Okamoto: Ja, hab ich. Aber ich glaube, für diese Art von Spiel ist der Wii nicht so gut geeignet. Zumindest merke ich immer wieder Zeitverzögerungen bei der Steuerung. Als Spieler finde ich es etwas unglücklich, dass ich erst die Bewegung für das Schwert mache und erst kurz darauf die Aktion auf dem Bildschirm ausgeführt wird.

Thomas Nickel: Was stellt denn für Sie wirklich die nächste Generation da. Grafik? Hardwarepower für neue Spielideen?

Yoshiki Okamoto: Ich denke, die nächste Generation an Spielen wird die Spieler näher zusammenbringen, und die neuen Spiele werden für die Spieler auch mehr als ein Kommunikationsmittel dienen. Es wird viel mehr Interaktion zwischen Spielern stattfinden. Generell haben aber Xbox360, PlayStation 3 und Wii völlig andere Ausrichtungen und Stärken und entwickeln sich in völlig verschiedene Richtungen. Was denken Sie denn so von den neuen Konsolen?

Thomas Nickel:
Tja, also der Wii bietet für mich schon ein neues Spielerlebnis. Bei den entsprechenden Spielen zumindest. Allzu viele gibt es ja immer noch nicht. Grafisch ist bei mir zu Hause momentan die Xbox360 das Maß aller Dinge... Das liegt aber auch daran, dass ich mir die PS3 bisher noch nicht leisten konnte. Die ist mir einfach noch zu teuer.

Yoshiki Okamoto: Gut, in Japan ist die PS3 billiger, aber ich denke, man kann für seinen Spaß auch durchaus mal etwas Geld ausgeben wenn es einem das wirklich wert ist. Ich spiele selbst gerne Golf, und das ist meistens auch ein eher teurer Spaß. Aber das ist eben etwas, das ich mir auch einmal gönne. Wenn man etwas wirklich will, dann spielt der Preis keine Rolle. Außerdem wird der Preis ja auch fallen – man muss nur mal schauen, wie es sich bei den DVDs entwickelt hat.

Thomas Nickel:
Sie haben ja gerade selbst noch etwas an Ihrem Nintendo DS gespielt. Was haben Sie denn gerade in Ihrem Laufwerk?

Yoshiki Okamoto:
Ich spiele immer noch gerne Osu Tatakae Quendan – die westliche Version davon heißt glaube ich Elite Beat Agents. Dann spiele ich momentan noch gerne das Tingle-Spiel – Sie wissen schon, das mit der Nebenfigur aus den Zelda-Spielen. Und ansonsten spiele ich momentan gerne das neue Dragon Quest Monsters: Joker.

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Thomas Nickel: Mal eine ganz andere Frage – angenommen, Sie wären kein Spiele-Entwickler geworden, was wäre wohl heute Ihr Beruf?

Yoshiki Okamoto:
Ich hatte als Student noch einige andere Möglichkeiten. Einer meiner Berufswünsche in jungen Jahren war Designer. Ich hätte andererseits wohl für verschiedene Zeitschriften als Journalist arbeiten können. Ich hätte aber auch bei Wacoal anfangen können, einer bekannten japanischen Firma für Damenunterwäsche. Vielleicht wäre ich eben wie Sie ein Spiele-Redakteur geworden, vielleicht hätte ich auch Damenunterwäsche entworfen.

Thomas Nickel:
Und? Sind sie mit Ihrer Wahl zufrieden? Oder wären Sie heute bei der Unterwäsche glücklicher?

Yoshiki Okamoto: Ahhh, ich glaube ich habe schon die richtige Entscheidung getroffen. Ich gebe auch zu, ich hätte generell lieber in einer Redaktion als bei Wacoal gearbeitet.

Thomas Nickel:
Sie machen bei Game Republic nicht nur Videospiele, sondern auch Brettspiele . Werden wir davon auch mal etwas im Westen sehen?

Yoshiki Okamoto: Ich war im letzten Jahr bereits hier und hatte mein Spiel Shadow Hunters dabei –mal sehen, dieses Jahr sollte es eigentlich dann auch in die Läden kommen.

Thomas Nickel:
Das wäre toll, Deutschland ist ja wirklich ein echtes Brettspiel-Land.

Yoshiki Okamoto:
Kennen Sie Die Siedler von Catan?

Thomas Nickel: Ja, natürlich.

Yoshiki Okamoto: Da bin ich ziemlich gut drin. Letztes Jahr fand die Weltmeisterschaft für Die Siedler von Catan statt, und japanische Spieler haben den zweiten und vierten Platz gemacht. Aber ich glaube, ich bin besser als diese Spieler.

Thomas Nickel: Na, dann sollten Sie im nächsten Jahr einmal selbst antreten.

Yoshiki Okamoto:
Nein, aus irgendeinem Grund hat man mich da abgelehnt.

Thomas Nickel: In Deutschland gibt es ja gerade eine heiße Diskussion über Gewalt in Videospielen. Wie stehen Sie denn dazu?

Yoshiki Okamoto:
In Japan regen sich die Leute weit weniger über Computer- und Videospiele auf. Und davon abgesehen haben wir ja noch Altersfreigaben. Genji hier ist in Japan zum Beispiel auch ab 16 Jahren freigegeben.

Thomas Nickel: Hatten Sie mal einen Fall, bei dem ein Spiel, in das Sie involviert waren, zu brutal war?

okamotoYoshiki Okamoto: Als ich noch bei Capcom war, haben wir die japanische Fassung von GTA 3 veröffentlicht. Und daran musste doch so einiges bearbeitet werden bis wir es in Japan veröffentlichen konnten. Getaway von Sony selbst war dann auch so ein Fall. In der westlichen Form hätten wir es in Japan nicht veröffentlichen können. Bei Resident Evil gab es damals ein paar Diskussionen. Es gibt also schon eine Debatte, aber es sind nur ein paar wenige, die den Videospielen die Schuld an Jugendgewalt geben. Es gibt eben einige Medien, die derartige Ereignisse stark aufbauschen.

Thomas Nickel: Was ist für Sie denn generell der Unterschied zwischen japanischen und amerikanischen Spielen?

Yoshiki Okamoto:
Bei japanischen Spielen ist es ein wenig so, wie wenn ein Kind das Fahrrad-fahren lernt. Zunächst unterstützt das Spiel den Spieler, ähnlich wieder Vater das Kind. Irgendwann kann das Kind dann auch alleine fahren. Bei Amerikanischen Spielen wird der Spieler oft direkt ins Geschehen geworfen, der Spieler muss zu Beginn mehr leisten, hat dafür aber auch oft mehr Kontrolle über das Spielgeschehen.

Thomas Nickel:
Was sind denn generell Spiele, die Sie wirklich noch beeindrucken?

Yoshiki Okamoto: In letzter Zeit hat mir vor allem Gran Turismo gefallen. Oder auch das neue Ridge Racer, das hat mich wirklich sehr beeindruckt. Aber wenn ich online spiele, dann bin ich meistens der Letzte, der ins Ziel kommt.

Thomas Nickel: Sie haben wohl eine Vorliebe für Rennspiele?

Yoshiki Okamoto: Oh ja, allerdings. Aber ich liebe Spiele generell. Ich bin eben wirklich ein Spieler mit Leib und Seele.

Thomas Nickel: Und wenn Sie dann selbst spielen, welche Faktoren sind es, die Ihnen ein Spiel völlig vergällen können?

Yoshiki Okamoto: Es gab da zum Beispiel ein Spiel, bei dem der Spieler nur wenige Spielfiguren zur Auwahl hatte, aber im Spiel selbst neue Figuren kaufen konnte. Und am Anfang konnte man da wirklich nur uninteressante und langweilige Figuren kaufen. Ich denke mir dann "Was soll das eigentlich?" – man kann dem Spieler doch von Anfang an die Möglichkeit geben, auch die wirklich interessanten Charaktere zu spielen. Aber einen Namen will ich jetzt nicht nennen, ich kenne da die Programmierer und weiß, welche Mühe sie sich bei ihrem Spiel gegeben haben.

Thomas Nickel: Sie sind ja vor allem für Ihre Actionspiele bekannt. Haben Sie auch Interesse daran, mal andere Spiele zu entwickeln?

Yoshiki Okamoto: Ich selbst spiele sehr gerne Abenteuerspiele. Aber gerade haben wir schon etliche Projekte in Arbeit. Danach werden wir uns mal ein wenig anderweitig umsehen.

Thomas Nickel: An was arbeiten Sie denn gerade bei Game Republic?

Yoshiki Okamoto:
Wir haben bei Game Republic ja mehrere Teams und entwickeln auch mehrere Projekte gleichzeitig. Das Spiel Monster Kingdom ist mittlerweile fast marktfertig. Alleine an diesem Spiel arbeiten momentan 130 Leute. Auch das Genji-Team arbeitet wieder an einem neuen Projekt.

Thomas Nickel: Ihr Studio hat auch für die PSP die Anime-Umsetzung Brave Story entwickelt. Hat das Chancen, einmal im Westen zu erscheinen?

Yoshiki Okamoto: Alsom ich denke das Potenzial, um von westlichen Spielern angenommen zu werden hat das Spiel schon, aber im Moment gibt es leider keine Pläne, das Spiel in Europa oder den USA zu veröffentlichen.

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Thomas Nickel: Reden wir zum Schluss doch noch einmal ein wenig über Sie selbst... Sie gelten ja als eine absolute Frohnatur. Was finden Sie witzig? Worüber können Sie lachen?

Yoshiki Okamoto:
Ich mag es, wenn man mir langweilige Witze immer und immer wieder erzählt. Irgendwann werden sie alleine dadurch lustig.

Thomas Nickel:
Und über was können Sie sich ärgern?

Yoshiki Okamoto:
Oh, da gibt es ganz verschiedene Sachen. Ich versuche aber für gewöhnlich meinen Ärger herunter zu schlucken. Ich ärgere mich öfter über die japanische Jugend heute. Jugendliche ohne irgendeine Motivation, die nur zu Hause sitzen. Es gibt viel zu viele Jugendliche, die sich einkapseln, den ganzen Tag Videospiele spielen, keine Ausbildung machen, kein Interesse daran haben, zu arbeiten und etwas aus ihrem Leben zu machen. Ddas ist etwas, das mich wirklich ärgert.

Thomas Nickel:
Was tun Sie denn so in Ihrer Freizeit?

Yoshiki Okamoto: Ich lese sehr gerne Bücher oder sehe mir Filme an. Und ich reise sehr gerne.

Thomas Nickel: Was war denn das letzte Buch, das Sie gelesen haben?

Yoshiki Okamoto: Kennen Sie Sangokushi? Eine Geschichte aus dem 14. Jahrhundert über die chinesischen Königreiche, die zum Ende der Han-Dynastie zu einem großen Reich geeinigt wurde. Ich hab mein Buch gebraucht gekauft und habe nur 100 Yen bezahlt anstatt 1900 Yen, die es eigentlich kostet.

Thomas Nickel: Sie scheinen ja generell ein großes Interesse an Geschichte zu haben.

Yoshiki Okamoto: Oh ja, das interessiert mich sehr. Ich mag nicht nur Geschichte generell, sondern auch andere Sachen. Ich interessiere mich für Sprache, aber auch sehr für Musik. Aber selbst spiele ich keine Musik, ich höre sie lieber. Vor allem klassische Musik. Und Jazz. Ich mag den Jazz des Chicago der 50er und 60er Jahre.

Thomas Nickel: Alles klar. Ich glaube, wir haben unsere Zeit schon ordentlich überschritten, deswegen bedanke ich mich herzlich für das Interview und wünsche noch viel Spaß in Deutschland.

 

Text Copyright Thomas Nickel 2006
Screenshots Copyright Game Republic / Sony 

 
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