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Gorilla des Monats

bernie 
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Teenage Mutant Ninja Turtles
Beitragsinhalt
Teenage Mutant Ninja Turtles
Seite 2

tmntSystem: PlayStation 2
Kanada
(2007)

Entwickler: Ubisoft
Erschienen bei: Ubisoft 
Preis: 69,95 € Teenage Mutant Ninja Turtles bei Amazon.de

Nachdem der große Teenage Mutant Ninja Turtles-Hype der späten 80er und frühen 90er Jahre vorüber war, konnte erstmal niemand mehr die vier grünen Burschen sehen - irgendwie verständlich, wurde man doch mit Filmen, TV-Serien, Spielzeug, Videospielen, Comics und Turtles-Visagen wirklich zugeschüttet. Etliche Jahre später scheint die Überhypung nun verflogen zu sein, und die Kampfschildkröten starten mit einem komplett-CGI-Film und neuen Spielen, dieses Mal aus dem Hause Ubisoft, eine weitere konzentrierte Attacke auf Freizeit und Geldbeutel. Mal sehen, wie lange die Sache dieses Mal gut geht. 

Zu ihren Glanzzeiten waren die Turtles-Spiele meist eine tolle Sache - das Arcade-Game für vier Spieler, das furiose Turtles in Time auf dem Super NES und das ordentliche Mega Drive-Gekloppe The Hyperstone Heist waren toll gemachte Streets of Rage / Final Fight-Verschnitte mit schicker Comic-Grafik und jeder Menge Spielwitz. Ab da gings bergab. Die leidlich gut spielbaren Street Fighter-Verschnitte Turtles Tournament Fighters litten unter Konamis mangelnder Erfahrung im Kampfsport-Sektor, und über die billig rausgehauenen PS2-Spiele legen wir lieber den Mantel des Schweigens. Mit dem neuen Film hat jetzt die Lizenz gewechselt - seit neuestem ist jetzt Ubisoft der Herr der Kröten. Und allem Anschein nach machen sie als Schildkröten-Dompteur eine sehr ordentliche Figur!

Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die TMNT-Spiele der großen Heimkonsolen - wir haben die grafisch beste Variante auf der XBox360 gespielt. Und auch wenn die Screenshots hier einen weiteren 3D-Prügler erwarten lassen, haben die Turtles viel mehr mit dem Prince of Persia gemeinsam. Bereits im ersten Level kraxelt, springt und hangelt sich Chef-Turtle Leonardo durch einen linearen tropischen Regenwald, später turnen die Turtles dann auch zu viert - ihr könnt jederzeit zwischen ihnen wechseln - durch die Kanäle und über die Dächer von New York. Und dabei beherrschen sie eine Menge Tricks - ob sie nun an Wänden kraxeln sollen, über weite Abgründe Springen, an einer Mauer entlanglaufen oder sich an diversen Stangen entlangschwingen, in Sachen akrobatisches Geschick müssen sich die Schilkröten nicht vor dem persischen Prinzen verstecken.

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Wo der allerdings oft ins Grübeln kam, wie ein bestimmter Raum denn nun anzugehen ist, haben die Turtles daran kein Interesse: Die umfangreichen Levels sind lang, aber linear - alleine bereits durch die Kameraperspektive ist stets sofort klar, wo es denn nun weiter geht, Grübeleien und Rätsel haben in der Turtle-Welt keinen Platz. Aber schlimm ist das nicht, dank der extrem einfachen und flüssigen Steuerung macht es ohnehin viel mehr Spaß, Ninja-mäßig durch die Levels zu wetzen. Und es sieht auch wirklich toll aus, was eure Kampfkröte da an akrobatischen Meisterleistungen vollbringt. In Sachen Kontrolle und Spielfluss geben sich die Turtles mustergültig.

Leider ist das vorbei, sobald ein paar Gegner ins Spiel kommen. Kämpfe finden nur in speziellen Arealen statt - eine Warnung erscheint, und sofort hüpfen die ersten Gegner ins Bild. Mit Waffenkombos und Fußtritten werden die verdroschen. Was sich die ersten ein bis zwei Male noch ganz nett spielt, wird mit der Zeit zum großen Spielspaß-Bremser. Die Gegner agieren unglaublich dumm und greifen nur in Ausnahmefällen selbst an, und eure ganze Taktik besteht aus wildem Knopfgehämmer, bis sich die eher hässliche und simpel modellierten Wiedersacher schlafen gelegt haben. Die müden Soundeffekte im Kampf tragen dabei nicht gerade zur Dynamik bei. Die Keilereien sind eindeutig das schwächste Element des neuen TMNT-Spiels und hätten definitiv mehr Feinarbeit gebraucht. Das ist gerade in Anbetracht der sonst so gelungenen Hüpfereien wirklich schade. 

Schade ist auch, dass Ubisoft die eigentlich spaßige und extrem gut spielbare Kröten-Turnerei wohl tatsächlich ausschließlich für junge Spieler konzipiert hat - denn trotz aller Steuerungsfinessen fällt vor allem eines auf: das Spiel hat keinen Schwierigkeitsgrad. Fallt ihr in eine Grube startet ihr beim meist nur wenige Meter entfernten Checkpoint wieder, Lebensverlust oder ähnliche Strafen gibt es nicht. Fallt ihr doch einmal im Kampf, ist die Sache sogar noch leichter - ihr hämmert einfach auf den Knopf, worauf eure Schildkröte aufsteht und den Kampf an der gleichn Stelle fortsetzt. Das macht Teenage Mutant Ninja Turtles zum mit Abstand einfachsten Spiel der letzten Monate, wenn nicht Jahre - wer sich ein wenig dahinterklemmt, hat die Kröterei in zwei bis drei Sitzungen komplett durchgespielt. Gut, Levels dürfen noch einmal nach Münzen durchsucht werden, mit denen man verschiedene Extras kaufen kann, aber wirklich interessant ist das nicht. Wir würden ja nichts sagen, wenn das Spiel faire 30 Euro in die Läden gekommen wäre, aber für geschätzte vier Stunden Krötenhüpferei 40 (PS2) bis 60 (Wii) und 70 (360) Euro zu verlangen, das hinterlässt doch einen etwas faden Beigeschmack.

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Schade auch, dass die Grafik die 360 nicht wirklich ausreizt. Man merkt deutlich, dass die Turtles in erster Linie auf PS2 entwickelt wurden. Hier und da ein paar mehr Details, mehr Polygone und hübschere Texturen hätten dem Spiel nicht geschadet. Bisweilen erkennt man, dass die 360 mehr drauf hat als die anderen Systeme, einen Aufpreis von 30 Euro im Vergleich zur PS2-Fassung ist die minimal aufpolierte MS-Variante aber keinesfalls wert. Auch die Lokalisation ist ein zweischneidiges Schwert. Wie von Ubisoft gewohnt hat man Profi-Sprecher engagiert, die ihre Arbeit wirklich toll machen. Keiensfalls toll ist aber das eigentliche Skript. Krumme und sofort übersetzt klingende Formulierungen sorgen immer wieder für unfreiwillige Komik - insbesondere eben bei den eigentlich talentierten Sprechern. Aber ein Synchronsprecher ist eben immer nur so gut wie das Material, mit dem er arbeitet. Und davon ganz abgesehen: Wenn eure Kampfkröte zum zehnten Mal beim Durchqueren eines Levels "Oberaffentittengeil" oder etwas ähnliches ausruft, stellt auch der geduldigste Spieler erstmal die Sprachlautstärke im Menü ganz weit herunter.

Aber machen wir die Turtles nicht schlechter als sie sind - trotz der beschriebenen Mängel macht das Spiel einfach Spaß, und man merkt, dass viel Feinarbeit in Dynamik und Steuerung geflossen sind. Wenn das große Preisschild nicht wäre, würden wir die Turtles auch tatsächlich empfehlen. In Anbetracht des niedrigen Umfangs und des extrem niedrigen Schwierigkeitsgrads greifen aber erstmal nur die extrem harten Turtles-Fans zu, alle anderen leihen sich das Spiel für ein Wochenende aus oder kaufen sichs, wenns für 20 Euro in der Pyramide oder einer anderen Budget-Verramschung eures Vertrauens zu finden ist.

Klickt auch gleich noch auf Seite 2 - da sagt euch Peter, was von der zweidimensionalen GameBoy Advance-Version der Teenage Mutant Ninja Turtles zu halten ist. (Tipp: die ist toll!) 



 
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