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Autor: Carl Hiaasen erschienen bei: Goldmann Verlag Preis: 14,95 Was muss man eigentlich getan haben, dass einen der Gatte nach zwei Jahren mehr oder weniger glücklicher Ehe auf einer Kreuzfahrt vom Dampfer in den Ozean stürzt? Das fragt sich Joey Perrone auch, während sie der Wasseroberfläche entgegenstürzt. Ihr Ehemann Charles war zwar nicht der treueste von allen (wobei das noch untertrieben ist. Im Prinzip ist Chaz der untreueste Mensch der Welt), aber wenn er sie loswerden wollte, hätte doch eigentlich eine ganz herkömmliche Scheidung gereicht. Was Joey Perrone nicht weiß: Ihr Mann Chaz, von Beruf Meeresbiologe mit sehr zweifelhaftem akademischen Werdegang, ist korrupt bis aufs Blut. In seiner Arbeitszeit fälscht er die Wasserwerte der Everglades in Florida. Sein Auftraggeber ist der Großfarmer Red Hammernut, der auf diese Weise das Geld für eine Kläranlage für seine Abwässer spart. Eine Hand wäscht die andere: Die Wasserwerte der Everglades stimmen, obwohl Hammernut fleißig seine Giftbrühe hineinkippt, und Chaz führt ein anständig bezahltes Leben - bis zu dem Zeitpunkt, als er glaubt, dass seine Frau seinem sauberen Job auf die Schliche gekommen ist. Der Mordversuch an letzterer scheitert aber dummerweise an ihren sportlichen Fähigkeiten: Joey war schließlich auf der Highschool Profischwimmerin und kann sich über Wasser halten, bis sie von dem ehemaligen Polizisten Mick Stranahan gerettet wird, der eine kleine idyllische Insel in den Keys bewohnt. Joey, dankbar für die Rettung, schließt ihn nicht nur in ihre Arme, sondern auch in ihren Plan ein: Chaz das Leben zur Hölle zu machen und in die Paranioa zu treiben, mit besten Grüßen aus dem Reich der Toten. Und nicht nur Joey sinnt auf Rache. Auch der in ihrem "Todesfall" ermittelnde Detective (der einen eigenartigen Hang zu übergroßen Reptilien hat) zweifelt doch sehr an Chaz' Krokodilstränen und versucht, ihm den Mord nachzuweisen und sein Alibi zu knacken. Als dann auch noch Hammernut an Chaz' Zurechnungsfähigkeit zweifelt und ihm einen Leibwächter schickt, der mehr an einen Gorilla als an einen Menschen erinnert, und Chaz es sich mit seiner Geliebten verscherzt, als er sie versehentlich als seine Putzfrau bezeichnet, stehen die Zeichen für ihn immer schlechter... Carl Hiaasen ist wieder da, skurril, sarkastisch, derbe, abgrundtief böse und hinreißend komisch. Nicht nur, dass bei seinen Romanen, seien sie für Kinder oder für Erwachsene, bereits nach der ersten Seite dieses Ich-will-sofort-nach-Florida-Gefühl aufkommt, es ist auch immer wieder ein herrlich schadenfrohes Vergnügen, mit anzusehen oder besser zu lesen, wie die Bösen auf rabenschwarze Art und Weise den Allerwertesten versohlt kriegen. Hiaasen kann sowas nämlich wirklich wunderbar! Text Copyright 2006 Anna-Selina Sander Coverartwork Copyright Goldmann Verlag |